Von der Alb in die Welt

Seit 25 Jahren steht die Weinmann Holzbausystemtechnik GmbH für innovativen Maschinenbau. Anlässlich des Jubiläums wird nun gefeiert und auf die Firmenentwicklung zurückgeblickt.

JAN ZAWADIL |

Den Namen Weinmann verbinden die St. Johanner ganz selbstverständlich mit der Weinmann Holzbausystemtechnik GmbH. Denn in den 25 Jahren seines Bestehens hat sich das Unternehmen nicht nur einen hervorragenden Namen mit dem Bau von Maschinen für den Fertigholzhausbau geschaffen. Längst ist die Firma mit ihren 175 Mitarbeitern auch großer Arbeitgeber in der Gemeinde.

Vor 25 Jahren begann jedoch alles viel kleiner. Damals firmierte der Gründer und heutige Geschäftsführer Karl Weinmann mit seinem Konstruktionsbüro nämlich noch unter "Weinmann und Partner" und legte mit der entwickelten NC-gesteuerten Palettennagelanlage, mit der sich auch Sondergrößen fertigen ließen, den Grundstein des heutigen Erfolgs. Während von der technischen Innovation bis 1990 insgesamt 300 Anlagen verkauft wurden, machte die damals neue Verpackungsverordnung aus dem Jahr 1989 ein Umdenken beziehungsweise eine nochmalige Erweiterung des Produktprogramms bei dem Maschinenbauspezialisten notwendig. Hat die Neuregelung laut Karl Weinmann doch zu einer Verunsicherung unter den Kunden und einem Einbruch auf dem Palettenmarkt geführt.

Dabei entpuppte sich die vermeintliche Krise als Chance. Denn mit der Entwicklung so genannter intelligenter Handhabungsanlagen für unterschiedliche Anwendungen samt PC-Steuerung ging es weiter bergauf. Im Jahr 1993 folgte die erste Anlage zur automatischen Wand- und Giebelfertigung für Schwörerhaus in Hohenstein. "Das war für uns ein Quantensprung", erklärt Karl Weinmann rückblickend und ergänzt, dass damit der Einstieg in eine neue Materie und den Holzhausbau getan war. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda habe sich der Name Weinmann weiter herumgesprochen. Weshalb das Lonsinger Unternehmen bald Anlagen für alle Anbieter baute.

Mit den gestiegenen Auftragsvolumina wuchs gleichzeitig der Standort in dem St. Johanner Teilort. 1995 wurde eine neue Produktionshalle gebaut. Der Auftrag für die Realisierung der modernsten Fertighausproduktion Europas für das Steinheimer Unternehmen Ex-Norm schien deshalb nur logische Konsequenz zu sein.

Seinen Umsatz generierte Weinmann damals noch zu 85 Prozent in Deutschland. Der Rest verteilte sich auf das nahe gelegene europäische Ausland. Der endgültige Durchbruch gelang 1998 mit dem Einstieg der Homag-Gruppe, die bis heute 51 Prozent an der Weinmann Holzbausystemtechnik GmbH hält. Die übrigen 49 Prozent sind unter den beiden Geschäftsführern Karl Weinmann und Hansbert Ott sowie dem heutigen Prokuristen Alfred Schlegel, der sich aus gesundheitlichen Gründen aus der Geschäftsführung zurückgezogen hat, aufgeteilt.

Mit der Homag-Beteiligung stand dem Unternehmen der Weltmarkt offen. Konnte Weinmann doch das Vertriebsnetz der weltweit agierenden Gruppe nutzen und sich damit an die Spitze katapultieren. Weinmann-Maschinen für den Holz- und Fertighausbau sind deshalb in aller Welt zu finden. Und das hat sich letztlich auch auf das Betriebsergebnis ausgewirkt. Schließlich erwirtschaftete die Lonsinger Gesellschaft in 2008 einen Umsatz von 40 Millionen Euro.

Einen Dämpfer erlebte das Unternehmen hingegen mit der Finanz- und Wirtschaftskrise. "50 Prozent", erklärt Karl Weinmann, seien im vergangenen Jahr weggebrochen. Trotzdem soll bereits im laufenden Geschäftsjahr das Niveau von 2006 wieder erreicht werden.

Dennoch: "Wir haben es ohne rote Zahlen und ohne Entlassungen geschafft", sagt der Geschäftsführer. Wobei das einerseits die Kurzarbeit und die Bereitschaft der Mitarbeiter, diesen Weg mitzugehen, möglich gemacht habe. Andererseits hätten die Geschäftsführer rechtzeitig bemerkt, dass das Geld knapper werde.

Nachdem es nun wieder bergauf geht, lässt sich auch das Jubiläum zum 25-jährigen Bestehen unbeschwerter feiern. Neben dem Fest für geladene Gäste Ende kommender Woche, lädt das Unternehmen deshalb morgen von 11 bis 17 Uhr zum Tag der offenen Tür in die Forchenstraße 50 in Lonsingen ein. Auf dem Programm steht neben Werksbesichtigung und Maschinenvorführungen deshalb allerlei Kulinarisches sowie ein vielseitiges Kinderprogramm.

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