Auf Reisen mit dem Apfelzügle

Die Donnstetter Senioren waren kürzlich mit dem Apfelzügle unterwegs. Dieses dreht im Linzgau seine Runden. Bei der Fahrt erfuhren die Damen und Herren von der Alb viel Interessantes über den Obstbau.

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Viel Neues erfahren haben Senioren aus Donnstetten. Foto: Privat

An den Bodensee führte kürzlich ein Ausflug der Donnstetter Senioren. Bei hellem Sonnenschein ging es zunächst durchs Fischburgtal und nach Offenhausen. Dort gab es eine Besinnungspause über die Tageslosung, die voll des Lobes über Gottes Schöpfung war. Dementsprechend wurden dann auf der Weiterfahrt fröhliche Morgenlieder mit Gitarrenbegleitung angestimmt.

Weiter ging es durchs Laucherttal und an Sigmaringen vorbei sowie auf kleinem Umweg nach Heiligenberg. Von Heiligenberg aus genossen die Teilnehmer einen herrlichen Blick über den Bodensee und auf die schneebedeckten Alpen. Danach dauerte es nicht mehr lange und man gelangte zum eigentlichen Ziel des Tages, den "Neuhof" bei Überlingen. In der gemütlichen Scheuer mit allerlei landwirtschaftlichem Gerät und bequemen Strohballen-Bänken an den Wänden stärkte man sich mit einer guten Nudelsuppe und einem kräftigen Vesper mit Wurst, Brot und Käse. Selbstredend gab es dazu Most, Apfelsaft und Sprudel zu trinken so viel man wollte.

Freundlicherweise war das "Apfelzügle" anschließend vor dem Haus vorgefahren, um die gesamte Gruppe aufzunehmen. Zunächst hielt das "Zügle" unter dem "Bodanturm", dem Rest einer karolingischen Kaiserpfalz, wo der Fahrer der Zugmaschine den Gästen eine ausführliche Erklärung zur Geschichte der Landschaft, dem "Linzgau", gab. Anschließend wurde man zu einem Fachwerkhof gefahren, wo die Bäuerin ausführliche Erklärungen zum "Bauregärtle", zum Apfelanbau, zur Ernte und zur Lagerung machte. Viele nutzten die Gelegenheit, sich anschließend eine Tüte mit knackigen Äpfeln zu füllen oder Hochprozentiges direkt vom Erzeuger zu erstehen. Nun ging es erst recht durch die Apfelplantagen, wenn auch nicht unmittelbar durch die zu engen Reihen der Spiralbäume, die an Drähten gehalten werden.

Viel war über modernen Anbau zu erfahren, wie zum Beispiel, dass ein "Spiralbaum" eigentlich aus drei Bäumchen besteht, die gepfropft sind, nämlich einem für die Wurzel, einem für den kurzen Stamm und einem für die Sorte mit den entsprechenden Ästen. Außerdem wurde erklärt, dass die Netze, des Hagels wegen über die Bäume gespannt sind. Die jeweiligen Ausführungen waren gewürzt mit allerlei Volksweisheiten: zum Beispiel, dass unverheiratete Mädchen sich unter dem Birnbaum trafen und dass der Schuh des Mädchens, der beim Werfen im Geäst hängen blieb, ihr die Ehe in einem Vierteljahr einbrachte (es gab pro Jahr nur einen Wurfversuch).

Weiter staunte man, wie viel Heilkräfte in den Pflanzen stecken. Der Traktor-Fahrer wusste viel aus alter Arzneikunst zu erzählen. So zum Beispiel, dass ein Stück frische Weidenrinde bei der Wundversorgung bessere Dienste leistet als manche Salbe oder Tinktur.

Viel zu rasch vergingen so die zwei Stunden Zügles-Fahrt. Das Umsteigen in den Bus war der Beginn der nächsten Etappe: Eine wunderbare Fahrt an der schönen Barockwallfahrtskirche Birnau vorbei direkt zum Seeufer hinunter. In Meersburg kam bei einer gemütlichen Seepromenade beziehungsweise beim Kaffee trinken sogar noch etwas die Sonne heraus.

Dankbar für solch einen schönen Tag verabschiedete man sich nach der Heimkehr in Donnstetten. Es soll jedoch nicht verschwiegen werden, dass auch kritische Töne in das Lob über diesen Ausflug flossen, bemerkte doch ein Teilnehmer: "Immer wenn sich trotz der schönen Landschaft, durch die wir fuhren, der berüchtigte "Bus-Schlaf" einstellen wollte, kam von "dem da vorne" wieder ein Lied, bei dem ich mitsingen wollte oder eine Erklärung, die ich nicht verpassen konnte. Also mit dem Busschlaf, das gelang heute absolut nicht."

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