ANGEDACHT: Leben wagen

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Pfarrerin Annedore Hohensteiner, evangelische Kirche Donnstetten-Westerheim

Mensch, riskier was!", so lautet das Motto der Fastenaktion "Sieben Wochen ohne". Vielleicht fasten Sie ja in diesem Jahr auch, verzichten auf Süßigkeiten, Fernsehen, Alkohol oder eine Zeitlang womöglich ganz auf feste Nahrung? Das kann ganz schön schwer sein und ist gleichzeitig auch eine bereichernde Erfahrung - so berichten es immer wieder Fastenteilnehmer. Soweit so gut. Nun aber dieses Motto "Mensch, riskier was! Sieben Wochen ohne Vorsicht." Das scheint doch schon etwas übertrieben. Das klingt nach Leichtsinn, nach Gefahr, nach Unvernunft und Übermut - und der tut doch selten gut. Dann ist es doch besser, bei dem zu bleiben, was man kennt, was man schon immer so gemacht hat. Aber: vielleicht muss gar nicht gleich das Schlimmste vom Schlimmsten eintreten, wenn wir was riskieren?

Menschen der Bibel fallen mir ein: Petrus, der gewagt hat, übers Wasser zu gehen und nicht untergegangen ist. Maria, die sich hochschwanger auf den Weg nach Bethlehem gemacht und nicht mal vorher ein Hotel gebucht hat. Jesus selbst, der durchs Land gezogen ist und die Auseinandersetzung gesucht hat mit den Oberen in Staat und Kirche, weil er die bestehenden Strukturen so nicht mehr hinnehmen wollte.

Die Fastenaktion will uns diesmal einladen, gelegentlich auf die Fangnetze und doppelten Böden im Leben zu verzichten - und das Leben zu wagen. Und da muss man nicht gleich Extremsport betreiben oder an der Börse spekulieren. Es reichen die kleinen Wagnisse, um etwas in Bewegung zu bringen: einmal etwas Neues ausprobieren, ein offenes Wort wagen und den folgenden Streit riskieren, festhalten an dem, was wichtig ist, auch wenn die Idee scheinbar chancenlos ist. Wir haben Gottes Zuspruch, dass wir getrost und unverzagt sein sollen. So heißt es in Josua 1,9. Getrost und unverzagt und begleitet von Gottes Segen dürfen wir etwas riskieren - und uns ohne Vorsicht einlassen auf das Wagnis "Leben".

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