50 Jahre handgemachte Musik

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    Das aktuelle erste Akkordeonorchester des Harmonikaorchesters Grafenberg in schöner Pose. Foto: 
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    Christel Arnold freut sich über die Beliebtheit des Harmonikaorchesters auch außehalb Grafenbergs. Foto: 
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Vor 50 Jahren  wurde der Verein Harmonikaorchester Grafenberg gegründet. Bereits ein Jahr darauf gab’s das erste Frühjahrskonzert, wenn auch unter der Beteiligung des Metzinger Orchesters. In den 1960er Jahren hat es im Ort bereits Akkordeonunterricht gegeben unter fachkundiger musikalischer Leitung,  doch viele sahen die Notwendigkeit der Vereinsgründung, damit das Orchester auch öffentlich auftreten konnte.

Mittlerweile sprechen die Erfolge des Harmonikaorchesters Grafenberg für sich. Der Verein hat insgesamt 153 Mitglieder, wovon 42 aktiv sind. Allein 19 junge Menschen befinden sich in Ausbildung, acht spielen im Jugendorchester „Green Fire“. Geführt wird der Verein von einer gleichberechtigten Doppelspitze, Stefanie Lenz und Christel Arnold, mit der wir über den Verein Harmonikaorchester gesprochen haben.

Frau Arnold, sie führen das Harmonikaorchester zusammen mit Stefanie Lenz. Wer hat denn nun das Sagen von ihnen beiden?

Wir sind beide absolut gleichberechtigt. Und dann gibt es ja auch noch den Ausschuss.

Sie sind beide seit Kindertagen im Verein. Hat das eine besondere Bedeutung für Sie?

Ich glaube schon, dass uns das enger an den Verein bindet. Der emotionale Aspekt spielt da schon eine Rolle. Wir sind sozusagen Eigengewächse.

Wie kam es im Jahr 1967 zur Gründung des Vereins?

Es gab schon davor Akkordeonunterricht im Ort durch eine musikalische Leitung. Irgendwann haben sich dann einige der Beteiligten gesagt, man sollte einen Verein gründen, sozusagen als Grundlage dafür, dass das Orchester öffentlich auftreten konnte.

Wie groß war denn das Harmonikaorchester am Anfang, wie viele Musiker umfasste es?

Das wissen wir gar nicht so genau.1968 waren es 47 Mitglieder.

Was ist der Zweck des Vereins?

An erster Stelle steht natürlich das gemeinsame Musizieren. Aber auch der gesellige Aspekt sollte nicht zu kurz kommen.

Was für Unternehmungen fallen unter diesen Gesichtspunkt?

Zur Weihnachtsfeier im Jahr 1971 hatten wir beispielsweise eine vereinseigene Theatergruppe, die dort aufgetreten ist. Selbstredend gehören Ausflüge und Ausfahrten dazu. Zwei Mal  machten wir bereits Ausflüge zu Grafenbergs französischer Partnerstadt Puiseux-en-France, 1977 und 2000.

Wenn Sie zurückblicken, welche Höhepunkte fallen Ihnen noch ein?

Da war beispielsweise die erfolgreiche Teilnahme am Wertungsspiel des vierten Internationalen Akkordeon- und Mundharmonikafestivals 1992 in Innsbruck mit dem Stück „Vier Aquarelle“.

Und wie erfolgreich waren Sie dabei?

Das Orchester hat prima abgeschnitten mit der Note „ausgezeichnet“. Drei Jahre später konnten wir das wiederholen. Mit dem Stück „Schwäbische Skizzen“  erreichte das Orchester erneut das Prädikat „ausgezeichnet“.

Was ist das Besondere an dem Festival in Innsbruck?

Zum einen findet es nur alle drei Jahre statt, und es nehmen Orchester aus der ganzen Welt daran teil. Außerdem ist das musikalische Niveau dort sehr hoch.

Für die 750-Jahr-Feier der Gemeinde Grafenberg  im Jahr 1996 hat sich der Verein etwas Besonderes einfallen lassen.

Richtig. Wir haben mit dem Südwestfunk ein Lied aufgenommen, das dann zur 750-Jahr-Feier im Radio ausgestrahlt wurde.

Seit einigen Jahren erlebt das Akkordeon eine Wiedergeburt. Wie erklären Sie sich das?

Die Generation an Musikern, die jetzt in ihrer Blüte steht, kommt aus einer Zeit, wo es noch keine Handys gab, so konnte man sich auf anderes konzentrieren. Einige eben auf das Akkordeon.

Doch wieso ausgerechnet das Akkordeon?

Was dieses Instrument meiner Meinung nach attraktiv macht ist, dass man es auch ohne Begleitung spielen kann. Es kann sogar problemlos am Lagerfeuer eingesetzt werden.

Als Vorsitzende des Harmonikaorchesters Grafenberg muss Sie der Aufschwung  ja freuen?

Selbstverständlich freue ich mich darüber.  Und seit dem Dirigentenwechsel hin zu Kerstin Maurer, ist das Interesse am Harmonikaorchester noch weiter gestiegen.

Welche Ziele verfolgen Sie als Vorsitzende mit dem Verein Harmonikaorchester Grafenberg?

Wir wollen vor allem noch mehr Kinder und Jugendliche für das Akkordeon und den Verein gewinnen, obwohl wir im Moment im Nachwuchsbereich ganz gut aufgestellt sind.

Was steckt dahinter?

Ganz einfach, es sollte in einigen Jahren keinen Einbruch im Hauptorchester geben.

Was wünschen Sie sich noch?

Wir möchten, dass es so weiterläuft wie zurzeit. Wir möchten handgemachte Musik unter Leute bringen.

Das hört sich aber relativ bescheiden an.

Da bin ich anderer Meinung. Das musikalische Niveau zu halten, ist eine anspruchsvolle Aufgabe.

Im Jubiläumsjahr des Harmonikaorchesters Grafenberg wird es noch einige Konzerte geben.

Am kommenden Samstag, 24. Juni, gibt es ab 20 Uhr in der Rienzbühlhalle den Auftritt der Stuttgarter Vokal-Gruppe Pepper & Salt. Seit Jahren begeistert die Gruppe ihr Publikum mit unverwechselbarem schwäbischem Humor und starker Vokalmusik. Mit ihrem neuen Programm „Sengsalabem“ bringen sie ihr Publikum zum Schmunzeln. Karten im Vorverkauf gibt es im Tankstüble Grafenberg, bei der VR Bank Hohenneuffen-Teck in Grafenberg sowie bei der Kreissparkasse. Unter hografenberg@gmx.de können Karten reserviert werden.

Am Samstag, 8. Juli, gibt es ein Schülervorspiel für Eltern ebenfalls in der Rienzbühlhalle.

Die Jubiläumsfeier, steigt schließlich am Samstag, 11. November, unter Mitwirkung aller Akkordeongruppen des Vereins sowie des Musikvereins Grafenberg und des Gesangvereins.  Auch das ist in der Rienzbühlhalle.

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