Mit Sparen gewinnen

Neckartenzlingen.  Der Klimaschutzwettbewerb "Klima & Co" ging 2010 in eine neue Runde. Deutschlands höchstdotierter Klimaschutzwettbewerb für Schulen vergab 200 000 Euro für die besten Umweltideen.

Unter den besten Schulen Deutschlands ist auch das Schulzentrum in Neckartenzlingen, das seine innovativen Ideen und sinnvollen Maßnahmen zur CO2-Senkung bei der Preisverleihung in Berlin vorstellte und für sein Engagement belohnt wurde.

Der Wettbewerb "Klima & Co" fand bereits zum zweiten Mal unter der Organisation der Deutschen BP AG und dem Zeitbild Verlag statt, und zeichnete erneut herausragende Klimaschutzkonzepte von Schulen in ganz Deutschland aus.

Unter der Schirmherrschaft des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) traten die besten dreizehn Schulen aus dem gesamten Bundesgebiet mit ihren CO2-Sparkonzepten an und präsentierten ihre Konzepte am Montag in Berlin einer Jury.

Die Aufgabe lautete, mit einer virtuellen Summe von 50 000 Euro in die Bereiche Energieeinsparung, Einsatz erneuerbarer Energien und nachhaltige Mobilität zu investieren und damit den CO2-Ausstoß der Schule nachhaltig zu senken. Mit den Preisgeldern, welche zu einer Hälfte vom BMU und zur anderen Hälfte von der Deutschen BP AG gestiftet wurden, können die Konzepte dann an den Schulen umgesetzt werden.

Über 200 Schulen bewarben sich um eine Teilnahme. Als eine von dreizehn Schulen konnte das Schulzentrum Neckartenzlingen überzeugen und wurde zum Finale nach Berlin eingeladen. Das vielfältige und originelle Konzept der Neckartenzlinger Solarteams legte seinen Schwerpunkt zum einen auf die Erzeugung aber auch auf die Einsparung von Energie. Die Schüler und ihre Begleitlehrer Tobias Kluftinger-Verdong und Albrecht Raupp stellten ein Prinzip vor, mit welchem sich die Prinzipien Ökonomie und Ökologie ideal vereinbaren lassen.

Die Maßnahmen reichten vom Austausch der Lampen und Strahler im Schulgebäude bis zum Bau einer Holzhackschnitzelanlage, welche das Heizen mit nachwachsenden Rohstoffen ermöglicht. Ein Grundpfeiler war außerdem die effektive Einbindung und die Zusammenarbeit mit allen Schülern und Lehrern sowie mit der Gemeinde.

"Wir machen Zukunft!", lautete der Slogan der zehn Schüler, die stellvertretend für das gesamte Team in Berlin ihr Projekt vorstellten. Klimaschutz in Zeiten der Wirtschaftskrise? Für die Neckartenzlinger selbstverständlich, da "ökologisches Handeln ein ökonomisches Gebot" sei. Ob das Wechsel zu grünem Strom, der Bau einer weiteren Photovoltaikanlage oder die Aufforstung nahe des Schulgebäudes - um den CO2-Ausstoß der Schule nachhaltig zu senken, wurden keine Mühen gescheut.

Mit allen Maßnahmen sieht das Konzept insgesamt eine immense Reduzierung des CO2-Verbrauchs am Schulzentrum Neckartenzlingen von über 80 Prozent vor, was einer CO2-Menge von 922 Tonnen entspricht.

Zwar konnte das Team trotz der zweitgrößten CO2-Einsparung keines der Hauptpreisgelder im Wert vom 50 000, 30 000 und 20 000 Euro erringen, doch der Wettbewerb sah für alle restlichen Finalisten ein Preisgeld in Höhe von 10 000 Euro vor. Diese Anerkennung freut die Schüler und lässt sie hochmotiviert an die Arbeit gehen. Denn "die Klimafrage kann nicht warten, bis die Politik sich bewegt!", so Kluftinger-Verdong. "Wir machen den ersten Schritt in eine umweltfreundlichere Welt." Olaf Bandt, Direktor für Politik und Kommunikation beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und Juror des Wettbewerbs lobte die "tolle Veranstaltung" und vor allem den motivierten Einsatz der Schüler.

Die Tatsache, dass dieser Klimaschutzwettbewerb ausgerechnet von einem Öl- und Energieunternehmen, nämlich der Deutschen BP AG, ausgerichtet wird, sieht Bandt eher als Chance, damit "Schüler und Umweltverbände sehen, dass es auch anders geht und dass es auf jedes Engagement ankommt." Der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens selbst, Dr. Uwe Franke, will Jugendliche, "die in der Welt von morgen leben tatkräftig bei ihren Klimaschutzmaßnahmen unterstützen.

Aus Sicht von BP ist der notwendige Aufbruch in ein neues Energiezeitalter mit den Schwerpunkten möglichst CO2-armer Energieversorgung und Klimaschutz eine der zentralen Herausforderungen unseres Jahrhunderts."


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