Acht neue Gesichter in der Bewerberrunde

Die Riedericher haben eine echte Wahl: 14 Sitze gibts im neuen Gemeinderat zu vergeben - 19 Kandidaten wollen ins Kommunalparlament einziehen. Viele junge Frauen bewerben sich um ein Mandat.

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Viele neue Gesichter und fast so viele Frauen wie Männer. Zwei Listen, aber diesmal eine gemeinsame Vorstellungsrunde: Die Kandidaten für die Kommunalwahl in Riederich haben sich am Montag im Rathaus ihren Wählern präsentiert.

19 Anwärter sind es an der Zahl, darunter neun Frauen und zehn Männer. Die Bewerber verteilen sich auf zwei parteiunabhängige Listen - die "Bürger für Riederich" und die "Liste für Riederich".

Doch die noch bei der letzten Kommunalwahl im Jahr 2009 recht verhärteten Fronten zwischen den beiden Blöcken im Rat sind aufgeweicht. Gemeinsam wollen die Bewerber "für Riederich an einem Strang ziehen", betonen sie bei Gesprächen im Vorfeld.

Dafür stand, dass der langjährige, im Sommer aus dem Amt scheidende Gemeinderat Günter Gusenbauer die Runde im Rathaus moderierte. Gut 80 Bürger wollten ihre künftigen Interessenvertreter live erleben - und sie begegneten denn auch etlichen unbekannten Gesichtern in Sachen Riedericher Kommunalpolitik: Die bringen ein breites Spektrum an Berufen und Erfahrungswerten mit: Vom ehemaligen Kreisverwaltungsdirektor Herbert Schietinger (der sich laut Gemeindeordnung erst im Ruhestand um ein Mandat im Rat bewerben durfte) über die IT-Unternehmerin Gabriela Kleinknecht bis zur Elternbeiratsvorsitzenden an der Gutenbergschule, Katrin Hauser-Lorenz.

Außerdem bewerben sich die Office-Managerin Katrin da Rocha Pereira, der Diplom-Kaufmann Achim Gölz, die Steuerfachwirtin Bettina Löffler, der Werkzeugmachermeister Bernhard Mutsch und die Versicherungskauffrau Carolin Jurkic-Wolf um einen Sitz im Rat. Bunt gemischt auch ihre Themen - von der Kinderbetreuung bis zum Finanzmanagement.

Elf amtierende Riedericher Gemeinderäte - alle bis auf Günter Gusenbauer, Roland Knäuer und Reinhard Ackermann - treten zur Kommunalwahl nochmals an.

Sie stellten sich abschließend den Fragen des Publikums, diesmal übrigens ausschließlich zum Thema Verkehr: "Der Durchgangsverkehr durch Riederich nimmt immer mehr zu - was wollen sie dagegen tun", hakte etwa ein Bürger nach.

Das sei in den vergangenen Jahren immer wieder ein Thema im Gremium gewesen, erklärte Dietmar Hacker, Verkehrsexperte im Gemeinderat: "Riederich hat nun mal überregionalen Verkehr - das zu ändern, ist schwer, zumal die Zufahrt zur B 312 durch den Ort verläuft."

Mit Inseln und Blitzanlage habe die Verwaltung in den vergangenen Jahren versucht, Schnellfahrer zu bremsen, so Hacker, der eine Tempo 30-Lösung im Ort für kaum realistisch hält:"Das kriegen wir auf der Kreisstraße nicht genehmigt."

Einen Hoffnungschimmer sieht der Rat in der geplanten Ortsumfahrung Grafenberg: "Vielleicht wird Riederich für den Durchgangsverkehr unattraktiv, wenn die erst einmal da ist."

Wies denn in Riederich mit einer Haltestelle für den Zug auf der Strecke Stuttgart Tübingen aussieht, wollte derweil eine Frau wissen.

Die sei in Richtung Bempflingen schon angedacht, aber letztlich von der Bahn nie eingerichtet worden. "Gehofft haben wir darauf schon zu Alfred Barners Zeiten", sagte Dietmar Hackler, der bedauert, dass auch "die regionale Stadtbahn an Riederich vorbeifährt." Er regte statt dessen bessere Busverbindungen zu den Bahnhöfen nach Bempflingen und Metzingen an.

Ebenfalls von einigen Bürgern gewünscht: Eine direkte Anbindung von Riederich nach Reutlingen, obwohl die Busfahrt ein gute halbe Stunde dauert . "Vielleicht kann die Verwaltung Kontakt zur RSV (dem Reutlinger Stadtverkehr) aufnehmen", so Dietmar Hacker.

Gemeinderat: Die Kandidaten für Riederich

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