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SVM-Paare als Jäger und Gejagte

Wie schon 2011 in Japan stellt der SV Mergelstetten erneut als einziger Verein zwei Paare für die Weltmeisterschaft im Kunstradfahren: In Aschaffenburg wollen Benedikt und Luisa Bassmann am Wochenende ihren Titel verteidigen, Jasmin Soika und Katharina Wurster die Silbermedaille von Kagoshima vergolden.

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Die fantastischen Vier des SVM: Benedikt und Luisa Bassmann sowie Jasmin Soika und Katharina Wurster (von links) vertreten Mergelstetten bei der Kunstrad-Weltmeisterschaft.  Foto: 

Nach dem Triumph in Stuttgart vor zwei Jahren und Platz zwei in Japan ging das Mergelstetter Damenpaar Soika/Wurster 2012 erneut voll motiviert in die Saison und machte schon früh– beim zweiten German Masters– die WM-Qualifikation perfekt. Katharina Wurster (24) und Jasmin Soika (23) lieferten sich erneut packende Duelle mit ihren Dauerrivalinnen Katrin Schultheis und Sandra Sprinkmeier. Dabei hatten die den vierfachen Weltmeisterinnen aus Mainz-Ebersheim in der Masters-Serie und bei der deutschen Meisterschaft knapp die Nase vorn, die weitere Konkurrenz wurde von den beiden Top-Paaren auf Distanz gehalten.

Für das weiterhin von den mehrfachen Weltmeistern Katja und Simon Altvater trainierte SVM-Paar, bei dem Katharina Wurster lange Zeit an einer Schulterverletzung laborierte, war es trotz der sicheren Qualifikation keine einfache Saison. Vor allem bei den rückwärts gefahrenen Schulterständen gab esimmer wieder Probleme und Stürze. Die internationale Konkurrenz ist insgesamt (17 Nationen sind am Start) zwar breiter und stärker geworden, aber bei den Damen wäre alles andere als ein erneuter Zweikampf mit Schultheis/Sprinkmeier eine Überraschung. Die Favoritenrolle liegt nach den letzten Ergebnisse bei den Titelverteidigerinnen aus Mainz, doch Soika/Wurster fühlen sich in ihrer Rolle als Jäger wohl, haben die Konkurrentinnen im Verlauf der Saison auch zweimal geschlagen.

Die eingereichte Punktzahl der Mergelstetterinnen ist nur minimal geringer, die beiden deutschen Paare werden bei der WM ein Programm mit fast identischen Schwierigkeiten präsentieren. Beide fahren die spektakulären Runden mit Handstand/Kopfstand sowie Handstand/Reitsitz und zeigen die neue vierfache Lenkerdrehung. In Aschaffenburg werden also die Tagesform und die besseren Nerven den Ausschlag geben.

In der offenen Klasse gab es dagegen einen Dreikampf mit den Brüder-Paaren Gronbach und Blümel sowie den Geschwistern Bassmann. Für die 18-jährige Luisa Bassmann und viel mehr noch ihren zwei Jahre älteren Bruder sah es zunächst nach einen Katastrophensaison aus. Nach einer Blinddarmentzündung und einer Gehirnerschütterung zog sich Benedikt auch noch eine schwere Ellbogenverletzung zu. So konnten die SVMler ihr Programm bis zum Saisonstart nur etwa fünfmal fahren, das German Masters diente teilweise mehr als Training.

Trotzdem gewannen die Bassmanns diese Serie, mussten allerdings lange um die WM-Qualifikation bangen. Erst bei der deutschen Meisterschaft lösten die WM-Titelverteidiger ihr Ticket nach Aschaffenburg. Begleiten werden sie wie im vergangenen Jahr Daniel und Oliver Gronbach, die Blümels brachten sich bei der DM durch einen Sturz und die daraus resultierende Verletzung um alle Chancen.

Durch die Probleme mussten Luisa und Benedikt Bassmann auf den geplanten Ausbau ihres Programms verzichten, fahren mit rund 163 eingereichten Punkten nun eineähnliche Kür wie 2011. Damit liegen sie immer noch über fünf Punkte vor den Gronbachs und gehen so auch als Favoriten in die Weltmeisterschaft. Nachdem alle Blessuren ausgeheilt sind, zeigt sich dass von Mutter Elke Bassmann trainierte Duo wieder topfit. Gerade die körperliche Stärke von Untermann Benedikt könnte zum Pluspunkt gegenüber den Gronbachs werden. In der offenen Klasse dürften Gold und Silber ebenfalls für Deutschland reserviert sein, allerdings kann auch hier ein Sturz alles durcheinander wirbeln.

Seit dem Wochenende trainieren die beiden SVM-Paare mit den Nationalkader und absolvierten als letzten Formtest einen Länderkampf in Bregenz, bei dem vor allem die Bassmanns einen guten Eindruck hinterließen. Am Mittwoch geht's nach Aschaffenburg, wo die Mergelstetter an zwei Trainingstagen versuchen werden, sich an den Boden und die Bedingungen in der Frankenstolz-Arena zu gewöhnen. Am Freitag geht's dann für die Bassmanns um Edelmetall, am Samstag für Soika/Wurster. Das Interesse an der WM in Aschaffenburg ist übrigens riesig, das auf 4000 Plätze erweiterte Stadion wird an allen drei Tagen ausverkauft sein.

Info: Die Mergelstetter Kunstradfahrer wurden vor der WM vom Fernsehen interviewt, der Beitrag ist morgen in der SWR-Landesschau (18.45 Uhr) zu sehen. Am Freitag wird außerdem ein Radiobeitrag in der Morgensendung von SWR 4 gesendet.
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