23 Einsätze fordern die Wehr

583 Einsatzstunden bei 23 Alarmierungen listete Ewald Höh, Gesamtkommandant der Feuerwehr St. Johann, für das vergangene Jahr auf. Die Wehr musste unter anderem zu 13 Bränden ausrücken.

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St. Johann Hauptversammlung Feuerwehr Ehrungen Angela Steidle.jpg  Foto: 

St. Johann ist ein Sonderfall: Wo andernorts im Kreis die technischen Hilfeleistungen und Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen die Einsatzstatistik in die Höhe treiben, liegt die Albgemeinde mit 13 Brandeinsätzen bei 23 Alarmierungen im vergangenen Jahr im kaum noch gekannten Mittelmaß. Einsätze bei Verkehrsunfällen auf der Landesstraße gehören selbstverständlich zum Leistungsumfang der Wehr. 2014 musste ein Toter aus dem Wrack seines Autos geschnitten werden.

33 Mann waren zum Vollbrand einer Ballenpresse ausgerückt. 34 Mann plus Drehleiter aus Eningen bearbeiteten einen Scheunenbrand. Drei Einsätze fuhr die Feuerwehr zum Häckselplatz. Brandursache war vermutlich jeweils heiße Asche. Ein überhitztes Ofenrohr, brennendes Reisig und Autobrände – am liebsten alles an einem Tag. Eine Hilfeleistung nach Sturm und eine nach Hochwasser zählten ebenfalls zum Portfolio. Bei einem Kaminbrand wurde versehentlich Großalarm ausgelöst. Alle sechs Abteilungen samt Drehleiter aus Eningen waren vor Ort. Die 142 Aktiven bewiesen, dass sie da sind, wenn’s darauf ankommt.

17 der gefahrenen Einsätze wurden zwischen sechs und 18 Uhr geleistet. Die Tagesverfügbarkeit, erklärte Gesamtkommandant Ewald Höhe, war immer gegeben. Die aktuellen Mannschaftsstärken: Bleichstetten 22 Mann, Gächingen 16, Lonsingen 29, Ohnastetten 22, Upfingen 24, Würtingen 29, Altersabteilung 13, Jugendfeuerwehr neun. Drei Gruppen legten im vergangenen Jahr das Leistungsabzeichen in Bronze und Silber ab. 2016 ist unter anderem eine Fortbildung für die Führungskräfte aller Abteilungen geplant, außerdem eine gemeinsame Großübung, Heißausbildungen für Atemschutzträger und ein Truppführerlehrgang. „Wir haben die Ausbilder. Wir machen das hier selbst“, erklärte Ewald Höh.

Im November vergangenen Jahres wurde in Gächingen ein neues Löschfahrzeug stationiert (TSF/W für rund 170 000 Euro), das am 24. April mit einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vorgestellt werden wird. Vermutlich 2017 wird auch die Abteilung in Ohnastetten mit einem neuen TSF/W ausgestattet. Die Mittel dazu sind im laufenden Haushalt eingestellt. Auf Bitten der Verwaltung wurde die Ersatzbeschaffung für die Wehr in Würtingen (HLF für rund 320 000 Euro) auf den Haushalt 2018 vertagt. Alle drei Fahrzeuge haben zwischen 35 und 40 Dienstjahren hinter sich. „Die Einsätze und Aufgabengebiete werden nicht weniger“, betonte Ewald Höh, „ein Altenheim mit 50 Plätzen ist in Planung und eine Asylunterkunft für 30 bis 40 Bewohner.“

Der Hauptausschuss und die Gemeindeverwaltung arbeiten derzeit an einer neuen Entschädigungssatzung, erklärte Gesamtkommandant Höh bei der Hauptversammlung, um den Einsatz der Gerätewarte zumindest symbolisch aufzuwerten. Allein die Wartung der Atemschutzgeräte verlangte 2014 rund 300 Arbeitsstunden. Öffentlich ausgeschrieben käme der technische Dienst mit seinen Leistungen insgesamt wohl auf rund 8000 Euro.

Erfreulich ist die Entwicklung bei der Jugendfeuerwehr: 2014 bestand die im neuen Feuerwehrhaus in Würtingen stationierte Einheit aus neun Mann (zwei aus Gächingen, fünf aus Lonsingen, zwei aus Upfingen). Aktuell zählt Jugendleiter Florian Kübler vier Neuzugänge, darunter drei Mädchen: „Damit sind wir für die nächsten Jahre gut aufgestellt.“ Die 22 Dienste des Nachwuchses waren eine spannende Mischung aus Feuerwehrtechnik, Kameradschaft und Spaß. Ein Höhepunkt: der Berufsfeuerwehrtag zusammen mit den Kameraden aus Grabenstetten. Die Aufgaben reichten von der Tierrettung über einen Verkehrsunfall bis zur Vermisstensuche. Megastolz sind die St. Johanner auf ihren ersten Platz bei der Dorfrallye zum Jubiläum der Jugendfeuerwehr Eningen. Den Jahresabschluss verbrachte die Crew bei der Berufsfeuerwehr in Reutlingen.

St. Johanns Bürgermeister Florian Bauer bedankte sich bei seiner ersten Ansprache vor versammelter Mannschaft für „die freundliche Aufnahme in die Kameradschaft und die konstruktive, gute Zusammenarbeit. Sie leisten Unbezahlbares. Sie verkörpern Hilfsbereitschaft und Vertrauen als großes Vorbild“. Kreisbrandmeister Wolfram Auch lobte die „gelebte Gemeinschaft“ im Corps: „Die Feuerwehr St. Johann investiert sehr viel in die eigene Ausbildung.“ Den Eninger Gunter Hespeler, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, freute die Aussicht auf weiblichen Nachwuchs. Sein Tipp: „Geht die Geschichte locker an. Es wird alles besser. Gebt dem Projekt Frauen in der Feuerwehr eine reelle Chance.“

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