Ein Magnet für die Geselligkeit

Hülben.  Die Schempp-Wiese an der Hülbener Ortsdurchfahrt verändert sich weiter: Den Platz sollen künftig eine Boule-Bahn und eine Blumenwiese schmücken, ebenso entsteht ein Heim für Wildbienen.

Eine mehr oder weniger ansehnlichen Brachfläche an der Ortsdurchfahrt hat sich im vergangenen Jahr zu einem allseits beachteten Treffpunkt für die Hülbener entwickelt. Die Ideen für die Gestaltung des Platzes entwickelte die Gruppe Ortsmitte des Runden Tisches, Unterstützung kam aus dem Gemeinderat und von der Verwaltung.

Nachdem die Hülbener das Ende des ersten Bauabschnitts im Oktober mit einem Fest begingen, legte die Gruppe Ortsmitte am Dienstag ihre Pläne für den zweiten Schritt vor. Gedacht ist unter anderem daran, eine Boule-Bahn anzulegen, wie Antje Landgraf, die Sprecherin der Gruppe, ausführte. Die Schempp-Wiese, sagt sie, solle sich noch stärker zur Stätte der Begegnung entwickeln. Die bereits bestehenden Sitzgelegenheiten trügen dazu zwar schon ihren Teil bei, mit Hilfe einer Boule-Bahn könne sich diese Magnetwirkung indessen noch verstärken. "Boule wird von allen Generationen gern gespielt", sagt Landgraf. Die Kugeln passten in jedes Handgepäck, zudem könnten auswärtige Vereine nach Hülben eingeladen werden, was wiederum den Bekannheitsgrad der Gemeinde steigere.

Nach dem erfolgreichen Projekt "Überflieger mit Bodenhaftung" soll die Jugend auch bei der Gestaltung der Schempp-Wiese einbezogen werden. Damit lassen sich zudem die Aktivitäten der Gruppen Soziales Netz und Ortsmitte des Runden Tisches verknüpfen. Die von Burkhardt Röcker entwickelte Idee, gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen Wildbienenhäuser zu bauen, fand deswegen allgemeine Zustimmung. Vor den Tieren braucht sich im übrigen niemand fürchten, wie Jugendreferentin Tanja Keppler im Gemeinderat ausführte. Wildbienen leben in der Regel allein, sind nicht aggressiv und ziehen den Rückzug einem Angriff vor. Am Projekt beteiligt sich auch der Obst- und Gartenbauverein. Er hilft bei der Auswahl der Stauden, die später auf der Schempp-Wiese gedeihen. Dabei ist Detailkenntnis von Nöten, weil Wildbienen spezielle Gewächse bevorzugen.

Nachdem der Verein für Natur- und Umweltschutz bereits im vergangenen Jahr eine Eiche für den Platz gespendet hatte, möchte er nun als Ergänzung eine Gedenktafel stiften. Die Tafel soll auf den Zusammenhang zwischen der Baumspende und dem Wirken von Professor Hans Schwenkel hinweisen. Die Gruppe Ortsmitte schlägt zu diesem Zweck vor, eine Natursteinstele in der Nähe der Eiche aufzustellen und daran eine Tafel aus Bronzeguss anzubringen. Gleichzeitig soll das Ensemble vermittels Bodenstrahler beleuchtet werden, die dafür notwendigen Leerrohre sind bereits verlegt.

In einem weiteren Vorschlag regt die Gruppe an, auf der Schempp-Wiese wechselnde Themenausstellungen zu organisieren. Willkommen sind Hobbykünstler ebenso wie Handwerker, Jugendliche oder Schulklassen. Seinen Abschluss soll das Projekt Schempp-Wiese im Juni erhalten. Dann begeht die Region wieder die Biosphärenwoche. Dazu wollen die Hülbener mit der Einweihung des neu gestalteten Areals einen Programmpunkt beisteuern. Im Rahmen des Festaktes erhält die Schempp-Wiese dann auch einen neuen Namen: Das Gelände heißt künftig "Prof.-Dr.-Hans-Schwenkel-Platz". Damit, sagt Antje Landgraf, möchten die Verantwortlichen zum einen die Verdienste von Professor Schwenkel würdigen und zum anderen ein Stück Heimatverbundenheit ausdrücken.

Die Vorschläge der Gruppe Ortsmitte nahm der Gemeinderat am Dienstag begeistert auf. Helga Buck sprach in Zusammenhang mit dem Wildbienenhaus von einer "genialen Idee". Christine Haible gefiel, dass auf dem Platz zwar Vielerlei entsteht, das Areal aber dennoch nicht überladen wirke. Für das Wildbienenhaus stellen die Initiatoren einen Förderantrag beim Plenum-Projekt, in der begründeten Hoffnung Geld zu erhalten. Für die Boule-Bahn rechnet die Gruppe mit Kosten in Höhe von 4500 Euro. Nachdem aus dem Budget für die Platzgestaltung noch Geld übrig ist, muss die Gemeinde dieses Jahr noch 2800 Euro zuschießen.


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Autor: REGINE LOTTERER | 09.02.2012

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