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Vitus Eicher denkt mit gemischten Gefühlen an Zeit bei Münchner „Löwen“ zurück

Heidenheims Nummer zwei denkt mit gemischten Gefühlen an seine Zeit bei den Münchner „Löwen“ zurück: „Am besten, wir gewinnen und 1860 rettet sich über die Relegation.“

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Vitus Eicher ist beim TSV 1860 München fußballerisch groß geworden und würde gegen seine ehemaligen Kollegen natürlich gerne im Tor stehen.  Foto: 

Fast 17 Jahre lang stand Vitus Eicher in Diensten des TSV 1860 München, ehe der gebürtige Erdinger im Januar dieses Jahres zum 1. FC Heidenheim wechselte. An der Brenz wollte der 26-Jährige nochmals neu durchstarten, nachdem er in München hinter Stefan Ortega und dem Ex-Heidenheimer Jan Zimmermann nur noch wenig Chancen sah, in der 2. Liga zum Zuge zu kommen.

Allerdings saß Eicher seit Rückrundenbeginn in Heidenheim auch nur auf der Bank, kam nicht an Kevin Müller vorbei und bekommt ab der neuen Saison mit dem Hoffenheimer Matthias Köbbing weitere Konkurrenz im Kampf um den Posten zwischen den Pfosten. Da würde es ihm sicher gut zu Gesicht stehen, könnte er einmal vor Publikum zeigen, was ihn als Schlussmann auszeichnet.

Einsatz mit Brisanz

Im vergangenen Jahr durfte Kevin Müller als damalige Nummer zwei die letzten drei Saisonspiele absolvieren, nachdem die Heidenheimer den Klassenerhalt gesichert hatten. Seit dem vergangenen Sonntag (1:0-Sieg bei Union Berlin) ist der Abstieg für den FCH auch in diesem Jahr theoretisch nicht mehr möglich – was Eichers Chancen erhöhen könnte, im Saisonfinale noch zum Zuge zu kommen.

„Natürlich freue ich mich, wenn ich spielen darf“, sagte der 191 Zentimeter große Schlussmann am Mittwochabend bei einer Veranstaltung in der Zeltkirche Gerstetten, wo er gemeinsam mit seinen Heidenheimer Teamgefährten Marcel Titsch-Rivero und Tim Skarke interviewt wurde. Würde ihm Trainer Frank Schmidt am Sonntag (15.30 Uhr, Voith-Arena) sein Debüt in Heidenheim ermöglichen, hätte dies durchaus eine gewisse Brisanz.

Für die „Löwen“ bestritt Eicher immerhin schon 33 Zweitligaspiele, in der Vorrunde dieser Saison kam er allerdings nur vier Mal in der Regionalliga-Mannschaft der Münchner zum Zug. Während es für die Heidenheimer am Sonntag nur noch darum geht, ihre Tabellenposition zu verbessern (das hätte Auswirkungen auf die Fernsehgelder) und die letzte Chance zu nutzen, in der Rückrunde wenigstens einen Heimsieg zu verbuchen, steht für den TSV 1860 die sportliche Existenz auf dem Spiel. Die Heidenheimer würden ihren Gegner mit einem Sieg in die Abstiegsrelegation oder auch in die direkte Drittklassigkeit schicken.

Letzteres zumindest will Eicher seinen ehemaligen Mitstreitern aus dem Münchner Arbeiterviertel Giesing nicht wünschen. Schließlich, so berichtete er bei seinem Auftritt in Gerstetten, sei er nach so langer Zeit noch mit vielen Ehemaligen freundschaftlich verbunden. Am liebsten wäre es dem Torhüter, wenn er mit dem FCH gewinnen würde, die „Löwen“ sich aber über die Relegation noch retten könnten.

Dass ihm die Münchner den Wechsel während der Winterpause nach Heidenheim nicht gerade leicht machten, trägt Eicher seinem Ex-Klub demzufolge nicht nach. Lange sträubte sich der Traditionsklub, sein Eigengewächs freizugeben. Zwischenzeitlich stand sogar eine utopische Ablösesumme von 500 000 Euro im Raum, obwohl Eichers Vertrag zum Saisonende ohnehin ausgelaufen wäre und er dann ablösefrei hätte gehen können.

„1860 verbaut mir ohne Not meine Zukunft. Ich hänge seit vier Wochen in der Luft“, hatte Eicher damals geklagt. Münchner Medien schrieben von einer „Wechsel-Posse“. Auch FCH-Vorstandsvorsitzender Holger Sanwald sprach von „äußerst langwierigen Verhandlungen“, die dann aber doch zu einem Happy End für den abwanderungswilligen Schlussmann führten.

Inzwischen haben die Sechziger ganz andere Probleme. Sie zogen sich am Dienstag für mehrere Tage in ein Kurhotel in Bad Wörishofen zurück, um sich dort in der Ruhe des Allgäus ganz auf das „Endspiel“ in Heidenheim konzentrieren zu können.

Ismaik meldet sich zu Wort

Auch Investor Hassan Ismaik hat sich zu Wort gemeldet und fordert eine Trotzreaktion von Mannschaft und Trainerteam, nachdem der TSV 1860 durch das 1:2 gegen den VfL Bochum am vergangenen Wochenende auf den Relegationsplatz zurückgefallen war. „Diese Niederlage hat uns in die Bredouille gebracht“, ließ der Jordanier auf seiner Facebook-Seite verlauten.

Mit einem Sieg in Heidenheim könnten die Löwen den Relegationsplatz am letzten Spieltag verlassen. „Ich erwarte von der Mannschaft, aber auch vom Trainerteam im letzten Spiel in Heidenheim eine Trotzreaktion, damit hinterher alle sagen können: Auch wenn es bis zum letzten Spieltag gedauert hat, aber diese 1860er-Mannschaft hat Charakter, Herz und auch Qualität“, meinte Ismaik und appellierte zugleich an die Eitelkeit der Spieler: „Wer will in seiner Vita schon gerne einen Abstieg stehen haben?“

Erinnerungen an 2015

Der 1. FC Heidenheim – möglicherweise mit dem Ex-Löwen Vitus Eicher im Tor – spielt also mal wieder Schicksal für einen Konkurrenten. Keine neue Rolle für den FCH: Vor zwei Jahren wurde Erzgebirge Aue am 34. Spieltag mit einem 2:2 in Liga drei geschickt. Eine Woche zuvor hatten die Heidenheimer dem VfR Aalen mit einem 4:2-Auswärtssieg ebenfalls den Abstieg beschert.

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