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Baseball-Bundesliga: Heidenheim Heideköpfe gewinnen

Auf richtiges Baseball-Wetter müssen die Fans wohl noch eine Weile warten, auf die ersten Heimsiege der Heidenheim Heideköpfe nicht. Bei schwierigen Bedingungen siegten die HSBler vor allem dank guter Werfer- und Abwehrleistung mit 2:0 und 4:2 gegen die Haar Disciples.

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Andrew Smith bot nicht nur eine starke Leistung als Shortstop, sondern war mit vier Hits auch erfolgreichster Schlagmann des Spieltags.

Nach den Niederlagen in Mannheim standen die Heideköpfe gegen den direkten Play-off-Konkurrenten ziemlich unter Druck, dazu kamen die verletzungsbedingten Ausfälle von Mitch Franke und Johannes Schäffler. So entwickelte sich am Samstagabend im ersten Duell gegen die „Jünger“ aus dem Münchner Ostern bei kühlen Temperaturen und anhaltendem Regen ein von den Werfern dominiertes Spiel.

Auf Heidenheimer Seite bot Sean Begley seine bisher beste Leistung im Dress der Heideköpfe und gestattete den Gästen in knapp acht Innings nur einen einzigen Hit. Der US-Boy mit britischem Pass gab zwar insgesamt bedenkliche neun Freiläufe ab, fand aber immer wieder in die Spur. So im fünften Inning, als der Haars Lukas Steinlein ein Double schlug und bei zwei Aus bis ans dritte Base vorrückte, Begley aber mit einem Strike-out konterte. Der HSB-Werfer konnte sich auch auf eine fehlerfreie Defense verlassen, einen prima Eindruck hinterließ der schnelle Centerfielder Justin Wilson.

In der Offensive taten sich die Heideköpfe gegen die zum Teil extrem langsamen Würfe von Disciples-Starter Paco Garcia allerdings schwer. Drei Innings lang klappte am Schlag so gut wie nichts, dann versuchten es die Heidenheimer eben mit „small ball“. Andrew Smith kam im vierten Durchgang per Hit ins Spiel, nach Steal und einem Überwurf der Gäste stand er an der dritten Base. Robert Gruber machte in dieser Situation genau das richtige und brachte der Ball mit einem harten Schlag ins Spiel, ging zwar Aus, ermöglichte aber Smith die 1:0-Führung. „Einiges ist noch verbesserungswürdig, aber es war schön zu sehen, wie wir als Team Baseball gespielt, mit Opferschlägen und kleinen Schritten unsere Punkte geholt haben“, freute sich Heideköpfe-Manager Klaus Eckle am Ende des Spieltages.

Für die zweite gelungene Offensivaktion der ersten Partie war Smith dann ganz allein verantwortlich: Im sechsten Inning erhöhte der US-Boy per Homerun auf 2:0 – das sollte bereits reichen. Nach einer Regenunterbrechung mussten die Mannschaften doch noch einmal ran, Begley kam bei zwei Aus im achten Inning etwas in Bedrängnis, doch USA-Rückkehrer Martin Dewald bot bei seinem Debüt eine perfekte Vorstellung als Closer. Vier Schlagleute, zwölf Würfe, vier Strike-outs – mit dieser beeindruckenden Bilanz machte der Heideköpfe-Pitcher den Sieg perfekt.

Gestern gingen dann beide Teams mit US-Pitchern ins Spiel und die machten beide lange Zeit einen extrem sicheren Eindruck. Der HSBler Patrick Lawson markierte gar die ersten fünf Aus allesamt per Strike-out, am Ende hatte er in knapp sieben Innings elf Schlagleute direkt auf die Bank zurückgeschickt. Aber auch Gäste-Werfer Nick Renault ließ die Heidenheimer Offensive zunächst nicht zur Entfaltung kommen.

Hochklassiges Pitcher-Duell

Ab dem vierten Inning schienen die Disciples das Kommando zu übernehmen, brachten mehr Spieler auf Base. Doch Lawson und seine Feldverteidigung – in der auch Heideköpfe-Youngster Philip Schulz am 2. Base einen hervorragenden Eindruck hinterließ – zogen immer wieder den Kopf aus der Schlinge. So im vierten Abschnitt, als der starke HSB-Pitcher Simon Gühring nach einem Steal-Versuch mit einem sensationellen Wurf ans zweite Base fürs dritte Aus sorgte.

Im sechsten Inning platzte dann auch am Schlag der Knoten. Nach einem Walk für Justin Wilson und einem Hit von Andrew Smith war die Chance da, und wieder überzeugten die Heideköpfe durch gutes Teamwork. Gühring brachte die Läufer mit einem Opferbunt voran, Robert Gruber ermöglichte mit einem Sacrifice-Fly-out den ersten Punkt. Dieser hinterließ Folgen, beim anschließenden Schlag von Alexander Lauterbach brachte Haars Shortstop die Kugel nicht unter Kontrolle, und es stand 2:0, nach einem Walk für Shawn Larry nützte Lauterbach seinerseits einen „wilden Wurf“ des Disciples-Pitchers zum 3:0 und Peter Dankerl schickte noch einen Hit zum 4:0 hinterher.

Das war aber noch nicht die Entscheidung, im siebten Durchgang musste Lawson den ersten Run der Gäste hinnehmen, dann meldete sich der Wettergott mal wieder zu Wort. War's am Vortag der Regen, so zwang nun sogar Hagel die Keulenschwinger zu einer längeren Pause. Anschließend übernahm bei zwei Aus und geladenen Bases Aljoscha Schattmann den Pitcher's Mound und schaffte nervenstark das dritte Aus. Im achten Inning musste der Heidenheimer Werfer zwar einen Homerun von Steinlein hinnehmen, mehr ließ Schattmann aber nicht zu. Schließlich kam im Schlussabschnitt erneut Dewald als Pitcher und sorgte mit drei schnellen Aus für den Sieg.

„Ich bin heute wirklich zufrieden, die Mannschaft hat auch in Mannheim nicht schlecht gespielt, aber da liefen einfach ein paar Kleinigkeiten gegen uns“, sagte Heideköpfe-Headcoach Troy Williams. „Die Bundesliga ist in diesem Jahr noch stärker geworden, auch Haar hat eine sehr gute Mannschaft, jeder Sieg ist für uns wichtig“, betont Williams, der vor allem seine Defense und die Werfer lobte. „An der Offensive müssen wir noch arbeiten, aber ich bin sicher, dass es von Woche zu Woche besser wird.“

Heidenheim – Haar 2:0/4:2 Hits: 3:1/6:8, Walks: 2:9/6:4, Errors: 0:3/1:1 Heidenheim Heideköpfe: Wilson (CF; 1 Hit bei 7 Schlagversuchen, 1 Walk), Smith (SS; 4/8, 1 RBI), Gühring (C; 1/6, 1 Walk), Gruber (1B/LF; 0/5, 2 Walks, 2 RBI), Lauterbach (DH/1B; 0/7), Larry (RF; 1/5, 2 Walks), Krumm (3B; 0/4), Dankerl (3B; 1/3, 1 RBI), Dewald (LF; 1/5, 2 Walks), Schulz (2B; 0/6) – Pitcher: Begley (7.2 Innings, 0 Earend Runs, 1 Hit, 6 Strike-Outs), Dewald (2.1 Innings, 0 ER, 0 Hits, 4 SO), Lawson (6.2 Innings, 1 ER, 6 Hits, 11 SO), Schattmann (1.1 Innings, 1 ER, 2 Hits)
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