Dem Land immer eng verbunden
Reaktionen von Landespolitikern auf den Rücktritt: CDU und SPD sprechen sich für einen parteiübergreifenden Nachfolge-Kandidaten aus.
Ministerpräsident Stefan Mappus bedauert den Rücktritt des Bundespräsidenten: "Mit seiner unprätentiösen Art und seiner Fähigkeit, auf die Menschen zuzugehen, hat er die Bundesrepublik Deutschland bestens vertreten. Wir verlieren einen Bundespräsidenten, der Baden-Württemberg immer eng verbunden war."
Die Sensationsnachricht überraschte Mappus bei seinem Antrittsbesuch in Wien. Am Morgen hatte er noch im Präsidium der Bundes-CDU in Berlin gesessen, wo es nicht die geringsten Anzeichen für Köhlers bevorstehenden Amtsverzicht gegeben habe. Wie der Regierungschef deutlich machte, spräche für die jetzt rasch nötig werdende Neuwahl viel dafür, eingefahrene Bahnen zu verlassen und nach einem parteiübergreifend akzeptierten Kandidaten zu suchen.
Das sieht auch der SPD-Fraktionschef im Landtag, Claus Schmiedel, so: "Angesichts der allgemeinen Krisensituation wäre es sinnvoll, wenn die Kanzlerin einen Kandidaten für die Nachfolge auswählt, der auf eine breite gesellschaftliche Unterstützung zählen kann." Für Köhlers Leistung äußerte Schmiedel "großen Respekt". Ursache seines Rücktritts sei "weniger die Kritik an dessen misslungenen Äußerungen", als vielmehr der Umstand, dass Köhlers Arbeit seit seiner Wiederwahl "offensichtlich an Wirkung eingebüßt" habe.
Die FDP-Landesvorsitzende Birgit Homburger "ist so überrascht wie alle". Sie würdigte Köhler als "Bürgerpräsidenten". Der Respekt vor Amt und Person verbiete am Tag des Rücktritts Spekulationen über mögliche Kandidaten.
Silke Krebs, Vorsitzende der Grünen im Land, findet es dagegen "richtig, dass über die völlig inkorrekten Äußerungen öffentlich diskutiert worden ist". Köhlers Rücktritt aber sei nach seiner Richtigstellung Ende letzter Woche unverständlich. Krebs will "jetzt nur einen Wunsch" erfüllt sehen: "Es ist wirklich Zeit für eine Bundespräsidentin."
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Autor: BETTINA WIESELMANN | 01.06.2010
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