Kultiges rund ums Ovale

Erpfingen.  Ein Thron fürs Ei: Über die Dauerausstellung hinaus sind nun "kultige Eierbecher" zu sehen. Und der Künstlermarkt geht noch bis zum 5. April.

Weit über 6000 Exponate rund ums Thema Ei haben Museumsleiterin Anna Barkefeld und ihr Team bereits beisammen. Und damit gehört das Ostereimuseum im kleinen Erpfingen auf der Schwäbischen Alb mutmaßlich zu den größten Ausstellungsorten dieser Art auf der ganzen Welt.

"Natürlich geht es nicht, alles auf einmal zu zeigen", sagt Barkefeld, die aber gerne aus dem Vollen schöpft - und immer wieder neue Themenschwerpunkte setzt. So gibt es im ehemaligen Schulhaus in der Steigstraße 8 auch eine Vitrine mit den bisherigen Publikumsrennern. Außerdem wurden nach und nach exklusive Objekte der 2004 erworbenen "Berner Sammlung" in die Dauerausstellung integriert. Insgesamt kamen aus der Schweiz 1685 Exponate, davon 1600 Ostereier.

Und noch bis zum 5. April kann zahlreichen Künstlern dabei zugeschaut werden, wie sie ihre Eier verzieren, Kunst, die natürlich gleich vor Ort erworben werden kann. Damit nicht genug: Zusammen mit einem großen Bild, das die Grafikerin und Designerin Christa Klebor eigens zu ihrer Sonderschau gemalt hat, werden viele schöne Stücke aus der privaten Sammlung von Anna Barkefeld am 28. März versteigert. Der Erlös kommt der recht regen Kinder- und Jugendarbeit des Museums zugute. Die Auktion beginnt um 15 Uhr im Haus des Gastes.

"Standbein fürs Oval - kultige Eierbecher" heißt die Sonderschau von Christa Klebor, die noch bis Pfingstmontag zu sehen ist. Die Stuttgarterin, die an keinem Flohmarkt vorbeigeht, ohne nach Eierbechern zu schauen, hat überdies die Kulturgeschichte der Frühstücks-Behältnisse erforscht.

Schon im alten Pompeji fanden sich Mosaiken, auf denen Abbildungen der Becher zu sehen sind. Der europäische Adel veredelte dieselben ab dem 17. Jahrhundert. Und auch Napoleon Bonaparte III. löffelte seine Eier aus einem goldverzierten Porzellan-Becher, der eines der Highlights in der Erpfinger Sonderschau ist. Seit 1997 leitet die Kunsthistorikerin Barkefeld das Ostereimuseum - und in der Zeit sind zahlreiche neue Themenbereiche entstanden. Ein Schwerpunkt der Dauerausstellung beschäftigt sich mit der ovalen Kunst in Ländern Mittel- und Osteuropas. Auch werden anhand originaler Schauobjekte Geschichten erzählt, so auch von Reinhild Massey, die speziell für Sonnenbühl ("Bärenhöhle") eine Serie Eier mit den Motiven Sonne und Bär entworfen hat.

Info

Das Osterei-Museum in Sonnenbühl-Erpfingen ist bis 24. Mai von Dienstag bis Samstag von 10 bis 17 Uhr geöffnet, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 17 Uhr. Danach folgt dann eine weitere Sonderschau. Infos unter Telefon: (07128) 774.


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Autor: JÜRGEN HERDIN | 13.03.2010

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