Wichtige Etappen auf dem Weg zum Urteil: Die mutmaßliche Vergewaltigung, die Festnahme am Flughafen, die Untersuchungshaft und 43 Prozesstage vor dem Landgericht Mannheim
8./9. Februar 2010
Der Streit
Vor seiner Abreise zu den Olympischen Spielen in Vancouver streiten sich Kachelmann und seine langjährige Freundin Simone W.. Er soll ihr ein Messer an den Hals gesetzt und sie vergewaltigt haben. Sie erstattet Anzeige.
25. Februar
Haftbefehl
Das Amtsgericht Mannheim erlässt Haftbefehl.
20. März
Festnahme
Kachelmann wird bei seiner Rückkehr aus Vancouver am Frankfurter Flughafen festgenommen und kommt in Untersuchungshaft - wegen Fluchtgefahr.
19. Mai
Anklage
Die Staatsanwaltschaft Mannheim erhebt Anklage wegen Verdachts der schweren Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung
29. Juni
Haftbeschwerde
Kachelmanns Verteidiger Reinhard Birkenstock legt Haftbeschwerde ein. Kachelmann werde unrechtmäßig festgehalten. Die Beschwerde wird vom Landgericht abgelehnt und geht in die nächste Instanz.
29. Juli
Aus der U-Haft entlassen
Nach über vier Monaten wird Kachelmann aus der U-Haft entlassen. Das Oberlandesgericht Karlsruhe hatte seiner Haftbeschwerde stattgegeben.
6. September
Prozessbeginn
Vor der 5. Großen Strafkammer des Landgerichts in Mannheim beginnt der Prozess. Kachelmann kündigt an, während des Prozesses zu schweigen.
29. November
Neuer Verteidiger
Kachelmann tauscht überraschend seine Verteidiger aus. Der Hamburger Staranwalt Johann Schwenn ersetzt Reinhard Birkenstock aus Köln.
20. Dezember
Zweifel an Simone W.
Ein Sachverständiger kann an dem angeblichen Tatmesser keine eindeutigen DNA-Spuren feststellen.
11. März 2011
Heirat
Kachelmann heiratet eine Studentin. Sie war bei seiner Verhaftung am Flughafen bei ihm und sagte als erste Zeugin im Prozess aus.
2. Mai
Gutachten über Simone W.
Die Psychologin Luise Greuel äußert sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit über Simone W.s Aussagen. Ihr Gutachten gelangt an die Öffentlichkeit. Greuel zweifelt an Simone W.s Glaubwürdigkeit.
5. Mai
Gutachten über Kachelmann
Der Psychologe Hartmut Pleines erkennt keine psychischen Erkrankungen bei Kachelmann.
18. Mai
Plädoyer der Staatsanwaltschaft
Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge fordert vier Jahre und drei Monate Gefängnis. Kachelmann habe sich der besonders schweren Vergewaltigung und der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht.
24. Mai
Plädoyer der Verteidigung
Verteidiger Johann Schwenn bezeichnet die Staatsanwaltschaft als "Totalausfall". Gemeinsam mit Verteidigerin Andrea Combé verlangen sie einen Freispruch und finanzielle Entschädigung für Jörg Kachelmann.
31. Mai
Freispruch
Jörg Kachelmann wird aus Mangel and Beweisen freigesprochen.
Weitere Artikel:
- Aus Mangel an Beweisen
- Im Zweifel für den Angeklagten
- REAKTIONEN
- KOMMENTAR · KACHELMANN: Freispruch mit Schatten
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Autor: SWP | 01.06.2011
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