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Relegation: SHB steigt in die Württembergliga auf

"Aufsteiger, Aufsteiger", schallte es durch die Sepp-Hipp-Halle. Bis es soweit war, hatte die SG Herbrechtingen/Bolheim allerdings einen wahren Kraftakt zu meistern. Janis Bauer verletzte sich schwer.

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Am Ziel und in Feierlaune: Die Spieler der SG Herbrechtingen/Bolheim waren nach dem sichergestellten Aufstieg natürlich bestens gelaunt. Auch Pechvogel Jonas Bauer ließ sich trotz bandagiertem Sprunggelenk (in der Mitte hinten zu erkennen) die Stimmung nicht verderben.  Foto: 

Obwohl die Handballer der SG Herbrechtingen/Bolheim ausgerechnet in dieser entscheidenden Begegnung personell aus dem letzten Loch gepfiffen hatten und kurz vor Schluss noch mit zwei Toren im Hintertreffen lagen, gelang buchstäblich im letzten Moment durch den Treffer von Fabian Kresse das benötigte 25:25-Unentschieden. Damit spielt die SHB nächste Saison in der Württembergliga. Getrübt wurde die Aufstiegsstimmung allerdings etwas von der schweren Fußverletzung, die Janis Bauer erlitten hatte.

Der ungünstige Termin mit einem Auswärtsspiel unter der Woche sollte sich personell negativ auswirken. Prüfungen wurden noch geschrieben, einige Studenten mussten direkt anreisen, und Schweigardt schaffte es aus geschäftlichen Gründen nicht rechtzeitig zum Spiel. Zudem konnte Flügelflitzer Daniel Ruoff aufgrund einer Nackenverletzung nicht auflaufen und die Rückraumshooter Wurelly und Bauer waren angeschlagen. Wenigstens konnte Trainer Sandro Jooß auf Jonas Ruoff aus der zweiten Mannschaft zurückgreifen, der seine Sache sehr gut machte.

Die SHB verteidigte mit einer offensiveren 5:1-Variante mit dem vorgezogenen Bayik, Fridingen stellte sich mit einem kompakten 6:0-Block dagegen. Nach dem 0:1-Rückstand fand Janis Bauer fand Max Schütz am Kreis, der zum 1:1 ausglich.

Der mit einer Ellenbogenverletzung angeschlagen ins Spiel gegangene Bauer traf aus dem Rückraum zur ersten SHB-Führung. Der gegen Mundelsheim noch ungewohnt schwächelnde Albrecht hatte diesmal einen guten Tag und düpierte die HSG-Abwehr zweimal nacheinander zum 5:5 nach zehn Minuten. Bis zum 9:9 wechselte ständig die Führung.

Klotzbücher von außen und der aufopferungsvoll kämpfende Bauer zwangen dann beim 11:9 den Trainer der Hausherren zur ersten Auszeit nach knapp 20 Minuten. Die SHB verteidigte mit allen Mitteln zunächst die Zwei-Tore-Führung. Mit der Halbzeitsirene bekam Fridingen aber noch einen Strafwurf zugesprochen, der auch zum 13:14-Pausenstand verwertet wurde.

Ein dramatischer zweiter Spielabschnitt sollte dann alles in den Schatten stellen, was die Saison bisher zu bieten hatte. Die Donautäler glichen zunächst aus und gingen dank der Abschlussschwäche der SHB sogar in Führung. Erst nach knapp sieben Minuten war Klotzbücher mit seinem Ausgleichstreffer zum 15:15 erfolgreich. Stängle, für Neckermann ins SHB-Gehäuse gekommen, entschärfte zwar drei Bälle nacheinander, konnte aber den 16:18-Rückstand nicht verhindern.

Bayik war es, der mit einem beherzten Wurf den Anschluss wieder herstellen konnte. Stängle wurde immer stärker, und Fridingen schwächte sich mit einer Zeitstrafe wegen Meckern selbst. Doch dann zig sich Janis Bauer eine so schwere Fußverletzung zu, dass für ihn das Spiel nach 47 Minuten gelaufen war.

Somit stand ein weiterer wichtiger Rückraumschütze nicht mehr zur Verfügung. Trainer Jooß musste umstellen und beorderte Max Schütz auf die halblinke Position. Albrecht traf mit einem harten Stemmwurf zum 19:19. Fridingen konterte aber prompt wieder und versenkte zwei Treffer hintereinander.

Albrecht verkürzte zwar im Gegenzug wieder, aber die Hausherren zogen knapp sieben Minuten vor dem Ende unter dem Jubel ihrer Fans auf 24:21 davon. Doch Bayik und Schütz sorgten wieder für den Anschluss. 24:23 führten die Gastgeber fünf Minuten vor Schluss.

Jetzt wurde es dramatisch. Der Fridinger Torhüter lief zur Hochform auf und entschärfte zwei freie Würfe der SHB von außen. Neckermann im Herbrechtinger Tor tat sein Bestes, konnte aber gegen den freien Wurf von links außen knapp zwei Minuten vor dem Ende zum 25:23 nichts ausrichten.

„Das war es jetzt“, dachten die vielen mitgereisten SHB-Anhänger und ließen langsam die Köpfe hängen. Nicht so aber die Spieler. Schütz markierte im direkten Gegenzug den Anschlusstreffer. Fridingens Abwehr blockte einen SHB-Wurf, und der Torhüter wollte zum Gegenstoß abwerfen. Albrecht schaltete schnell und fing die Kugel vor dem gestarteten Fridinger Flügelflitzer unter dem Jubel der SHB-Fans ab.

Jooß legte 35 Sekunden vor dem Ende nochmals die Karte zur Auszeit, um mit dem letzten Spielzug die Sensation noch zu schaffen. Bayik passte punktgenau zum freigelaufenen Kresse, und der zuvor bei einigen Aktionen glücklose Kreisläufer brachte das Leder abgezockt mit einem frechen Leger fünf Sekunden vor dem Abpfiff im Fridinger Gehäuse unter.

Alle Dämme brachen, ausgelassen feierte die Mannschaft mit den Fans den nicht mehr für möglich gehaltenen Aufstieg. Aber schnell waren die Gedanken der Spieler bei ihrem Teamgefährten Janis Bauer, der mit dem Krankenwagen in die Klinik gebracht war. Einer ersten Diagnose zufolge sind die Außenbänder gerissen.

Trainer Jooß konnte sich nach dem Spiel vor Glückwünschen nicht retten. Eine sehr durstige und lustige Busfahrt war der Lohn für die harte Arbeit, und einige Spieler nutzten das Angebot ihres beliebten Physiotherapeuten Jens Hildebrandt, um in den frühen Morgenstunden noch in seiner Sauna bei leckeren Hopfengetränken die müden Knochen zu entspannen.

HSG Fridingen/Mülheim – SHB 25:24 (13:14)
SHB: Neckermann, Stängle; Bauer (3), Ruoff (1), Klotzbücher (3), Kresse (1), Trittler, Weller, Wurelly, Zeiher, Bayik (6/1), Schütz (3), Albrecht (8)
Zeitstrafen: SHB: 2 (Bauer, Zeiher) – Fridingen/Mühlheim: 4
Strafwürfe: SHB: 3 (einen verwandelt) – Fridingen: 3 (alle verwandelt)
Zuschauer: 300 Schiedsrichter: Seeger und Müller aus Dettingen/Erms
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