Eine Schule für Vorleser
Riederich/Metzingen. Geschichten sind Schätze. Sie öffnen Türen in fremde Welten, sind die Erfüllungsgehilfen der Fantasie. Gerade Vorleser machen Reisen in fremde Welten möglich - für Lesepaten gibts jetzt ein Seminar in Riederich.
Vorlesen ist eine Kunst. Nicht jeder vermag sein Publikum zu fesseln - und jede Geschichte verliert, wenn die Betonung auf den falschen Wörtern liegt. Dabei ist das Vorlesen nicht nur für Kinder wichtig, auch Erwachsene lassen sich gerne mitnehmen in die Welt der Literatur. Davon ist Sabine Leukert, die Leiterin der Riedericher Gemeindebibliothek überzeugt. In ihrer Bücherei gibts bereits etliche Vorleser, die Kinder und Jugendliche um sich scharen. Ebenso ist das bei der Familienbildungsarbeit (Fba) der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Metzingen der Fall, die in Sachen Vorlesen mit der Metzinger Stadtbücherei kooperiert.
Um Vorleser zu schulen, ziehen jetzt erstmals beide Einrichtungen an einem Strang: Am Freitag, 18. Februar, bieten sie erstmals zwei Seminare für Lesepaten, und zwar gemeinsam mit einem dritten Partner, der Volkshochschule Riederich. Für Vorleser, die Ausdruck und Atemtechnik schulen, die Betonung verbessern oder schlicht Hilfe bei der Auswahl der Literatur benötigen, sei diese Fortbildung die richtige Adresse, sagen die Initiatorinnen. Als Referentin haben Heidemarie Prax (Familienbildungsarbeit), Johanna Kruppa (Volkshochschule Riederich) und Sabine Leukert (Bücherei) die gelernte Buchhändlerin Barbara Knieling gewonnen.
Die Rezensentin für Kinder- und Jugendliteratur ist seit 2001 als Fortbildungsreferentin für Leseförderung tätig. Sie gibt Workshops für Schülerlesepaten an Grund- und Hauptschulen und bildet Lehrer und Erzieher weiter.
In ihren Seminaren gibt Barbara Knieling unter anderem Tipps für eine lesefreundliche Atmosphäre und das "Rahmenprogramm" für und nach der Lesestunde.
Projekte mit Lesepaten haben in den vergangenen Jahren immer mehr an Beliebtheit gewonnen, sagen Heidemarie Prax und Sabine Leukert. In Bad Urach etwa haben sie längst Tradition. Bei der Metzinger Fba zeichnen meist Pädagoginnen im Ruhestand fürs Vorlesen verantwortlich - in der Riedericher Bibliothek ists eine bunte Mischung aus Eltern, Jugendlichen und sonstigen Literatur-Enthusiasten. Für Kinder gibt es in der Riedericher Bücherei die "Lesestrolche" (jeden ersten Mittwoch im Monat) und für Jugendliche die Bücherkiste (jeden zweiten Donnerstag im Monat).
Das Vorlesen ist aber nicht nur eine Sache für junge Literatur-Fans, betont VHS-Leiterin Johanna Kruppa. "Lesepaten braucht man auch im Altenheim und im Krankenhaus."
Insofern ist die Schule für Vorleser auch ein soziales Projekt.
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Autor: CHRISTINA HÖLZ | 04.02.2011
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Sie trommeln fürs Vorlesen und veranstalten Kurse für Lesepaten (v.links): Heidemarie Prax (Fba Metzingen), Johanna Kruppa, Leiterin der VHS Riederich, Sabine Leukert und Marion Schweikardt (Bücherei Riederich). Foto: Christina Hölz
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