125 Jahre Albverein Böhringen: Jubiläum ohne Vorsitzenden

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  • Kassierer Erich Huber ist in die Bresche gesprungen und führt die Ortsgruppe Böhringen des Albvereins kommissarisch. Am Wochenende freut sich der 62-Jährige nun erst einmal auf die Jubiläumsfeierlichkeiten. Im Rathaus gibt es zudem eine Bilderausstellung.  1/2
    Kassierer Erich Huber ist in die Bresche gesprungen und führt die Ortsgruppe Böhringen des Albvereins kommissarisch. Am Wochenende freut sich der 62-Jährige nun erst einmal auf die Jubiläumsfeierlichkeiten. Im Rathaus gibt es zudem eine Bilderausstellung. Foto: 
  • Ein Blick in die Vergangenheit: Der Böhringer Albverein beteiligt sich seit jeher rege am Vereinsleben im Ort. Etwa mit diesem Bändertanz, der in den 1950er Jahren aufgenommen wurde. 2/2
    Ein Blick in die Vergangenheit: Der Böhringer Albverein beteiligt sich seit jeher rege am Vereinsleben im Ort. Etwa mit diesem Bändertanz, der in den 1950er Jahren aufgenommen wurde. Foto: 
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Mit seiner Akkordeongruppe stemmt sich die Ortsgruppe Böhringen des Schwäbischen Albvereins mit einigem Erfolg gegen die drohende Überalterung, ein vielfältiges Wanderprogramm steht und im Bereich der Pflege der Wanderwege und im Naturschutz kann sich die Leistung der Böhringer sehen lassen. Die anstehenden Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen der Ortsgruppe können daher mit Recht gefeiert werden. Und doch gibt es seit kurzem eine Großbaustelle im Verein: Vorstand Rainer Bächtle trat wenige Tage vor dem Jubiläumswochenende zurück.

Gefeiert wird trotzdem

„Für uns kam das schon sehr überraschend“, sagt Erich Huber, Kassierer des Vereins und Vorsitzender des Festausschusses. Schon frühzeitig hatte sich Bächtle von der Festplanung verabschiedet, als Redner war der Vorstand allerdings fest eingeplant – bis zu seinem Rücktritt. Die Gründe hierfür seien ihm nicht bekannt, sagt Huber: „Wenn es nicht geht, dann geht es eben nicht.“ Gegenüber der SÜDWEST PRESSE wollte sich Bächtle nicht über seinen Rücktritt äußern.

Gefeiert werde beim Jubiläum trotzdem, betont Huber: „Wir gehen das Jubiläumsfest mit Spaß und Freude an.“ 30 Helfer sorgen am Freitagabend, wenn mit geladenen Gästen gefeiert wird, sowie bei der anschließenden großen Feier in der Turn- und Festhalle am Sonntag für einen reibungslosen Ablauf.

„Wir sind zufrieden, dass wir eine solche Feier noch aus eigener Kraft stemmen können“, erzählt Huber. Denn trotz 310 Mitgliedern hat der Verein mit der Alterung seiner Mitglieder zu kämpfen. „Junge Leute hat vor allem die Akkordeongruppe“, weiß der 62-Jährige, der vorläufig kommissarisch als Vorstand fungiert. Zwar bezeichnet er seine Ortsgruppe als „rührigen Verein“, der verschiedenste Wanderungen anbietet und sich auch im Naturschutz bei der Pflege der Orchideenwiesen engagiert, doch „die Jugendlichen fehlen bei uns, wie überall“.

Die Gründe hierfür seien vielfältig. „Zum einen haben wir viele Jugendliche an das Radfahren verloren“, erinnert sich Huber an die vor etwa 15 Jahren einsetzende Entwicklung. Vor allem das Mountainbiketeam habe sich gut entwickelt und die Jugendlichen begeistern können. Außerdem habe der Wille zur Organisation im Verein abgenommen: „Viele jungen Leute wandern heute wieder, aber lieber für sich allein als im Verein.“ Mit Angeboten für Familien versucht der Albverein gegenzusteuern. Denn gerade bei Familien sei das Wandern in – doch gegen ein Problem hat der Albverein noch keine Lösung gefunden: „Die Kinder wandern gerne, verlieren dann später aber das Interesse daran.“

Nichtsdestotrotz kann die Ortsgruppe mit Stolz auf das Erreichte zurückblicken – und damit auch Zuversichtlich in die Zukunft gehen. 52 Kinder- und Jugendliche sind im Verein tätig, zumeist in der Akkordeongruppe. Bei den Orchideenwiesen stemme man eine „Knochenarbeit“ mit viel Spaß und auch die Volkstanzgruppe treffe sich regelmäßig. Mit Erich Holder habe man zudem einen „ganz hervorragenden Wegewart“, lobt Huber den Wart, der sich um fast 30 Kilometer Wanderwege und deren Beschilderung kümmern muss.

Die Beschilderung der Wege übrigens ist ein Thema, welches Huber nachhaltig ärgert. Denn die vom Hauptverein in Stuttgart gewünschte einheitliche Beschilderung kommt nicht voran, außerdem habe sich der Gemeinderat gegen die Auszeichnung eines Premiumwanderweges im Rahmen der Wanderwegekonzeption des Landkreises gestellt. „Wir haben das Thema vorangetrieben, aber bei den Kosten hat der Gemeinderat blockiert.“ Man müsse aber Geduld haben, ist sich Huber bewusst. „Das wird schon werden, auch wenn es in Sachen Beschilderung nur schleppend vorwärts geht.“

Jetzt wird erst einmal gefeiert. „Wie es im Vorstand weitergehen kann, schauen wir ganz in Ruhe nach den Feierlichkeiten“, sagt Huber. Sorgen bereitet ihm die Situation aber schon, schließlich wolle auch Schriftführerin Elisabeth Knaupp ihren Posten altershalber irgendwann abgeben. Vielleicht könne auch das Fest helfen, sinniert Huber, um den ein oder anderen anzusprechen, der sich im Vorstand der Ortsgruppe engagieren könnte.

Das Programm am Jubiläumswochenende: Am Freitagabend feiert der Albverein im Römersteinsaal des Rathauses mit geladenen Gästen, am Sonntag wird dann öffentlich gefeiert: Um 10 Uhr beginnt der Gottesdienst mit dem Posaunenchor, um 11.30 Uhr folgt das gemeinsame Mittagessen und um 13 Uhr begrüßt Kassierer Erich Huber die Gäste in der Turn- und Festhalle. Anschließend wird Dieter Haubensack auf die Geschichte der Ortsgruppe eingehen, ehe Vorführungen von Böhringer Vereinen folgen. ath

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