Abgesang auf die Esche

Bevor es im Riedericher Gemeinderat um den Bewirtschaftungsplan für den Gemeindewald ging, mussten Rat und Verwaltung erfahren, dass das Eschentriebsterben rascher vonstatten geht, als gedacht.

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Wenn man von der Esche absieht, ist im Riedericher Gemeindewald alles in Ordnung.  Foto: 

Schon beim Waldumgang im Sommer hatten Georg Kemmner vom Kreisforstamt Reutlingen und Revierförster Ulrich Notz vom Eschentriebsterben berichtet. Dabei handelt es sich nicht um ein regional begrenztes Vorkommen.

Durch Wind wird ein Pilz verteilt, und so konnte sich diese Erkrankung inzwischen landesweit verbreiten. Es betrifft Altbestände genauso wie Neupflanzungen. Bei größeren Bäumen wirkt sich das als Absterben der Kronen aus. Bei Jungpflanzen stirbt der Haupttrieb ab. Das Eschentriebsterben hatte beispielsweise zur Folge, dass am neuen Spielplatz auf dem Baldauf-Areal aus Sicherheitsgründen viele Eschen gefällt werden mussten. Nach bisherigem Wissensstand gibt es keine Möglichkeit, gegen das Eschentriebsterben vorzugehen.

Nun sagte Georg Kemmner, dass sich seit dem Waldumgang der Krankheitsverlauf beschleunigt hat. "Den Sommer über", so Kemmner, "hat es einen richtigen Schub gegeben, "bis in fünf Jahren wird es im Riedericher Gemeindewald wohl keine Eschen mehr geben." Der Riedericher Gemeindewald ist vom Eschensterben ganz besonders betroffen, denn der Eschenanteil am Gemeindewald liegt bei 20 Prozent. Das hat laut Georg Kemmner erhebliche Auswirkungen. Beispielsweise fällt natürlich Holz an von Eschen, die gefällt werden müssen. Zum einen werden noch nicht befallene gute Eschen geschlagen und auf den Markt gebracht. Stark befallene Bäume müssen ebenfalls aus dem Forst genommen werden. Und aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht müssen Eschen entlang von Wegen und Straßen gefällt werden. Ob dieser schlechten Nachrichten herrschte allseits Betroffenheit im Rat, vor allem, weil man nichts gegen das Eschentriebsterben unternehmen kann.

Gleichwohl hat der Gemeinderat den vorgeschlagenen Nutzungsplan für das nächste Jahr einstimmig gebilligt. Insgesamt ist vorgesehen, 430 Festmeter Holz zu schlagen. 70 Festmeter entfallen auf Nadelholz, 360 auf Laubholz. Im einzelnen teilt sich das wie folgt auf: Stammholz 140 Festmeter, Wertholz zehn, Brennholzpolter 160 Festmeter, Flächenlose liegend 30 und Flächenlose Astschlag 75 Festmeter; hinzu kommen noch 15 Festmeter unverwertbares Derbholz. Eingeschlagen wird in den Distrikten Lachenhau, Stelzer und Bildhau.

Zum Bewirtschaftungsplan gehört auch ein Kulturplan. So wird es Neupflanzungen auf einer Fläche von 1,2 Hektar geben, Kultursicherung auf einer Fläche von 0,3 Hektar. Darüber hinaus muss der Jungbestand gepflegt werden.

Viel Geld verdienen kann die Gemeinde Riederich mit ihrer Forstwirtschaft freilich nicht. Wenn man Einnahmen und Ausgaben miteinander verrechnet, bleibt im Jahr 2015 gerade mal ein Überschuss in Höhe von 5500 Euro übrig. Aber immerhin.

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