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Von wegen Goldesel: FCH wehrt sich gegen falsche Behauptungen

Dass die Heidenheimer Fußballer nach den teils renommierten Zugängen zur Winterpause anders wahrgenommen werden und ihre Ziele auch offensiver formulieren, ist für FCH-Manager Holger Sanwald normal. Dass der Verein plötzlich als Krösus der 3. Liga gilt, ärgert ihn und die anderen Verantwortlichen aber enorm: „Da wird mit falschen Zahlen operiert.“

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Wurde ein Goldesel im Wald neben der Voith-Arena entdeckt? Gegen die Behauptung, der FCH habe den größten Etat der 3. Liga wehrt sich zumindest Geschäftsführer Holger Sanwald.  Foto: 

Es war natürlich zu erwarten: Nachdem sich der FCH mit – zumindest nominell – durchweg höherklassigen Spielern verstärkt hat, schiebt die Konkurrenz den Heidenheimern genüsslich die Favoritenrolle zu. Mit der gestiegenen Aufmerksamkeit gehen aber auch viele Spekulationen einher, und plötzlich ist im Fernsehen oder in Foren vom höchsten Etat in der 3. Liga die Rede, selbst der Einsatz der Rasenheizung wurde mit außergewöhnlicher Bonität gleichgesetzt – wobei sich die Frage stellt, warum man eine Rasenheizung installieren sollte, wenn man sie nicht auch benutzen will. Zuletzt hieß es bei der TV-Übertragung, die Heidenheimer hätten mit 6,85 Millionen Euro den teuersten Spielerkader.

„Das beruht einfach nicht auf Tatsachen, wir sind mit Sicherheit kein Krösus, liegen mit einem Etat von 5,5 Millionen eher im unteren Mittelfeld der 3. Liga“, ärgert sich Sanwald. Aus dem offiziellen DFB-Report geht hervor, dass die Drittligavereine in der Saison 2010/11 durchschnittlich knapp sieben Millionen Euro Einnahmen und Ausgaben hatten, daran dürfte sich in der laufenden Runde nicht viel geändert haben. Der FCH, der seinen Etat im Vergleich zur vergangenen Spielzeit um circa zehn Prozent auf 5,5 Millionen steigerte, hat hier also keineswegs die Nase vorn.

Wie kommen solche Zahlen dann zustande? Im Internetportal transfermarkt.de ist ein Marktwert der einzelnen Heidenheimer Spieler aufgelistet, dieser summiert sich in der Tat auf 6,85 Millionen Euro, und damit würde der FCH knapp vor Osnabrück und Sandhausen die Tabelle anführen. Allerdings sagen diese Zahlen nicht viel aus. Abgesehen davon, dass es sich bei den Marktwerten um reine Schätzungen handelt, werden in der 3. Liga ja so gut wie nie Ablösesummen fällig, da die Spieler nur äußerst selten aus bestehenden Verträgen „herausgekauft“ werden. „Bei uns gehen Marktwerte von Spielern auch nicht in die Bilanz ein“, erklärt Sanwald.

Zudem hätten die Heidenheimer beispielsweise für ihren in dieser Liste teuersten Spieler – den mit 700 000 Euro veranschlagten Patrick Mayer – überhaupt kein Transferrecht, da er vom FC Augsburg ausgeliehen ist. Das Internetportal ist außerdem zwar recht aufwendig und gut gemacht, hat aber keinerlei offizielle Bedeutung. Mit anderen Worten: Von diesen Zahlen auf den Wert der Heidenheimer Mannschaft oder den Etat des Vereins zu schließen, ist jedenfalls absolut hanebüchen.

Es gilt auch, die zum Teil sicher namhaften Zugänge des FCH richtig einzuschätzen. Zwar gehörten Michael Thurk und Patrick Mayer zu einem Erstliga-, Dennis Malura und Robert Strauß zu einem Zweitliga- und Marco Sailer zu einem Drittliga-Kader, doch alle fünf kamen bei ihren vorherigen Klubs schon seit einiger Zeit nicht in diesen Ligen zum Einsatz. Ganz so spektakulär wie die Verstärkungen zu sein scheinen – oder wie sie manche gern hinstellen möchten – waren sie also gar nicht. Deshalb sieht der FCH-Manager auch keine grundsätzliche Wende in der Vereinspolitik. „Man muss da schon genau hinschauen. Wir haben durch glückliche Umstände und eine geschickte Transferpolitik des Vereins einige Erst- und Zweitligaspieler hinzubekommen, aber wir haben auch genau darauf geachtet, wer zu uns passt, und nichts am Konzept geändert“, betont Sanwald und weist darauf hin, dass für keinen der neuen Spieler eine Ablöse fällig war.

Aber verdient ein Spieler wie Michael Thurk nicht deutlich mehr? „Ich kann natürlich nicht über einzelne Gehälter reden, sage aber ganz klar: Wir haben nichts am Grundprinzip der Leistungsorientierung geändert“, so Sanwald. Es gelte bei jedem Spieler gleichermaßen: Das Gehalt ist an Siege, Punkte und Einsätze gekoppelt. So musste sich laut Sanwald auch nichts auf der Einnahmenseite ändern. „Wir haben nicht im Lotto gewonnen und es gibt auch keinen neuen Großsponsor. Die Verträge mit unseren über 200 Partnern laufen wie vereinbart. Es gab nichts außerhalb der Reihe, und wir werden sicher kein finanzielles Harakiri begehen“, erklärt der Manager und erinnert gleichzeitig an die zusätzlichen Einnahmen im DFB-Pokal sowie die unerwartet hohe Zahl von mittlerweile 4000 Dauerkarten hin. Außerdem wurden durch Abgänge von Spielern und die zahlreichen Verletzungen auch Mittel frei, denn bei ordnungsgemäß angemeldeten Drittligaspielern läuft's wie bei anderen Arbeitnehmern: Nach sechs Wochen übernimmt die Krankenkasse die Lohnfortzahlung.

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