Im Glauben fest

Hülben.  Nach dem Kirchweihsonntag treffen sich altpietistische Christen aus weitem Umkreis in der Kirche in Hülben zur Montagsstunde. Auch in diesem Jahr kamen mehrere hundert Gläubige auf die Alb.

Immer am Montag nach Kirchweih, dem dritten Sonntag im Oktober, wird in Hülben Kirchweih-Stunde gehalten. Aus ganz Württemberg reisen die Gläubigen an, manche kommen sogar im Bus. In der voll besetzten Kirche machten sich gestern 15 Theologen und Laien, 14 Männer und eine Frau, daran, einen Bibeltext auszulegen. In diesem Jahr war Psalm 32, vom Bekenntnis und der Vergebung der Sünden, Thema. Jeder Redner interpretierte einen Gedanken des als Lehrgedicht betitelten Psalms, in dem es um den Umgang jedes Einzelnen mit seinen Sünden und um mögliche Vergebung geht.

Entstanden ist die Tradition der Kirchweihstunde vor rund 150 Jahren. Nach dem Fest zur Kirchweih am dritten Sonntag im Oktober wurde auch der Montag von den Bürgern noch zum Feiern und zu Ausschweifungen genutzt. Um dieser Unsitte entgegen zu wirken, wurde am Montag die Kirchweihstunde eingeführt. Zunächst gab es zum Mittag eine Suppe, dann die Andacht und anschließend wurde Kaffee getrunken. Bis heute wird an dieser Tradition festgehalten, wenn auch ohne Suppe. Das Lernlied und den Psalm für 2012 konnte nach Ende des Gottesdienstes bereits mitgenommen werden. In Hülben eingeführt hat die Montagsstunde nach der Kirchweih ein Mitglied aus der langen Schulmeister-Reihe der Familie Kullen. Viele Generationen waren in Hülben als Lehrer tätig und fest in der pietistischen Tradition verankert. Heute nehmen rund 40 Hülbener während des Jahres an den regelmäßigen Treffen der altpietistischen Gemeinschaft teil.


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Autor: GUDRUN SCHMIED | 18.10.2011

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