Ratiopharm: Vier Bieter noch im Rennen
Ulm.
Weil bis heute verbindliche Angebote für den zum Verkauf stehenden Arzneimittelhersteller Ratiopharm abgegeben werden müssen, hielten es Finanzdienste für wahrscheinlich, dass auch gleich eine Entscheidung für den Käufer falle. Denn für die verschuldete VEM-Holding der Familie Merckle spiele der Preis eine entscheidende Rolle. Nun konnte Ludwig Merckle die Entschuldung jedoch weitgehend vorantreiben (wir berichteten), so dass der Bieterprozess aus Sicht von Dow Jones Newswires erst in den kommenden Wochen zu Ende geführt wird.
Wie der Nachrichtendienst gestern berichtete, sind vier Bieter im Rennen: der US-Pharmakonzern Pfizer, der israelische Weltmarktführer bei Generika (Nachahmermedikamenten) Teva sowie der schwedische Finanzinvestor EQT und der isländische Generikaproduzent Actavis. EQT und Actavis strebten ein gemeinsames Angebot an, für das die Beteiligungsverhältnisse an Ratiopharm zu klären seien. Die Finanzszene erwartet für das vom verstorbenen Adolf Merckle gegründete Unternehmen einen Preis von 2,8 Milliarden Euro. Gebote bei drei Milliarden Euro seien nicht zu erwarten. Ratiopharm erzielte zuletzt einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 300 Millionen. Ratiopharm beschäftigt 2300 Mitarbeiter in Ulm/Blaubeuren. Die Transaktion soll bis Ende März abgeschlossen sein. kö
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar
05.02.2010
MEHR ARTIKEL ZUM THEMA
Der Fall Merckle
Verbleib des Pharmagroßhändlers Phoenix noch offen
Ulm Der Unternehmer Ludwig Merckle strebt eine rasche Schuldentilgung an, um danach seine Unternehmen neu zu ordnen. Finanzieller Druck, den Pharmahändler Phoenix zu verkaufen, besteht offenbar nicht.... mehr
Abschied vom Merckle-Imperium
Ulm Mit dem Verkauf von Ratiopharm endete gestern die gemeinsame Ära des Arzneimittelherstellers und der Ulmer Familie Merckle. Der Teva-Konzern als neuer Eigentümer will Ratiopharm stärken.... mehr
Merckle mit Ratiopharm-Verkauf zufrieden
Blaubeuren Der Ulmer Unternehmer Ludwig Merckle zeigte sich über den Verkauf an Teva erleichtert: „Es war mir wichtig, dass die Investoren seriös sind und Ratiopharm realistische Wachstumschancen bieten.“... mehrDas Unternehmen Ratiopharm
Blaubeuren Ratiopharm ist der zweitgrößte Hersteller von billigen Nachahmermedikamenten in Deutschland. Das Unternehmen wurde 1973 von Adolf Merckle als erste deutsche Generika-Firma gegründet und wuchs in den folgenden Jahr rasant.... mehr
Finanzkreise: Teva kauft Ratiopharm
Ulm Der Ulmer Generikahersteller Ratiopharm wird nach Angaben aus Finanzkreisen an den weltgrößten Generikahersteller Teva Pharmaceutical für 3,5 Milliarden Euro verkauft.... mehrRatiopharm: Zukunft entscheidet sich bald
Ulm Die Ungewissheit der Ratiopharm-Mitarbeiter wer neuer Eigentümer wird, hält seit mehr als einem Jahr an. Mancher wünscht sich endlich Klarheit.... mehr
Ratiopharm-Zukunft entscheidet sich
Ulm Die Ungewissheit, wer neuer Eigentümer des Pharmakonzerns Ratiopharm wird, hält seit mehr als einem Jahr an. In diesen Tagen wird sich das Bieterfinale zwischen Teva, Pfizer oder Actavis entscheiden.... mehr
Actavis will mit Ratiopharm an Börse
Ulm Die Deutsche Bank und Actavis planen nach der Übernahme von Ratiopharm einen Börsengang. Ulm soll Hauptsitz des neuen Konzerns werden.... mehr
