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Ringen: Über 300 Zuschauer beim Derby Nattheim gegen Herbrechtingen

Packend, emotional – und letztlich deutlich war das Derby zwischen der TSG Nattheim und der TSV Herbrechtingen.

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  • Volle Hütte: Zum Ringer-Derby zwischen Nattheim und Herbrechtingen kamen knapp 360 Zuschauer in die Ramensteinhalle. Einige Eindrücke vom Kampftag gibt es in einer Video-Zusammenfassung auf www.hz.de/videos 1/2
    Volle Hütte: Zum Ringer-Derby zwischen Nattheim und Herbrechtingen kamen knapp 360 Zuschauer in die Ramensteinhalle. Einige Eindrücke vom Kampftag gibt es in einer Video-Zusammenfassung auf www.hz.de/videos Foto: 
  • Strittige Szene: Der Kampfrichter entscheidet in wenigen Augenblicken für einen Schultersieg von Herbrechtingens Alexandru Petcu (in blau) über Nattheims Muhammed Tasdelen. 2/2
    Strittige Szene: Der Kampfrichter entscheidet in wenigen Augenblicken für einen Schultersieg von Herbrechtingens Alexandru Petcu (in blau) über Nattheims Muhammed Tasdelen.
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Vor 363 Zuschauern in der Ramensteinhalle behielten die Gäste dank 6:4-Einzelsiegen die Oberhand. Besonders in knappen Kämpfen war Herbrechtingen stets einen Tick cleverer.

Aus Sicht der Gastgeber verlief dabei schon der Auftakt in der Gewichtsklasse bis 57 kg (griechisch-römisch) unglücklich. Hier entwickelte sich zwischen Muhammed Tasdelen und Herbrechtingens Alexandru Petcu ein Kampf auf Augenhöhe. Bis kurz vor Schluss führte Tasdelen mit 9:8, wurde aber ausgekontert und lief Gefahr, geschultert zu werden. Über mehrere Sekunden verharrten die Kämpfer in der Situation, bis der Kampfrichter auf Schultersieg für Petcu entschied.

Nattheimer Proteste zu Beginn

Es folgten heftige Proteste aus dem Nattheimer Lager. Für TSG-Trainer Antonio Iannaccone war es bereits so etwas wie die Vorentscheidung des Abends.

Anschließend setzte sich Nattheims Balazs Juhasz (bis 130 kg, Freistil) mit zielstrebigen Beinangriffen technisch überlegen gegen Christoph Krämer durch und glich nach Mannschaftspunkten zum 4:4 aus.

In der Kategorie bis 61 kg/F war Herbrechtingens Johannes Renner etwas zu schwer, wodurch Akif Sen vier Punkte zugesprochen bekam. Die beiden entschieden sich allerdings, sich einen Showkampf zu liefern, den Sen mit 40:36 gewann.

Im klassischen Stil bis 98 kg ging Herbrechtingens Lars Strauß gegen Martin Rößler mit kleinen Wertungen aufgrund Aktivitätsvorteilen in Führung und brachte diese über die Zeit. Nattheims Federico Manea (bis 66 kg/gr.-röm.) war gegen Eduard Kruse stets der Aktivere, hatte aber Probleme mit der ruppigen Ringweise des Herbrechtingers. Nach Meinung der Gastgeber wurde die Passivität des Herbrechtingers nicht konsequent geahndet (siehe dazu auch den nebenstehenden Artikel), wodurch der Nattheimer nur zu einem 2:0-Punktsieg kam. Damit führten die Gastgeber zur Pause mit 10:7.

Die zweite Halbzeit wurde aber von den Gästen dominiert. Zum Auftakt setzte sich Herbrechtingens Stefan Pressl (bis 86 kg/F) gegen Julian Fauth mit 6:0 durch. Im Anschluss musste Nattheims Martin Maurer die technische Überlegenheit von David Dobre anerkennen, wodurch die TSV in Führung ging. Auch in der Kategorie bis 80 kg/gr.-röm. setzte sich Herbrechtingens Tobias Fischer gegen Tobias Kuhn durch und sammelte weitere zwei Mannschaftspunkte für sein Team.

Bei einem 10:15-Rückstand hätte nun Nattheims Jürgen Hartung (bis 75 kg/gr.-röm.) einen hohen Sieg gebraucht, um für den letzten Kampf eine enge Ausgangsposition zu schaffen. Zu Beginn brachte er den 16-jährigen Riccardo Caricato in Schultergefahr, schaffte es aber diesen Vorteil nicht zu einem Schultersieg zu vollenden und musste sich mit einem 4:3-Erfolg begnügen. Im letzten Kampf ließ Herbrechtingens Mihai Vranceanu (bis 75 kg/F) nichts anbrennen und feierte einen 4:0-Erfolg gegen den jungen Marius Oechsle.

TSG-Trainer lobt den Gegner

Unabhängig von seiner Kritik am Kampfrichter, lobte Antonio Iannaccone den Gegner: „Herbrechtingen war heute stark und richtig gut drauf. Uns hat letztlich ein Sieg gefehlt.“ Durch den Stilartwechsel sei seine Mannschaft in der Rückrunde etwas schwächer, so der Nattheimer Trainer. „Das hat man heute gesehen.“

„Unsere Kämpfer waren einfach fitter“, lobte Bernd Biller seine Schützlinge. „Im Vorfeld war uns klar, wenn wir heute gewinnen, sind wir durch. Und das hat man allen angemerkt. Es ist von Anfang an für uns gelaufen. Letztendlich haben wir verdient gewonnen, vielleicht zwei, drei Punkte zu hoch“, so der Herbrechtinger Coach.

Als Tabellenvierter hat die TSV nun 10:10 Punkte und hat den Klassenerhalt so gut wie sicher. Am kommenden Samstag empfangen die Herbrechtinger den Fünften, AV Hardt.

Die TSG Nattheim muss dagegen als Sechster (4:14) noch um den Ligaverbleib bangen. Die Derbyniederlage schmeiße seine Mannschaft aber nicht um, betonte Iannaccone. Am kommenden Samstag beim Tabellenzweiten Fellbach rechnet sich der TSG-Coach zwar nicht so viel aus und wird daher wohl ein oder zwei Ringer schonen. Gegen Korb, Hardt und Dürbheim möchte er aber die Punkte holen, die Nattheim zum Klassenerhalt fehlen. „Ich bin zuversichtlich, dass es klappt“, so Iannaccone.

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