2,58 Millionen Euro fürs Rathaus

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Von außen ein schmuckes Gebäude, innen in die Jahre gekommen und der Nutzung nicht mehr angepasst: Das Hülbener Rathaus soll nach 30 Jahren saniert werden.  Foto: 

Die Zahl scheint ihren Schrecken für die Hülbener und ihre Gemeinderäte noch nicht verloren zu haben. Das zeigten die vielen besetzten Stühle im Sitzungssaal, auf denen nicht nur die Mitarbeiter der Verwaltung Platz genommen hatten, sondern auch die Einwohner, darunter Altbürgermeister Hans Notter. 2,58 Millionen Euro stehen unter der Kostenrechnung der Rathaussanierung von Planer Thorismuth Gaiser.  Es ist ein Batzen Geld, der aber, soweit ist sich das Gremium einig, nicht in einen Neubau, sondern in das bestehende Rathaus investiert werden soll. Einig sind sie sich auch darin, dass schnellstmöglich das Einwohnermeldeamt und das Standesamt ins Erdgeschoss ziehen und ein Bürgerbüro bilden sollen. „Wir müssen das Bürgerbüro schnell einrichten“, betonte Jochen Dümmel. Dann aber gehen die Meinungen auseinander.

Von außen betrachtet, sagt Bürgermeister Siegmund Ganser, gebe es vermutlich kein Verständnis für die Sanierung. Immerhin schaut das Rathaus für seine 30 Jahre noch sehr schmuck aus. Innen aber ist es alt, das Mobiliar und die Heizung gehören erneuert, die Räume im Erdgeschoss stehen leer, es gibt keinen Datenschutz in den Büros, der Zugang zum Rathaus ist schwierig, die Parksituation ebenfalls, zählte Ganser einige Probleme auf.

Sanierung in Modulen

Neun Module hat das Architektenbüro Riehle und Assozierte ausgearbeitet, mit denen das Rathaus Schritt für Schritt modernisiert werden soll.  Noch handelt es sich um eine Konzeptstudie, in der aufgezeigt wurde, was in welchem Maße für wie viel Geld im und am Rathaus in den kommenden zehn Jahren saniert werden muss. In der Planung können die Gemeinderäte jeden Schritt einzeln entscheiden – und das wollen sie auch. „Wir müssen die Module grundsätzlich besprechen“, betonte Jochen Dümmel. Er sieht in der Planung noch Potenzial die Kosten zu überprüfen, um von dem hohen Betrag herunterzukommen. Peter Jaeger will mehr Alternativen in der Planung sehen, die ihm deutlich zu teuer ist. Einen Vorschlag hatte Ganser: Die Gemeinderatssitzungen künftig im Bürgersaal abzuhalten und dem Musikverein den Sitzungssaal für die Proben zu überlassen. Das würde Kosten sparen und es könnten mehr Bürger zu den Sitzungen kommen, da der Saal barrierefrei ist.

Das ist einer der strittigen Punkte. Die Barrierefreiheit sehen beispielsweise Dümmel und Rolf Christner mit dem Bürgerbüro im Erdgeschoss abgegolten. Ein großer Diskussionspunkt ist der Aufzug: außen, innen oder gar nicht? Die Debatte konnte Ganser nicht nachvollziehen. Man sei Teil eines inklusiven Landkreises, an den Kosten sollte man das Thema nicht festmachen: „Wir diskutieren, wie elementar das Gebäude für die Gemeinde ist, und dann soll für ein paar Euro weniger der Aufzug außen dran?“ Er erklärte außerdem, dass Hülben kein klassisches Bürgerbüro bekomme. Alles was mit Finanzen, Kinderbetreuung und Bausachen zu tun habe, bleibe in den oberen Stockwerken und wäre ohne Aufzug nicht barrierefrei zu erreichen. Auch Jutta Pagel-Steidl, Geschäftsführerin des Landesverbandes für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Baden-Württemberg, die als Expertin in die Sitzung geladen war, betonte zuvor, dass Barrierefreiheit bedeute, ein Gebäude selbstbestimmt und ohne fremde Hilfe nutzen zu können. „Ein Aufzug ist ein Vorteil für alle, da ihn alle nutzen können.“

Thorismuth Gaiser zeigte sich überrascht ob der Diskussionen: „Ich habe das Gefühl, sie wissen nicht, wie das Rathaus aussehen soll, nur dass es Rathaus sein soll.“ Zudem hob er hervor: „Die Konzeptstudie ist in einer ganz frühen Phase, wenn definiert ist, was sie wollen, dann schärfen sich die Zahlen.“ Um eine bessere Vorstellung für die konkrete Planung zu erhalten, gehen die Räte deshalb auf Rundreise.  Die Rathäuser in Dettingen, Hohenstein und St. Johann führte Gaiser als gute Beispiele an. Beispiele, die den Räten dann vielleicht den Weg weisen, wenn sie in die intensiven Diskussionen um die einzelnen Module einsteigen.

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