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Halbfinale: Heideköpfe in Stuttgart

Das gab's noch nie, im Halbfinale um die deutsche Baseball-Meisterschaft stehen sich zwei württembergische Teams gegenüber: Die Heidenheim Heideköpfe müssen sich bei den in diesem Jahr enorm aufgerüsteten Stuttgart Reds beweisen. Die Serie geht wie immer über maximal fünf Spiele, los geht's bereits am Freitag (19 Uhr) in der Landeshauptstadt.

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Eine sichere Defense – hier versuchen Jay Pecci und (hinten) Charlie Calamia einen gegnerischen Steal zu verhindern – ist absolute Voraussetzung für die Heideköpfe, um am Wochenende bei den sicherlich heißen Duellen in Stuttgart bestehen zu können.  Foto: 

Gegen Stuttgart erwartet die HSB-Baseballer ein heißer Tanz, es geht nicht nur um den heiß ersehnten Finaleinzug – der gleichzeitig den Sprung ins internationale Geschäft bedeuten würde –, sondern auch um die Vorherrschaft im „Ländle“. Zudem sorgen zahlreiche Verbindungen zwischen den Klubs für eine gewisse Brisanz vor diesem „Spätzles-Derby“,

Die Stuttgarter gefallen sich derzeit noch in der Rolle des Underdogs, sprachen nach dem dramatischen Viertelfinal-Triumph über die Bonn Capitals (6:15/3:2/4:3/0:7/5:4) von einer absoluten Sensation. Für Heideköpfe-Manager Klaus Eckle waren die Reds dagegen schon vor Saisonbeginn der Geheimfavorit auf die deutsche Meisterschaft. 

Beim Blick auf den Kader überrascht das nicht, mit drei spanischen, zwei belgischen und zwei amerikanischen Ex-Profis repräsentiert das Team jede Menge internationale Klasse und Erfahrung. Der Rest der Reds besteht überwiegend aus Ex-Heideköpfen: Markus Winkler, Hagen Rätz und Marcel Hering schwingen für Stuttgart die Keulen, verantwortlicher Mann auf der Trainerbank ist der langjährige HSB-Coach Troy Williams.

Direkt zu Saisonbeginn der „regular season“ zeigten beide Teams sehr spannende und ausgeglichene Spiele am Stuttgarter Schnarrenberg – 8:11 und 7:4 lauteten die Ergebnisse aus Heidenheimer Sicht. In der Rückrunde gingen die Reds dann im Heideköpfe-Ballpark mit 1:18 und 1:11 gewaltig baden. Die HSBler sollten sich von diesen Resultaten aber auf keinen Fall blenden lassen, Stuttgart hatte damals mit einigen Verletzungsproblemen zu kämpfen und schenkte beide Spiele relativ frühzeitig ab.

Inzwischen hat Coach Williams aber wieder alle Mann an Bord und geht hochmotiviert in das Duell gegen seinen Ex-Verein. Eine große Stärke der Baseballer aus der Landeshauptstadt ist sicher ihr Pitching. Der belgische Nationalspieler Thomas de Wolf verfügt über viel internationale Erfahrung. Er wird als EU-Ausländer das Spiel am Freitag und die dritte Partie der Serie bestreiten. Spiel zwei und vier liegt dann in den Händen von Nick Renault, der vergangenes Jahr bester Werfer der gesamten Bundesliga war.

In dieser Saison konnte er zwar bei weitem nicht an diese Leistungen anknüpfen, allerdings darf man den US-Boy nie unterschätzen, auch 2014 hatte Renault einige ganz starke Tage. Zudem verfügen die Stuttgarter mit Andres Perez über den wohl stärksten „Closer“ der Liga, der knappe Führungen ins Ziel bringen kann. Er kommt auf sensationelle 1,73 Strike-outs pro Inning. Schließlich ist auch der Ex-Heidenheimer Marcel Hering eine gute Alternative auf dem Mound. Er hatte in Bonn als Werfer und mit den entscheidenden Hit großen Anteil am Sieg in Spiel fünf und wurde von „Baseball-Bundesliga“ als Spieler der Woche ausgezeichnet.

Offensiv weisen bei der Williams-Truppe de Wolf (Trefferquote 30,8 Prozent mit 9 Homeruns, 26 RBI und 24 selbst erzielten Punkten) und Hering (33,6 mit 18 erzielten Punkten) die besten Werte auf; aber auch die EU-Profis im Infield Xavi Gonzales (28,4), Fermin Delgado Verde (23,8/10 Stolen Bases) und Dennis Ribbens (18,5), US-Centerfielder Gavin Ng (29,8), Renault (27,0 mit 17 RBI) und Catcher Jonathan Wagner (25,2) sind zu beachten.

Dennoch gehen die Heideköpfe mit breiter Brust ins DM-Halbfinale. Vorteilhaft wäre es sicher, selbst in Führung zu gehen und so das Spiel zu bestimmen. Außerdem müssen das Team von Headcoach Mike Hartley kühlen Kopf bewahren, die Spiele in Stuttgart werden vermutlich von einer großen Kulisse und hitziger Atmosphäre gekennzeichnet sein. Wie immer gilt die Regel: Mindestens einen Sieg muss die Mannschaft mit nach Hause bringen, sonst wäre der Druck extrem hoch.

Als Starting Pitcher werden bei Heidenheim die in diesem Jahr noch ungeschlagenen Luke Sommer und Tyler Lockwood auflaufen, Johannes Krumm und Robert Gruber sind die ersten Optionen für eine Ablösung. In der ungemein schlagstarken Offensive weisen bisher Andrew Smith (38,9), James McOwen (37,8), Charlie Calamia (34,5) sowie die deutschen Nationalspieler Simon Gühring (36,5), Shawn Larry (34,1) und Sascha Lutz (32,2) die Topwerte auf. Insgesamt gelangen den Heidenheimern bei einem Team-Average von 33,0 Prozent bereits 32 Homeruns und 228 RBI (Stuttgart 25,8 Prozent, 16 Homeruns und 140 RBI).

Spiel eins findet am Freitag, 1. August um 19 in in Stuttgart statt. Das zweite Spiel der Halbfinalserie steigt am Samstag, 2. August, ab 14 Uhr ebenfalls auf dem Gelände des TV Cannstatt auf dem Stuttgarter Schnarrenberg. Weiter geht's dann am Freitag, 8. August (18 Uhr), in Heidenheim. Ein eventuelles Spiel vier (9. August, 14 Uhr) und fünf (10. August, 13 Uhr) würden ebenfalls im Heideköpfe-Ballpark stattfinden

Im anderen Halbfinale kommt es zur Neuauflage des letztjährigen Endspiels zwischen Titelverteidiger Regensburg Legionäre und den Solingen Alligators.

Die weiteren Heideköpfe-Spiele: Am Sonntag spielt die Jugend bei den Tübingen Hawks (11 Uhr) und die dritte Mannschaft tritt in der Landesliga bei den Bad Mergentheim Warriors an (15 Uhr).

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