Vorzeitige Entscheidung im Titelkampf?

Die Kapitäne Klaus Nissle (TV Steinheim) und Tobias Schramek (HSG Oberkochen/Königsbronn) fiebern dem Handball-Derby am kommenden Samstag (20 Uhr, Wentalhalle) entgegen.

Wie ist derzeit die Stimmung in den beiden Vereinen und im Umfeld? Grassiert schon das Derby-Fieber?
 
   
Tobias Schramek: Wir haben letzte Woche nicht wie gewohnt trainieren können, deshalb kann ich dazu noch gar nicht viel sagen. Aber natürlich wird schon seit zwei, drei Wochen über dieses Spiel geredet. Es ist ja diesmal nicht nur ein Derby, die Tabellensituation sorgt darüber hinaus für das besondere Fieber.
Klaus Nissle: Wir freuen uns auf dieses Spiel, vor allem auch, weil es bei uns stattfindet. Das wird mit Sicherheit ein Leckerbissen.
 
Wird am Samstag die Meisterschaft entschieden?
 
   
Klaus Nissle: Ich denke ja. Wenn Königsbronn gewinnt, dann haben sie den Titel wohl in der Tasche. Das lassen sie sich dann nicht mehr nehmen, denn die HSG gewann ihre Spiele meist souverän. Wenn aber wir erfolgreich sind, dann wird das Titelrennen nochmals richtig spannend.
Tobias Schramek: Ich kann mich Klaus nur anschließen. Ich denke, die Meisterschaft wird zu 90 Prozent entschieden sein, wenn wir das Spiel gewinnen. Wenn Steinheim gewinnt, sind wir wieder punktgleich. Dann muss man vielleicht sogar den Tabellendritten Feldkirch wieder mit einbeziehen.
 
Was wird für den Spielausgang am Samstag entscheidend sein? Wird die Partie angesichts des öffentlichen Interesses vor allem auch vom Kopf her entschieden?
 
   
Tobias Schramek: Mit Sicherheit. Die Mannschaften kennen sich sehr gut, da kann man nicht mehr mit irgendeinem Überraschungseffekt kommen. Es ist ein enges Spiel zu erwarten. Da entscheidet die oft zitierte Tagesform, vielleicht ein bisschen auch das Glück und dann natürlich die Frage, ob man in einer solchen Drucksituation die Nerven bewahren kann.
Klaus Nissle: Wir freuen uns immer, wenn viele Zuschauer kommen, obwohl das natürlich auch den Druck verstärkt. Ich denke, die Coolness und die Cleverness werden entscheiden. Spielerisch sind beide Teams auf ähnlichem Niveau, da werden Kleinigkeiten den Ausschlag geben.
 
Vollenden Sie doch mal den Satz: Unsere Mannschaft gewinnt das Spitzenspiel, weil . . .
 
   
Klaus Nissle: . . . wir zu Hause bis jetzt nur ein Spiel verloren und eins unentschieden gespielt haben und weil wir vor eigener Kulisse viel ruhiger und besser auftreten als auswärts.
Tobias Schramek: . . . wir einerseits unsere Erfolgsserie mit ins Jahr 2012 nehmen konnten, und weil wir andererseits doch ein kleines bisschen weniger Druck haben als Steinheim.
     
Wie beurteilen Sie die Stärken der gegnerischen Mannschaft? Klaus Nissle, was schätzen Sie an der HSG?
     
Klaus Nissle: Zu ihren besonderen Stärken gehört, dass sie wenig Fehler machen und vor allem sehr konsequent spielen. Mit Tobi Schramek in der Mitte und mit Huep und Schütz stehen körperlich große Spieler hinten drin. Dazu kommen zwei für diese Liga überdurchschnittliche Torhüter mit Neukamm und Macher. Aus der starken Abwehr heraus kommen sie zu vielen Tempogegenstößen, die häufig erfolgreich abgeschlossen werden.
     
Was sind die Stärken der Steinheimer Handballer?
     
Tobias Schramek: In erster Linie sehe ich da eine relativ starke Abwehr, daraus resultiert häufig das schnelle Spiel nach vorne. Es gibt ein paar Schlüsselspieler, die schon relativ lang zusammenspielen und eine erfolgreiche Achse bilden, zu sehen zum Beispiel am Zusammenspiel zwischen Klaus Nissle und dem Kreisläufer oder mit seinem Bruder, der ja auch schon lange dabei ist.
     
Wagen wir mal eine Prognose: Wo stehen die beiden Mannschaften zum Saisonende?

Tobias Schramek: Ich hoffe mal auf den Plätzen eins und zwei. Wenn wir Meister werden, darf Steinheim gerne Zweiter werden. Das gönne ich Steinheim auf alle Fälle mehr als den anderen Mannschaften, die vielleicht auch noch eine Chance haben.
Klaus Nissle: Wenn Königsbronn am Samstag gewinnt, sehe ich Königsbronn auch zum Saisonende auf dem ersten Platz. Wir selbst haben noch drei schwere Spiele: Königsbronn, dann noch in Feldkirch und Bartenbach. Wenn wir am Samstag gewinnen, werden wir am Ende unter den ersten beiden Mannschaften sein. Auch uns würde es gefallen, wenn wir zusammen mit der HSG aufsteigen würden.
             
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Autor: THOMAS GRÜNINGER | 22.02.2012

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