VON DER ROLLE: In meinem Himmel
Mein Nachname ist Salmon, also Lachs, wie der Fisch. Vorname: Susie. Ich war 14, als ich ermordet wurde, am 6.Dezember 1973.
So beginnt und endet der Film "In meinem Himmel" von Regisseur Peter Jackson (Der Herr der Ringe). Nach der Romanvorlage von Alice Sebold inszenierte Jackson einen sehr spannenden Thriller mit einer guten Portion Fantasy, die die Spannung jedoch keinesfalls stört sondern den Film gewinnen lässt.
Susie Salmon (Saoirse Ronan) kommt eines Abends nach der Schule nicht nach Hause. Sie wurde ermordet, doch die Leiche wird nicht gefunden. Detective Len Fenerman (Michael Imperioli) und seine Kollegen tappen im Dunkeln. Vater Jack (Mark Wahlberg) fängt an, selbst nachzuforschen. Auch Susies Schwester Lindsey (Rose McIver) hegt einen Verdacht gegen den etwas seltsamen Nachbar George Harvey (Stanley Tucci).
Susie lebt nach ihrem Tod in einer fantastischen Zwischenwelt zwischen Himmel und Erde und trifft dort das Mädchen Holly (Nikki Soohoo). Susie ist gezwungen, hautnah mitanzusehen, wie ihre Familie ihren Tod verarbeitet und wie ihr Mörder sein unauffälliges Leben ungeahndet weiterlebt.
Peter Jackson spielt während den 135 Minuten des Films auf quälende Art mit den Empfindungen der Zuschauer. Das Schlimmste ist, dass man von Anfang an weiß, wer Susies Mörder ist. Mit viel Mitgefühl sieht man zu, wie sie tatenlos mit ansehen muss, was auf der Erde geschieht. Die ganze Geschichte erzählt Susie Salmon selbst. So erlebt der Zuschauer ihr Leiden unmittelbar mit. Man ist also hautnah dabei, mittendrin. Unvergesslich ist die Szene, in der man glaubt, Susie sei ihrem Mörder schon fast entkommen, man dann jedoch auf recht blutige Art und Weise eines Besseren belehrt wird.
Der Film ist eine Mischung aus Thriller, Fantasy und Drama. Die fantasievollen Bilder aus Susies Welt stehen in krassem Kontrast zu den düsteren Bildern, die das Leben ihres Mörders schildern.
Doch es wäre kein Hollywoodfilm, wenn es nicht ein kleines Happy-End gäbe und so sieht man am Ende zu, wie sich Susies Schicksal und das ihres Mörders erfüllt.
Der Film ist für Jungs und Mädels gleichermaßen geeignet, doch man sollte auf keinen Fall allein ins Kino gehen, denn eventuell braucht man eine Hand zum Zupacken. FSK 12 ist großzügig bemessen, ein Mindestalter von vierzehn wäre angemessener, denn die subtile Botschaft, die die Macher senden, ist für Jüngere erstens schwer verständlich und zweitens schwer verdaulich.
Alles in allem ist "In meinem Himmel" ein kleines Meisterwerk, das den Kinoeintritt durchaus wert ist.
Leander Badura, 16 Jahre
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26.02.2010
Nach ihrem gewaltsamen Tod lebt Susie in einer Zwischenwelt. Filmplakat

