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Tennisvereine künftig unter einem Dach?

Der große Tennis-Boom liegt schon lange zurück, aktuell plagen sich die Vereine mit Mitgliederschwund und hohem Kostendruck – auch in Heidenheim. Kann da ein Zusammenschluss von einem oder gar mehreren Vereinen die Lösung sein? Und welche Auswirkungen hätte dies auf die schon länger laufende Diskussion um die Nutzung der Sportstätten von Tennis, Fußball, Hockey und Baseball?

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  • Die Tennisanlage des TC Heidenheim. 1/5
    Die Tennisanlage des TC Heidenheim. Foto: 
  • Die Tennisanlage des SV Mergelstetten. 2/5
    Die Tennisanlage des SV Mergelstetten. Foto: 
  • Die Tennisanlage der TSG Schnaitheim. 3/5
    Die Tennisanlage der TSG Schnaitheim. Foto: 
  • Die Tennisanlage des Heidenheimer Sportbundes im Rauhbuch. 4/5
    Die Tennisanlage des Heidenheimer Sportbundes im Rauhbuch. Foto: 
  • Die Tennishalle des Heidenheimer Sportbundes. 5/5
    Die Tennishalle des Heidenheimer Sportbundes. Foto: 
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Vier Vereine bei denen das Racket geschwungen wird, gibt es im Stadtgebiet: den TC Heidenheim sowie die Tennisabteilungen des Heidenheimer Sportbundes, des SV Mergelstetten und der TSG Schnaitheim. Die Situation dieser Klubs ist unterschiedlich, alle vier sind aber nicht gerade auf Rosen gebettet. Neben Nachwuchsproblemen plagt vor allem der hohe Kostendruck. Tennisanlagen zu errichten und zu unterhalten, ist enorm teuer geworden, dies gilt besonders für die Hallen, bei denen die Energiekosten heute ganz anders zu Buche schlagen als zu den Zeiten, in denen diese Hallen gebaut wurden.

Oft entsteht eine Art Teufelskreis. Ist beispielsweise das Dach undicht, zieht dies wieder den Bodenbelag in Mitleidenschaft, werden die sanitären Anlagen vernachlässigt, lässt sich die Halle nicht mehr an vereinsfremde Spieler vermieten. Die Folge: Bei vielen Vereinen wird mehr über Schulden und Sanierungsstau diskutiert als über das sportliche Geschehen.

Dass etwas geschehen muss, ist auch den Betroffenen in Heidenheim klar. Aber ist wirklich ein Zusammenschluss von HSB und Tennisclub, diesen beiden ursprünglich auch von der gesellschaftspolitischen Ausrichtung so unterschiedlichen Vereinen, denkbar? Es sieht ganz so aus. „Es geht jetzt nur noch um den Tennissport, Eitelkeiten müssen da zurückgestellt werden“, sagt der TC-Vorsitzende Ralf Christian Schweizer, der sich klar für einen Zusammenschluss ausspricht und sich dies auch unter dem Dach des HSB vorstellen könnte.

Der Klub vom Schlossberg und die am Rauhbuch beheimateten Tennisfreunde haben sich schon vergangenes Jahr angenähert und traten mit der ersten Herrenmannschaft als Spielgemeinschaft an, in der kommenden Saison werden nun fast alle Teams im Aktiven- und Jugendbereich als SG spielen.

Für Schweizer muss es aber noch einen Schritt weiter gehen: „Wenn wir nichts unternehmen, wird es in drei bis fünf Jahren hier kein Tennis mehr in dieser Form geben. Es macht doch Sinn, aus TC und HSB einen starken Verein zu bilden. Und vielleicht kommen ja auch noch andere hinzu.“ Grünes Licht für Verhandlungen hat der TC-Vorstand schon seit einiger Zeit. Das ist nun prinzipiell auch auf der anderen Seite der Fall.

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen die HSBler vergangene Woche ohne Gegenstimme, der Abteilungsleitung das Mandat zu zu geben, mit den anderen Heidenheimer Tennisvereinen, dem HSB-Vorstand und der Stadtverwaltung Gespräche über die Fortentwicklung des Tennissports in Heidenheim zu führen.

„In der Heidenheimer Sportlandschaft ist einiges in Bewegung, falls es zu einer großen Lösung kommt, müssen wir bereit sein“, erklärt Abteilungsleiter Bernhard Fuchs. Die HSBler plagen ähnliche Probleme wie den TC. Die Mitgliederzahl ist gesunken, die Kosten sind gestiegen, die Altersstruktur hat sich verändert und viele Anlagen der Abteilung, die 2015 ihr 40. Jubiläum feiert, sind in die Jahre gekommen.

„Es würde schon noch einige Jahre weiter gehen, aber wir dürfen die Augen vor den Problemen nicht verschließen“, betont Fuchs. Klar ist aber auch, dass bis zu einer möglichen Fusion noch einige Zeit vergehen wird, die endgültige Entscheidung nur in einer Mitgliederversammlung gefällt werden kann und dies in Abstimmung mit dem HSB-Gesamtverein geschehen muss. Und ebenso klar ist die bei der HSB-Abteilung favorisierte Traumlösung: Ein gemeinsames neues Tenniszentrum.

„Die Gespräche beginnen erst“ (OB Bernhard Ilg)

Eher zurückhaltend gibt sich der SV Mergelstetten. Obwohl die Mitgliederzahl inzwischen unter 100 gesunken ist und für die kommende Saison nur noch sechs der acht Plätze hergerichtet werden, stehen vor allem die älteren Mitglieder einer Fusion skeptisch gegenüber.

Noch unwahrscheinlicher erscheint die Einbindung der TSG Schnaitheim. „Wir sind nicht grundsätzlich dagegen, neue Wege zu bestreiten, aber derzeit herrscht aus unserer Sicht kein Handlungsbedarf“, sagt Abteilungsleiter Jan Theilacker. Die Plätze der Schnaitheimer befinden sich auf dem Moldenberg, wo auch Fußball, Kegeln, Boule und Beachvolleyball gespielt wird, wo sich die Vereinsgaststätte befindet. „Spielgemeinschaften in den verschiedenen Altersklassen sind sicher denkbar, aber es wird auf jeden Fall weiter Tennis auf dem Moldenberg geben, das ist einfach der zentrale Anlaufpunkt für die Mitglieder“, so Theilacker.

Ob zu zweit, zu dritt oder gar zu viert – wenn sich die Vereine einig sind, wollen sie gemeinsam das Gespräch mit der Stadt suchen. Denn natürlich stellt sich die Frage, wo ein „Tennis-Großverein“ denn spielen würde und vor allem wie die Kosten verteilt werden. TC und HSB verfügen derzeit insgesamt über 21 Frei- und fünf Hallenplätze – zwölf Tennisfelder im Freien und vier in der Halle, so wurde bereits errechnet, würden den beiden Klubs wohl reichen.

Bei der Suche nach einem Standort kommen automatisch die weiteren Sportarten ins Spiel. Die Fußballer des 1. FC Heidenheim sind weiter auf der Suche nach einem zusätzlichen Trainingsplatz. Im Blickpunkt steht der neben dem FCH-Trainingsgelände liegende Hockeyplatz. „Wir wollen dem Fußball nicht im Wege stehen, benötigen aber natürlich einen entsprechenden Ersatz“, betont Abteilungsleiter Carsten Behr.

Von den bisher ins Spiel gebrachten Alternativen favorisieren die Hockeyspieler den Standort beim Werkgymnasium, zumal sie auch die dortige Halle nützen. Allerdings geht es nicht nur um einen Kunstrasenplatz, hat die Hockeyabteilung doch mit eigenen Mitteln und unzähligen Arbeitsstunden ein schmuckes Clubhaus errichtet.

Es ist – vor allem angesichts der Möglichkeit, dass sich FCH und Frauenfußballverein Heidenheim zusammenschließen – auch fraglich, ob den Fußballern ein zusätzliches Feld reicht. Werden also auch noch die Heidenheimer Baseballer ins große Sportstätten-Karussell miteinbezogen? Deren über viele Jahre mit großem Aufwand errichtetes und ausgebautes Stadion an anderer Stelle neu zu errichten, wäre aber mit hohen Kosten verbunden.

Es warten also viele Gespräche und Aufgaben auf die Vereine und die Stadtverwaltung, die vom Gemeinderat bereits Ende 2014 den Auftrag erhalten hat, mit den Tennisvereinen zu sondieren, was eine Fusion bringen könnte. „Die Gespräche beginnen erst, so dass es für konkrete Antworten zu bisherigen und zu neuen Standorten sowie zu den Kosten und zur Finanzierung der Baumaßnahmen noch viel zu früh ist“, so Oberbürgermeister Bernhard Ilg.
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