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Schnaitheimer Taekwondo-Abteilung wird zum Landesstützpunkt

Wie ihre Mitglieder hat auch die Taekwondo-Abteilung der TSG einmal klein angefangen. 1995 gegründet, haben die Schnaitheimer Kampfsportler seither eine rasante Entwicklung hingelegt. Mit der Ernennung zum Landesstützpunkt wurde die Abteilung nun dafür belohnt.

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Schlag auf Schlag: Die Taekwondo-Abteilung der TSG Schnaitheim kann unter Kampfsporttrainer Franz Kaemmerle (rechts) auf eine beachtliche Entwicklung zurückblicken und wurde sogar zum Landesstützpunkt ernannt. Weitere Foto auf www.hz-online.de/bilder.  Foto: 

Tae, kwon und do sind drei koreanische Silben und stehen für Bein- und Armtechniken sowie den zu beschreitenden Weg. Die Taekwondo-Abteilung der TSG Schnaitheim ist auf einem guten solchen und wurde nun zum Landesstützpunkt und damit zur Sammelstelle für talentierte Athleten aus der ganzen Region.

Wie es dazu kam, weiß Abteilungsleiter Franz Kaemmerle. Der Schnaitheimer kam vor mehr als 20 Jahren über Freunde zum Taekwondo. Angefangen hat er in Giengen. „Das war damals die einzige Möglichkeit in der Region, diese Selbstverteidigungskunst auszuführen“, erinnert er sich. „Und es wurde zur Leidenschaft.“ So entstand die Idee, Taekwondo auch in Schnaitheim zu etablieren. Zunächst wohl nur Tae und kwon, denn der zu beschreitende Weg sollte sich als nicht ganz einfach herausstellen.

„Wir waren die Nobodys und haben viele Jahre Aufbauarbeit geleistet. In dieser Zeit war ich auf einigen Lehrgängen und habe interessante Menschen kennengelernt“, so Kaemmerle. Unter anderem den Großmeister Chang Jae-Hee von der koreanischen Elite-Universität Yong-In. Kaemmerle wurde sein Schüler. So entstand eine Freundschaft und Kooperation mit der Universität, die bis heute Bestand hat. Meister Chang besucht die TSG regelmäßig, steht dem Verein als Lehrer und Berater zur Seite. „Er hat unseren Stil entscheidend geprägt“, sagt Kaemmerle.

Erste Erfolge

Erste Erfolge auf Wettkämpfen stellten sich ein, weitere Kooperationen mit Vereinen aus der Region folgten. So wurde 2001 zusammen mit Klubs aus Aalen, Gmünd, Giengen, Ellwangen und Neuhausen die Startgemeinschaft Ostalb gegründet. „Wir bieten gemeinsam Workshops, Veranstaltungen und Trainingslager an, um die Sportart weiter voranzubringen“, sagt Kaemmerle. Und Sportkoordinator Konstantinos Sarafoudis ergänzt: „Das kommt vielen Vereinen entgegen. Denn die schicken ihre Sportler gern nach Schnaitheim. Wir können mittlerweile ein unwahrscheinlich hohes Niveau bieten. Nicht zuletzt dank der Mitgliedschaft in diversen internationalen Verbänden.“

Der Erfolg spricht für sich: Die TSG Schnaitheim stellt fast 20 Prozent des Jugend-Nationalkaders der Deutschen Taekwondo-Union und ist auf zahlreichen nationalen sowie internationalen Wettkämpfen erfolgreich vertreten. 2012 erreichte Semih Gökmen bei den Olympischen Jugendspielen in Singapur den fünften Platz.

"Es geht um den Spaß am Sport"

„Wir haben uns europaweit einen Namen gemacht, werden fast schon auf zu viele Turniere eingeladen. Teilweise müssen wir überlegen: Gehen wir nach Schweden oder nach Kroatien? Wichtig ist, wie die Wettkämpfe im Ranglisten-Klassement zählen“, sagt Sarafoudis, der die Taekwondo-Abteilung der TSG mit einer Top-Fußballmannschaft in der Champions League vergleicht. „Wir legen viel Wert auf Jugendförderung, aber dieser enorme Erfolg war nie unser Ziel“, so der Sportkoordinator. Vielmehr gehe es um den Spaß am Sport und darum, eine möglichst breite Bevölkerungsschicht für Taekwondo zu begeistern.

Die Erfolge fielen zuletzt auch der Taekwondo-Union Baden-Württemberg (TUBW) auf. Dank des überdurchschnittlich hohen Trainingsniveaus wurde die TSG zum Landesstützpunkt ernannt. „Wir werden unseren Trainerstab ausbauen“, sagt Abteilungsleiter Kaemmerle, „aber sonst wird sich eigentlich nicht viel ändern. Die Ernennung zum Landesstützpunkt ist mehr eine Auszeichnung und wir bekommen etwas mehr Fördermittel.“ Die reichen allerdings hinten und vorne nicht. Die 130 Mitglieder zählende Abteilung sei zwar sehr dankbar für die Unterstützung seitens der Stadt, ein Großteil der Kosten bleibe aber an den Sportlern selbst hängen. „Manche Familien können sich die Teilnahme an Wettkämpfen nicht leisten“, sagt Sarafoudis; „das ist schade, denn sonst könnten wir noch wesentlich mehr Talente fördern.“

Außerdem hat sich die Abteilung ein weiteres Ziel gesetzt: „Schön wären eigene Räumlichkeiten, so wie sie beispielsweise die Fechter im Fechtzentrum haben. Denn in der Voith-Schule geht viel Zeit für den Auf-und Abbau der Matten verloren. Spontane Trainingseinheiten sind nicht möglich und Turniere erst recht nicht“, sagen die beiden TSGler und hoffen, dass auf diesem zu bestreitenden Weg bald ein Ziel in Reichweite sein wird. Mit der Ernennung zum Landesstützpunkt ist zumindest der erste Schritt getan.

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