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Handball-EM: Als Kai Häfner noch TV und HSG abschoss

Der wundersame Gewinn der Handball-Europameisterschaft wirkt immer noch nach. Auch die Handballfans im Kreis Heidenheim saßen am Sonntag natürlich zum ganz großen Teil vor dem Bildschirm. Bei einigen wurden während des Finalsieges der deutschen Nationalmannschaft ganz besondere Erinnerungen wach.

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  • Er hatte auch schon Auftritte im Kreis Heidenheim: Der frischgebackene Europameister Kai Häfner (Mitte) hier beim Spiel gegen die HSG (mit der Nr. 33 Christoph Ludwig, mit der Nr. 80 Markus Fähnle) in der Königsbronner Herwartsteinhalle. Als 17-Jähriger noch relativ schlaksig, zeigte er schon damals sein Können, auch wenn es in diesem Spiel nur zu sechs Treffern reichte. 1/2
    Er hatte auch schon Auftritte im Kreis Heidenheim: Der frischgebackene Europameister Kai Häfner (Mitte) hier beim Spiel gegen die HSG (mit der Nr. 33 Christoph Ludwig, mit der Nr. 80 Markus Fähnle) in der Königsbronner Herwartsteinhalle. Als 17-Jähriger noch relativ schlaksig, zeigte er schon damals sein Können, auch wenn es in diesem Spiel nur zu sechs Treffern reichte. Foto: 
  • Kai Häfner heute: Mit sieben Treffern gegen Spanien war er erfolgreichster Torschütze im EM-Finale. 2/2
    Kai Häfner heute: Mit sieben Treffern gegen Spanien war er erfolgreichster Torschütze im EM-Finale. Foto: 
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Bei dieser EM wurden von vielen im deutschen Team – einem Team ohne Stars – ungewöhnliche Sportgeschichten geschrieben. Zum Beispiel von Kai Häfner. Der 26-Jährige vom TSV Hannover-Burgdorf war eigentlich gar nicht nominiert worden, rückte dann aber nach der Verletzung von zwei Leistungsträgern nach und machte aus dieser Situation Sensationelles: Nach seinem Debüt im Spiel gegen Dänemark warf er im hochdramatischen Halbfinale gegen Norwegen quasi in letzter Sekunde den Siegtreffern und avancierte dann im Endspiel gegen Spanien mit sieben Treffern zum erfolgreichsten Torschützen.

Und in diesen Momenten dachten nicht wenige bekannte Handballer aus dem Kreis: Gegen diesen Kerl habe ich doch auch schon einmal gespielt. Denn Häfner stammt aus Schwäbisch Gmünd, war bis 2007 für den dortigen TSB aktiv und traf in der Verbandsligasaison 2006/2007 auf den TV Steinheim und die HSG Oberkochen/Königsbronn. Damals war er gerade 17 Jahre alt und mischte schon im harten Geschäft der Männer-Verbandsliga mit.

So kann beispielsweise der Steinheimer Torhüter Michael Schuler mit seinem spanischen Kollegen mitfühlen. „Ich erinnere mich noch ganz gut, vor dem Spiel wurde er als Jugend-Europameister geehrt“, sagt Schuler, der dann gleich den ersten Wurf des Linkshänders parierte, anschließend aber sehr oft hinter sich greifen musste. Im Rückspiel in Steinheim schenkte Häfner dem TV sogar 14 Tore ein – und das, obwohl er teilweise auf der meist nicht so torgefährlichen Rechtsaußenposition spielte. „Es ist gegen ihn als Torwart sehr unangenehm, schon damals hatte er einen schnellen Armzug und warf äußerst präzise“, berichtet Schuler, den diese ganz große Karriere Häfners nun aber doch etwas überrascht hat.

Auch die heute noch aktiven Steinheimer Thomas und Klaus Nißle standen damals schon im Team, ebenso der aktuelle TV-Trainer Gerhard Fetzer. „Ich glaube, sein Vater hat sich etwas über unsere Härte beklagt“, schmunzelt Fetzer, der sich in dieser Saison an der Schulter verletzte und in der Rückrunde dann bereits auf die Trainerbank gewechselt war. Das Finale haben die Steinheimer am Sonntag übrigens gemeinsam angeschaut und waren alle restlos begeistert. „Keiner hat so ein Turnier erwartet, vor allem nachdem sich dann noch zwei Spieler verletzt haben“, sagt Fetzer, der durch den EM-Titel einen Schub für seine Sportart erwartet.

Ebenfalls im damaligen TV-Team: Gerd Mühlberger, heute Trainer der TSG Schnaitheim. „Es war damals schon ersichtlich, dass er ein Ausnahmetalent ist, er hat immer die Lücken gesehen“, so Mühlberger. Auch er ist noch tief beeindruckt vom Auftritt der gesamten deutschen Mannschaft. „Die hatten so Bock auf Abwehr, das Video müsste man eigentlich jeder Mannschaft immer wieder zeigen.“

Auch Tobias Schramek aus dem Trainerteam der HSG Oberkochen/Königsbronn hatte als Aktiver das Vergnügen, gegen Häfner zu spielen. Seine Erinnerungen sind allerdings weniger schön. „Ich habe mich in dem Spiel verletzt und lag dann in Gmünd im Krankenhaus“, erzählt Schramek, der sich schon damals vorstellen konnte, dass Häfner seinen Weg macht. „Wie der mit 17 schon eine tragende Rolle bei einem Verbandsliga-Spitzenteam spielte, war beeindruckend. Ich dachte mir, dass er es in die Bundesliga schaffen kann, aber dass es so toll läuft . . .“ Den deutschen Triumph schreibt der Königsbronner nicht zuletzt der Leistung von Trainer Dagur Sigurdsson zu. „Da spielten ja Leute, die selbst manche Handballfans nicht kannten. Dass der Titel so überraschend kam, macht ihn umso wertvoller.“

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Kommentare

03.02.2016 14:08 Uhr

Handball-EM

Nach dem Sehen mehrerer Spiele der Auswahl der Bundesrepublik ziehe ich das Fazit, dass die brutalste und rücksichtsloseste Variante des "Handballsports" gesiegt hat. Was hat dieses Freistilringen mit Handball zu tun? Der Spieler Pekeler hätte schon nach dem ersten Spiel Turniersperre verdient gehabt. Er rang die Gegenspieler bedenkenlos nieder und schien psychisch unbeeindruckt.
Ich denke, dass diese Mannschaft auch von den Schiedsrichtern bevorzugt wurde, sie erhielt oft mehr Strafwürfe zugesprochen als ihre Gegner. Es war ja auch wichtig, das deutsche Publikum möglichst lange bei Laune und Kommerz zu halten.

Johann Holzheu

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