Neu in den Kinos

Der Junge mit dem Fahrrad

Die belgischen Regie-Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne haben ein neues Meisterwerk abgeliefert: Ihr Film "Der Junge mit dem Fahrrad" ist eine ebenso warmherzige wie herzzerreißende Geschichte geworden über einen Jungen, der von seinem Vater verlassen wird und sich mit seinem geliebten Fahrrad auf die Suche nach ihm macht. Auf der verzweifelten Suche nach Geborgenheit trifft er auf die Friseurin Samantha (Cécile de France). Die ebenfalls einsame Frau nimmt den Jungen bei sich auf - kann aber nicht verhindern, dass er auf die schiefe Bahn gerät. Der brillant erzählte Film glänzt vor allem mit seinem herausragenden jungen Hauptdarsteller Thomas Doret (Frankreich/Belgien 2011, 87 Minuten, FSK 0).

In Darkness

Nach fünfjähriger Vorbereitungszeit hat Regisseurin Agnieszka Holland ("Hitlerjunge Salomon", "Klang der Stille") nach einer wahren Geschichte ein bewegendes Drama inszeniert. Ihr Film, der in diesem Jahr für Polen ins Oscarrennen geht, überzeugt als Plädoyer für Mut und Zivilcourage in barbarischen Zeiten. Erzählt wird die Geschichte des polnischen Kanalarbeiters Leopold Socha, der unter Einsatz seines Lebens eine Gruppe von jüdischen Mitbürgern im von den Nazis besetzten Lvov versteckt und somit vor dem sicheren Tod bewahrt (Polen 2011, 144 Minuten, FSK 12).

Für immer Liebe

Wie bringt man die eigene Frau dazu, sich wieder neu in einen zu verlieben? Vor dieser schwierigen Aufgabe steht der Musiker Leo. Seine Angetraute Paige hat nach einem Unfall alle Erinnerungen an ihn vergessen. Dass sie in Chicago als Künstlerin gelebt hat, weiß sie auch nicht mehr. Paige glaubt, immer noch mit dem karrierebewussten Jeremy verlobt zu sein. Ihre spießigen Eltern sind entzückt - war ihnen die Künstlertochter mit ihrem freien Lebensstil doch reichlich suspekt. Und so muss Leo nicht nur die Liebe von Paige erwecken, sondern auch gegen Jeremy und ihre gesamte Familie ankämpfen. "Für immer Liebe" ist ein Film, der allerdings etwas sehr schwülstig und vorhersehbar geraten ist (USA/Brasilien/Frankreich/Australien/Großbritannien/Deutschland 2012, 104 Minuten, FSK 0).

Die Unsichtbare

Es geht um Selbstbehauptung und Selbstfindung in diesem Film über eine junge Schauspielschülerin, Fine, die etwas zu schüchtern agiert. Dann aber bietet sich der 21-Jährigen eine große Chance: Ein renommierter Regisseur gibt ausgerechnet ihr die Hauptrolle in seiner Inszenierung. Immer mehr fordert dieser Fine nun heraus, wobei sie sich selbst zu verlieren droht. Die junge Dänin Stine Fischer Christensen wird flankiert von einem prominenten deutschen Cast: Ulrich Noethen ist genauso dabei wie Anna Maria Mühe und Ulrich Matthes. Nach seinem viel gepriesenen Debüt "Novemberkind" ist dies Regisseur Christian Schwochows zweite Kinoarbeit (Dtld., 113 Minuten, FSK 12).

Black Gold

Zwei verfeindete Stammesfürsten, Nessib und Amar, schließen Anfang der 1930er Jahre einen Waffenstillstand. Damit sie künftig enger und friedlicher zusammenarbeiten, übernimmt Nessib auch noch die Obhut für Amars Söhne Saleeh und Auda. Das funktioniert lange Zeit gut - bis eines Tages große Ölvorkommen genau in der Region gefunden werden, auf die eigentlich beide Fürsten laut Waffenstillstand keinen Anspruch erheben dürfen. Der französische Filmemacher Jean-Jacques Annaud ("Der Name der Rose", "Sieben Jahre in Tibet") inszenierte ein Wüstenepos, das mit Antonio Banderas und Freida Pinto ("Slumdog Millionär") prominent besetzt ist (Frankreich 2011, 130 Minuten, FSK 12).


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Autor: SWP | 09.02.2012

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