Alle Vorteile ausspielen

Seit vier Jahren lebt Florian Bauer in St. Johann. Die Geschicke seiner Wahlheimat will der 40-Jährige künftig als Bürgermeister lenken, denn: "St. Johann bleibt hinter den Möglichkeiten zurück."

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„Die St. Johanner bekommen mich so schnell nicht wieder los“, lacht Florian Bauer. Seitdem er 2010 mit seinem Ehemann das gemeinsame Haus in Würtingen bezog, fühlt er sich angekommen. In einer „traumhaften“ Landschaft und als Teil einer aufgeschlossenen Gemeinschaft: „Hier lässt es sich richtig, richtig gut leben“, schwärmt er. Doch alleine die Vorzüge seiner neuen Heimat zu genießen, reicht dem 40-Jährigen nicht. Er will dazu beitragen, dass St. Johann auch in Zukunft seine Vorteile ausspielt: Seit 2014 als Gemeinderat und als stellvertretender Bürgermeister – nach dem 25. Januar möglichst als Nachfolger von Eberhard Wolf: „Ich sehe, wie man aus St. Johann mehr machen kann“, sagt er.

Florian Bauer ist aufgewachsen in Metzingen. Nachdem er das Studium der Betriebswirtschaftslehre in Tübingen aufgab („zu theoretisch“), absolvierte er bei der genossenschaftlichen Zentralbank in Stuttgart eine Lehre zum Bankkaufmann.

Als Spross einer politisch interessierten Familie engagiert sich Bauer seit rund 20 Jahren ehrenamtlich in verschiedenen Gremien. Ebenso lange besitzt er das Parteibuch der FDP. Zwischen 2001 und 2008 war er Büroleiter verschiedener FDP-Bundestagsabgeordneter in Berlin. Bis 2011 arbeitete er als Projektleiter bei einer Metzinger Werbeagentur. Seit 2012 verantwortet Florian Bauer die Öffentlichkeitsarbeit der Landes-FDP.

„Ich wollte weg, ich wollte was anderes sehen“, sagt Bauer zu seiner beruflichen Station in Berlin. Als Ansprechpartner habe er sich dort auch um ganz konkrete und lebensnahe Probleme gekümmert – und seine Lehren gezogen: „Politik muss für die Menschen da sein und nicht anders herum“, ist er überzeugt. Er mag daher das Unmittelbare und weniger abstrakte Debatten: „Ich wollte mich nirgendwo anders engagieren als in der Kommunalpolitik“, unterstreicht er. Seine Kandidatur habe er sich „nicht lange, aber gut“ überlegt. Sicher ist er, gemeinsam mit den Bürgern Positives schaffen zu können.

Etwa den Wegzug junger Familien nicht nur aufzuhalten, sondern diesen Trend umzudrehen. Nicht zuletzt auch, weil mit dem Verlust von Bürgern nicht nur Substanz, sondern auch Zuwendungen verloren gehen. Auf 300 000 Euro jährlich kommt Bauer in den vergangenen zehn Jahren. Viel für eine Gemeinde, in der weder Milch noch Honig fließe. Ausweisen will er so, möglichst schnell und unbürokratisch neue Bauplätze, ohne die Wiederbelebung der Ortsmitten, etwa durch Angebote der Nahversorgung, zu vernachlässigen.

„Ganz oben im Rathaus“ ansiedeln will er die Schaffung von Gewerbeflächen. „Super-zuvorkommend“ sollen künftig entsprechende Anträge behandelt werden. Sorgen will er so dafür, dass Arbeitsplätze im Ort erhalten bleiben und neue entstehen können.

Ein „Mega-Thema“ für ihn die Bildung. Er nimmt sich vor, auch durch Gespräche mit Eltern, für den Erhalt des mittleren Bildungsabschlusses in Würtingen zu kämpfen. Auf dem richtigen Weg wähnt er den Ausbau der U3-Betreuung, auch wenn es mitunter dazu gehöre, den Bürgern „reinen Wein“ einzuschenken. Ohnehin versteht er Bürgerbeteiligung nicht als Lippenbekenntnis, sondern als fortlaufenden Prozess: „Man muss das Gefühl haben, dass alle an einem Strang ziehen“, so sein Vorsatz. Er will für ein Klima sorgen, in dem gute Zukunftsideen auf allen Ebenen geschätzt und unterstützt werden: „Da lege ich mich auch mit Behörden an.“

Politischer Instinkt, Gestaltungswille und eine Zukunftsvision, das legt er in die Waagschale. Gleichwohl, das Blaue vom Himmel versprechen will er nicht: „Ich habe nicht für jedes Problem die Lösung, aber die Kraft, um mich um jedes Problem zu kümmern.“

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