Märklin dampft in Gewinnzone zurück

Göppingen.  Ein gutes altes Jahr verkündet Insolvenzverwalter Michael Pluta: Der Modellbahnbauer Märklin hat 2009 schwarze Zahlen eingefahren.

"Mit Volldampf in die Zukunft". Die Aufschrift des Sonderwagens zum 150-jährigen Bestehen von Märklin ist für Insolvenzverwalter Michael Pluta nicht nur ein Marketing-Gag. Tatsächlich schrieb der insolvente Modellbahnbauer im vergangenen Jahr wieder schwarze Zahlen. 7 Mio. EUR Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) hat Märklin nach Informationen der SÜDWEST PRESSE von Anfang April bis Ende Dezember 2009 erwirtschaftet. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2008 verbuchte das Traditionsunternehmen noch 18 Mio. EUR Verlust.

Pluta selbst will keine genauen Zahlen nennen. Nur soviel: Das Ergebnis liege deutlich im positiven Bereich, bestätigte der Ulmer Anwalt. Für Pluta ein Grund mehr, selbstbewusst ins neue Jahr zu gehen: "Wir haben sichtbar gemacht, was in Märklin steckt", sagt er. Nach vorläufigen Zahlen belaufe sich der Umsatz im Gesamtjahr 2009 auf 110 Mio. EUR. Der Firmenwert steige kontinuierlich, so Pluta. Dass dies den geplanten Verkauf des Unternehmens womöglich erschweren könnte, sieht Pluta nicht. "Das ist nichts für Schnäppchenjäger", betont er. Nach wie vor geht er von einem Finanzierungsvolumen von 100 Mio. EUR inklusive des Kaufpreises aus. Zwar seien Interessenten wieder abgesprungen. Dennoch gibt sich Pluta gelassen. "Ich stehe nicht unter Verkaufsdruck."

Nach SÜDWEST-PRESSE-Informationen zeigt auch der amerikanische Traditionsbetrieb und Spur-0-Hersteller Lionel Interesse an Märklin. Kurz vor Weihnachten habe eine Delegation der Firma die Produktionsstätten in Göppingen und im ungarischen Györ besucht, berichten Firmeninsider. Wie von Ferpress, der Internationalen Eisenbahn-Presse-Vereinigung, zu erfahren war, befand sich Märklin-Verkaufsleiter Lars Schilling bereits Mitte Dezember auf Einladung von Lionel in den USA.

Im Stammwerk sieht man das mit gemischten Gefühlen, ist doch bekannt, das Lionel durchweg in Asien produzieren lässt. "Zum Investorenprozess geben wir keine Auskunft", sagt dazu Pluta. Er bereitet sich derzeit auf die Nürnberger Spielwarenmesse im Februar vor. "Wir haben viel Geld in echte Neuheiten investiert", so Pluta. Fans dürften sich auf rund 400 Neuerscheinungen freuen - so viel wie im vergangenen Jahr.


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Autor: JOA SCHMID | 13.01.2010

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