TusSies gehen auf Titeljagd: Handball:Frauen-Erstligist Metzingen im Favoritenkreis, Neuling Nellingen noch vorsichtig

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Nicht gesetztDie Gastspiele der „Pink Ladies“ in der rosaroten Tübinger Paul-Horn-Arena gerieten zu Handball-Festspielen. Auch in der neuen Saison kehren die TusSies dorthin zurück. Die ersten Heimspiele gegen Bayer Leverkusen (Samstag, 17. September, 19 Uhr) und der Schlager gegen den deutschen Meister Thüringer HC (Mittwoch, 28. September 19.30 Uhr) werden jeweils in Tübingen ausgetragen, auch zum letzten Heimspiel gegen Leipzig kommen die TusSies in die Paul-Horn-Arena. Zum Derby gegen die Schwaben Hornets vom TV Nellingen am 30. Dezember ziehen die Metzingerinnen dann nach Stuttgart in die 6000 Zuschauer fassende Porsche-Arena. Die weiteren Heimspiele werden indes in der heimischen Öschhalle ausgetragen, deren Kapazität von 902 auf 1050 Plätze erhöht wurde.
Beim Ludwigsburger Vorbereitungsturnier zeigte sich Metzingen schon in starker Frühform, holte durch den 18:10-Finalsieg gegen die Neckarsulmer Sportunion den Lotto-Cup. Allerdings zog sich Neuzugang Marija Obradovic (Krim Mercartor) dabei einen Handbruch zu. Ina Großmann muss sich einer Operation am linken Bein unterziehen und wird frühestens Anfang 2017 wieder fit. Eine weitere Neue verpasst ebenfalls den Auftakt: Die 19-Jährige Niederländerin Delaila Amega (Quintus) zog sich einen Ermüdungsbruch zu. Außerdem holte Metzingen Kreislauf-Talent Annika Ingenpaß (19/Borussia Dortmund) und Rückraumspielerin Luca Szekerczes ( Cargo Hungaria). Ebenfalls im Rückraum zu Hause ist Sina Karlsson (21), gleichzeitig erste Schwedin überhaupt in der Handball-Bundesliga. Als dritte Torfrau hinter Wendy Obein und Jasmina Jankovic (Olympia-Teilnehmerin mit den Niederlanden) eingeplant ist Carla Weiß (TG Nürtingen).
Nach der „Silbersaison“ haben die Metzingerinnen sieben TusSies verabschiedet. Nicole Dinkel geht wieder in die Schweiz, Bernadett Temes kehrt nach Ungarn zurück. Sabine Stockhorst, Alexandra Kubasta und Patricia Stefani hören auf, Marie-Christine Beddies geht zu Herrenberg, Saskia Putzke ebenfalls in die zweite Liga zum TSV Haunstetten. Eine Woche vor Saisonstart reisten die Metzingerinnen zum Vorbereitungs-Turnier in Budapest. Sportlich überzeugte das Team mit Platz zwei im starken Feld, doch die Personalsorgen sind groß. Trotzdem fahren die TusSies zum Bundesliga-Auftakt am Samstag (16.30 Uhr) als klarer Favorit zur HSG Blomberg-Lippe. Der Vorjahres-Neunte musste sich Metzingen in der vergangen Saison zwei Mal geschlagen geben. Sieben Abgängen steht bei der HSG die ungarische Linkshänderin Szimonetta Gera (MTK Budapest) als einzige neue Spielerin gegenüber.
Erstmals ins Abenteuer Erste Liga gehen die „Schwaben Hornets Ostfildern“ vom TV Nellingen. Den Aufgalopp im DHB-Pokal meisterte das Team von Trainer Pascal Morgant mit 28:24 (14:11) gegen den Zweitligisten TSV Haunstetten. Beste Werferin mit neun Treffern war Annika Blanke. „Ein guter Gradmesser“, sagte Morgant. Zufrieden war er aber nicht, „denn wir haben müde und unkonzentriert gewirkt.“
Aufgehübscht für die neue Herausforderung werden musste die 1000 Zuschauer fassende Halle in Nellingen. Die Spielfeldlinien wurden erneuert, der Boden teilweise repariert, auch eine Anzeigetafel ziert jetzt die „Halle 1“. Allerdings hat die Hornets das Verletzungspech voll erwischt: Tanja Padutsch und Katharina Winger fehlen mindestens bis Weihnachten, Carina Edlbauer fällt nach ihrem erneuten Kreuzbandriss die gesamte Saison aus. Als sich auch noch Julia Orban-Smideliusz verletzte, verpflichtete die Nellingerinnen kurzfristig die 23-jährige Französin Simone Thiero (Toulon Saint-Cyr Var). Die Rückraumspielerin war in der Jugend im französischen Nationalteam, ist inzwischen aber international für Congo aktiv. Als neue Torfrau kam die Niederländerin Evelien Grob (24/ Koblenz/Weibern). Am Sonntag sind die Hornets zu Gast beim TSV Bayer Leverkusen, Heim-Auftakt ist dann am 17. September gegen Buxtehude.
Herrenberg und Nürtingen greifen in der 2. Liga an
Platz drei im Vorjahr – und nun? Die Handballerinnen der „H2Kuties“, der Spielvereinigung der Vereine TV Haslach, dem HSV Oberjesingen-Kuppingen sowie des VfL Herrenberg, starten am Wochenende in die Zweitliga-Saison. In der vergangenen Saison gelang dem Team um Trainer Hagen Gunzenhauser mit Rang drei die beste Platzierung der Vereins-Geschichte. Grundlage war eine überragende Heimbilanz in der „Markweghölle“: Im Jahr 2016 haben die H2Kuties vor heimischem Publikum 17:1 Punkte gesammelt. Diese Heimstärke soll auch in der neuen Saison die Basis für den Erfolg sein. Zunächst aber steht ein Auswärtsspiel auf dem Programm: Am Samstag (18 Uhr) beim Vorjahresvierten SV Union Halle-Neustadt. Als Aufsteiger auf dem elften Tabellenplatz landeten im Vorjahr die Handballerinnen der TG Nürtingen. Überragende Akteurin war dabei Verena Breidert, die von Spielerinnen und Trainern der 2. Bundesliga zur Spielerin der Saison gewählt wurde und mit 294 Treffer mit Abstand die beste Werferin der Klasse war. Zum Saisonstart reist die TG am Samstag zum BSV Sachsen Zwickau.