Ludwig Merckle mit Ratiopharm-Verkauf zufrieden

Blaubeuren.  Der Vertrag über den Verkauf des Ulmer Arzneimittelherstellers ist unter Dach und Fach. Der des israelischen Weltmarktführers für Nachahmerpräparate, Teva, erwirbt den Ulmer Arzneimittelhersteller für 3,625 Milliarden Euro.

Das Rennen um den Ulmer Arzneimittelhersteller Ratiopharm ist entschieden: Der israelische Generika-Weltmarktführer Teva hat sich im Finale gegen die Pharmakonzerne Pfizer (USA) und Actavis (Island) durchgesetzt.

Der Ulmer Unternehmer und Noch-Ratiopharm-Eigentümer Ludwig Merckle zeigte sich gegenüber SÜDWEST PRESSE Online erleichtert: „Es war mir wichtig, dass die Investoren seriös sind und Ratiopharm realistische Wachstumschancen bieten. Ich glaube, dass wir mit Teva eine guten neuen Eigentümer gefunden haben. Teva ist Marktführer im Generikabereich und denkt und handelt wie Ratiopharm. Sie haben ehrgeizige Wachstumsziele, die sie gemeinsam mit der Ratiopharm erreichen wollen.“

Alle Unternehmen in der Endauswahl seien durch die Vorort-Besichtigung von Produktion und Logistik sehr beeindruckt gewesen, so dass bei keinem der potenziellen Käufer ein Kahlschlag zu erwarten gewesen sei. „Davon habe ich mich in persönlichen Gesprächen mit den Bietern überzeugt“, betonte der Ulmer Unternehmer.

Die drei Kandidaten im Finale des Bieterprozesses in der Endauswahl hätten selbst gute Voraussetzungen mitgebracht und auf der anderen Seite in Ratiopharm ein sehr gut aufgestelltes Unternehmen gesehen, das in ihren Wachstumsplänen eine wichtige Rolle einnehmen könnte. „Alle drei wollten sowohl den Standort als auch die Marke beibehalten“, sagte Merckle der SÜDWEST PRESSE.

Er merkte an: „Natürlich ist der Verkauf kein schönes Ereignis für mich. Ratiopharm war als dauerhaftes Familienunternernehmen gedacht. In Anbetracht der Ereignisse der letzten anderthalb Jahre bin ich mit dem Ergebnis durchaus zufrieden. Zum einen konnte auf Grund des guten Bieterprozesses ein für aktuelle Marktverhältnisse guter Preis erzielt werden. Zum anderen glaube ich, dass wir für Ratiopharm und seine Mitarbeiter eine gute Zukunft gefunden haben."

Wie bereits mehrfach berichtet, musste Merckle sich auf Druck der Banken von Ratiopharm trennen. So waren im Spätsommer 2008 angesichts ihrer unbesicherten Forderungen an die Ratiopharm-Muttergesellschaft VEM Vermögensverwaltung nervös geworden und hatten die Familie Merckle zum Verkauf von Ratiopharm verpflichtet, um die Schulden der VEM Vermögensverwaltung zu tilgen.

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Autor: ALEXANDER BÖGELEIN | 18.03.2010

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