„Wer einmal hier war, der kommt immer wieder“

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Einem verhaltenen Auftakt am Samstag folgte beim Dorfhock in Gächingen ein guter Sonntag.  Foto: 

Wenn der Verkehr raus ist aus der Gächingen Ortsmitte, heißt das noch lange nicht, dass dort auch Ruhe herrscht. Im Gegenteil: Statt in Autos sitzen die Menschen dort ein Mal im Jahr an Biertischgarnituren und lassen es sich beim traditionellen Dorfhock gut gehen. Nicht anders war’s denn auch an diesem Wochenende trotz anfänglicher Startschwierigkeiten: Am Samstag floss der Besucherstrom zunächst schleppend, dann aber ließen sich die Gächinger und ihre Gäste das Feiern trotz des wenig sommerlichen Wetters nicht verderben. „Wir sind sehr zufrieden, das Zelt war am Abend voll“, berichtet Fritz Pettenon, Sprecher der Vereinsgemeinschaft. Und auch der Platz vor dem Rathaus und dem Feuerwehrmagazin war belebt, nachdem die Cocktailbar geöffnet hatte: „Da ist man kaum durchgekommen“, zieht Pettenon zufrieden Bilanz. Bei gerade mal elf Grad Außentemperatur keine Selbstverständlichkeit, aber die fünf verantwortlichen Vereine hatten vorgesorgt: Große Teile des Hockareals war überdacht. Viele Besucher tanzten sich auch warm zum Sound von DJ Joey im großen Zelt: „Der machte in erster Linie Musik für die jüngeren Besucher, die älteren verzogen sich mehr in die anderen Bereiche.“

Den einen oder anderen freien Platz hatte es am Auftakttag noch gegeben, gestern dagegen musste man bei idealem Hockwetter etwas länger nach einem suchen: Regen war weit und breit nicht in Sicht, die Temperaturen waren angenehm warm und nicht zu heiß. Die Veranstaltung lebt vor allem auch von einem zufriedenen Stammpublikum, das zum Teil eine weiter Anfahrt aus dem Großraum Stuttgart auf sich nimmt: „Wer einmal hier war, der kommt immer wieder“, weiß Fritz Pettenon aus Erfahrung. Die Gächinger würden vor allem durch ihre Qualität sowie dem Preis-Leistungs-Verhältnis punkten: Die Speisen sind frisch und weitgehend selbst gemacht, das gilt vor allem für das Kesselfleisch mit Sauerkraut und die Köstlichkeiten aus dem Backhaus – Brot, Zwiebel- und Scherrkuchen sind der absolute Renner, viele Besucher nehmen sich die Produkte sogar mit nach Hause. Für die Backfrauen ist’s viel Arbeit, die Öfen werden rund um die Uhr geschürt.

Damit dies überhaupt möglich ist, werden die Büschele bereits im April von den Mitgliedern der Ortsvereine gemacht und bis zum Hock gelagert. Trotzdem wird immer nach neuen Attraktionen gesucht, im Jahr des 200-jährigen Bestehens des Fahrrads war’s ein E-Bike-Parcours. Der Gottesdienst im Zelt am Sonntag gehört dagegen schon zur Tradition.

Veranstaltet wird der Hock von dem Verein für Motorsport und Freizeit, dem Schützenverein, dem Sportverein und der Freiwilligen Feuerwehr sowie dem Albverein, dem der diesjährige Chef-Organisator Fritz Pettenon angehört.

Jeder Verein hat seinen Bereich, die Schützen sind beispielsweise für den Einkauf verantwortlich, und die Feuerwehr kümmert sich um die Getränke. „Unser Zusammenhalt ist sehr gut“, freut sich Albvereinler Pettenon über die für Gächingen ideale Hocklösung. „Jeder Verein ist zufrieden, es funktioniert alles wunderbar.“ Es wird in einen Topf gewirtschaftet und der Erlös dann durch fünf geteilt – unabhängig von der Zahl der Helfer. „Das würde auch nicht gehen, weil viele Gächinger ja in mehreren Vereinen Mitglied sind.“

Jung und Alt brachten sich als Bedienung oder Spüler, Bierzapfer, Grillmeister oder in einer anderen Funktion ein. „Wenn man sie braucht, ist die Jugend dabei“, lobt Pettenon die jungen Dorfbewohner.

Doch das täusche nicht über die allgemeine Lage für die Vereine hinweg: „Die befinden sich in einer schwierigen Phase.“ Doch wenn die Dorfgemeinschaft ruft, sind die Gächinger generationenübergreifend beim Hock im Einsatz.

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