Verkaufsprozess für Ratiopharm startet noch im Mai
Ulm. In die Aufarbeitung der Krise der Merckle-Gruppe kommt Bewegung. Noch in diesem Monat wird eine Investmentbank damit beauftragt, einen Käufer für den Ulmer Arzneimittelhersteller zu finden.
Der förmliche Verkaufsprozess für den Ulmer Arzneimittelherstellers Ratiopharm startet noch in diesem Monat. Dafür wird eine Investmentbank beauftragt. Dies sagte ein Beteiligter, der mit den Verhältnissen eng vertraut ist, gegenüber der SÜDWEST PRESSE.
Vertreter der Unternehmerfamilie Merckle und die Banken hatten sich nach monatelangen, hart geführten Verhandlungen darauf geeinigt, dass der Hersteller von Nachahmerpräparaten veräußert wird, um die Verbindlichkeiten der Merckle-Gruppe in Höhe von rund 5 Mrd. zu verringern.
Keinen Kommentar wollte er dazu abgeben, von welchen weiteren Beteiligungen sich Ludwig Merckle künftig noch trennen wird. Das hänge entscheidend davon ab, welche Verkaufserlöse sich beispielsweise für Ratiopharm (Umsatz 2008: 1,9 Mrd. ) und andere Beteiligungen erlösen lassen. Nach Einschätzung von Branchenexperten sind jedoch die Zeiten vorbei, in denen Käufer das Zwei- bis Dreifache des Umsatzes für Generika-Unternehmen bezahlten.
Den Restrukturierunsprozess des Firmenreiches sieht der Insider auf gutem Weg. Die Banken haben der Dachgesellschaft VEM einen Überbrückungskredit in Höhe von rund 400 Mio. gewährt. Der soll bis Ende des Monats in einen Sanierungskredit umgewandelt werden. Der wiederum bildet die Basis für einen geordneten Verkauf von Merckle-Beteiligungen. Rechtliche Voraussetzung dafür ist, dass die Merckle-Unternehmen sanierungswürdig und sanierungsfähig sind. Das bestätigt – wie inzwischen verlautete – das Gutachten der Wirtschaftsprüfer KPMG den großen Merckle-Beteiligungen Ratiopharm, dem Mannheimer Pharmagroßhändler Phoenix sowie der VEM. Dieses Gutachten soll in Kürze offiziell abgeschlossen sein
Über das Ausmaß der finanziellen Schieflage der Ulmer Unternehmerfamilie war zuletzt viel spekuliert worden. Nach der Testamentseröffnung ist klar: Ludwig Merckle (43), der älteste Sohn von Adolf und Ruth Merckle, ist Alleinerbe und wird Nachfolger seines Vaters als Chef der Merckle-Gruppe.
„Die Erbengemeinschaft und Ruth Merckle wollten die unternehmerischen Beteiligungen konzentrieren und haben Ludwig Merckle ausgewählt, da er die Geschäfte schon lange geführt hat“, sagte der Insider. Zu weitergehenden Regelungen der Erbengemeinschaft und eventuellen Abfindungen für die weiteren Familienmitglieder wollte er sich nicht äußern. „Die Familie hat das untereinander geregelt."
Nicht zur Erbengemeinschaft gehört – nach seiner eigenen Angabe – der frühere Ratiopharm-Chef Philipp Merckle. Der zweitälteste Sohn Adolf Merckles geht seit vergangenen Herbst unternehmerisch eigene Wege. Das „Handelsblatt“ bezeichnete Ludwig Merckle als „Großunternehmer auf Abruf“, weil sich der Wirtschaftsinformatiker von wesentlichen Beteiligungen wird trennen müssen, um die Bankkredite zurückzuzahlen. „Schon Adolf Merckle wollte eine ehrenhafte Lösung und die Kredite zurückzahlen. Das sehen die Banken bei allem Ringen um Detailfragen heute auch so“, sagte unser Gesprächspartner.
Adolf Merckles Lebensleistung werde nicht dadurch geschmälert, dass er mit einem riskanten Finanzierungsgeschäft im Rahmen der Übernahme von Heidelberg Cement Schiffbruch erlitten habe. Damit habe er sein eigenes Vermögen verringert. Die Unternehmen, die Arbeitsplätze, die er im Laufe seines Lebens geschaffen habe, „bestehen aber weiter und haben im operativen Geschäft keine Probleme“. Aus Sicht der Erbengemeinschaft und Ruth Merckle seien die Wirtschaftskrise und der damit verbundene massive Verfall der Aktienwerte die Auslöser für die Liquiditätskrise und ihre sich dann ergebenden Folgeereignisse.
Vertreter der Unternehmerfamilie Merckle und die Banken hatten sich nach monatelangen, hart geführten Verhandlungen darauf geeinigt, dass der Hersteller von Nachahmerpräparaten veräußert wird, um die Verbindlichkeiten der Merckle-Gruppe in Höhe von rund 5 Mrd. zu verringern.
Keinen Kommentar wollte er dazu abgeben, von welchen weiteren Beteiligungen sich Ludwig Merckle künftig noch trennen wird. Das hänge entscheidend davon ab, welche Verkaufserlöse sich beispielsweise für Ratiopharm (Umsatz 2008: 1,9 Mrd. ) und andere Beteiligungen erlösen lassen. Nach Einschätzung von Branchenexperten sind jedoch die Zeiten vorbei, in denen Käufer das Zwei- bis Dreifache des Umsatzes für Generika-Unternehmen bezahlten.
Den Restrukturierunsprozess des Firmenreiches sieht der Insider auf gutem Weg. Die Banken haben der Dachgesellschaft VEM einen Überbrückungskredit in Höhe von rund 400 Mio. gewährt. Der soll bis Ende des Monats in einen Sanierungskredit umgewandelt werden. Der wiederum bildet die Basis für einen geordneten Verkauf von Merckle-Beteiligungen. Rechtliche Voraussetzung dafür ist, dass die Merckle-Unternehmen sanierungswürdig und sanierungsfähig sind. Das bestätigt – wie inzwischen verlautete – das Gutachten der Wirtschaftsprüfer KPMG den großen Merckle-Beteiligungen Ratiopharm, dem Mannheimer Pharmagroßhändler Phoenix sowie der VEM. Dieses Gutachten soll in Kürze offiziell abgeschlossen sein
Über das Ausmaß der finanziellen Schieflage der Ulmer Unternehmerfamilie war zuletzt viel spekuliert worden. Nach der Testamentseröffnung ist klar: Ludwig Merckle (43), der älteste Sohn von Adolf und Ruth Merckle, ist Alleinerbe und wird Nachfolger seines Vaters als Chef der Merckle-Gruppe.
„Die Erbengemeinschaft und Ruth Merckle wollten die unternehmerischen Beteiligungen konzentrieren und haben Ludwig Merckle ausgewählt, da er die Geschäfte schon lange geführt hat“, sagte der Insider. Zu weitergehenden Regelungen der Erbengemeinschaft und eventuellen Abfindungen für die weiteren Familienmitglieder wollte er sich nicht äußern. „Die Familie hat das untereinander geregelt."
Nicht zur Erbengemeinschaft gehört – nach seiner eigenen Angabe – der frühere Ratiopharm-Chef Philipp Merckle. Der zweitälteste Sohn Adolf Merckles geht seit vergangenen Herbst unternehmerisch eigene Wege. Das „Handelsblatt“ bezeichnete Ludwig Merckle als „Großunternehmer auf Abruf“, weil sich der Wirtschaftsinformatiker von wesentlichen Beteiligungen wird trennen müssen, um die Bankkredite zurückzuzahlen. „Schon Adolf Merckle wollte eine ehrenhafte Lösung und die Kredite zurückzahlen. Das sehen die Banken bei allem Ringen um Detailfragen heute auch so“, sagte unser Gesprächspartner.
Adolf Merckles Lebensleistung werde nicht dadurch geschmälert, dass er mit einem riskanten Finanzierungsgeschäft im Rahmen der Übernahme von Heidelberg Cement Schiffbruch erlitten habe. Damit habe er sein eigenes Vermögen verringert. Die Unternehmen, die Arbeitsplätze, die er im Laufe seines Lebens geschaffen habe, „bestehen aber weiter und haben im operativen Geschäft keine Probleme“. Aus Sicht der Erbengemeinschaft und Ruth Merckle seien die Wirtschaftskrise und der damit verbundene massive Verfall der Aktienwerte die Auslöser für die Liquiditätskrise und ihre sich dann ergebenden Folgeereignisse.
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Autor: ALEXANDER BÖGELEIN | 04.01.2010
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