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Trainer! feiert Premiere in Heidenheim

Es war schon eine ganz besondere Atmosphäre, die am Freitag bei der Preview des Films „Trainer!“ im Heidenheimer Kinocenter herrschte. Über die Leinwand flimmerten Bilder der FCH-Fußballer, der Voith-Arena, der Stadt und im Saal saßen die Protagonisten dieser Dokumentation, in der Frank Schmidt die Hauptrolle einnimmt.

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Macher und Beteiligte des Films in der Gesprächsrunde: (von links) Frank Schmidt, FCH-Stadionsprecher Peter Barth, Regisseur Aljoscha Pause und der ehemalige St.-Pauli-Trainer André Schubert.  Foto: 

Im Kino war auch Regisseur Aljoscha Pause, der in einer Gesprächsrunde seine Gedanken zur Produktion erläuterte. „Es gibt wohl keinen Beruf, der so im Fokus der Medien steht, wie der des Fußballtrainers und der meist trotzdem nur oberflächlich betrachtet wird. Ich wollte mit diesem Film die Perspektive verändern, ein komplettes Bild vom Beruf Trainer zeigen“, erklärte der Grimme-Preisträger.

Das ist ihm (wir berichteten) eindrucksvoll gelungen, der Wechsel zwischen Interviews und Spielszenen – in denen klar wird, wie schnell und manchmal auch unglücklich Pläne und Saisonziele zerplatzen können – lässt erahnen, welche Emotionen im Spiel sind, welcher Druck auf den Trainern lastet. Pauses Stil ist klar und sauber, er stellt niemand bloß, wertet und kommentiert nicht, im Film sind nicht einmal die Fragen zu hören – er lässt einfach erzählen und das führt zu vielen Einblicken und prägnanten Aussagen.

Dramatischer Verlauf der Sasion

Fast ein Jahr hat Pause Frank Schmidt, André Schubert (FC St. Pauli) und Stephan Schmidt (SC Paderborn) begleitet, konnte dabei natürlich nicht ahnen, welch dramatischen Verlauf die Saison für alle drei nehmen sollte. So mussten der in Heidenheim ebenfalls anwesende und sehr sympathisch auftretende Schubert sowie Schmidt beide vorzeitig ihren Sessel räumen – umso nachdenkenswerter wirkten da die vorangegangenen Lobeshymnen der Vereinsverantwortlichen. In Heidenheim gab's keine Entlassung, aber das knappe Scheitern im Kampf um Rang drei. So war's nach Filmende erst einmal still im Saal, viele mussten angesichts der Bilder vom 0:0 gegen Offenbach nochmals tief durchatmen. „Trainer!“ endet mit der Ansprache Schmidts, der auch in dieser Situation die richtigen Worte fand: „So ist der Fußball, so ist das Leben“.

Zuvor durfte oft geschmunzelt werden, die komplette angetretene Mannschaft konnte sich selbst bei kleinen Missgeschicken beobachten. Vor allem ein defensiver Mittelfeldspieler bekam was ab, dessen Name lässt sich aber auch gar so schön brüllen. Schmidt schmunzelnd: „Ich habe mich schon bei Titsch entschuldigt.“ Für Heidenheims Trainer war's zunächst auch „ziemlich komisch“, sich so ausgiebig selbst auf der Leinwand zu sehen, dabei wirkt der durchaus telegen. Mehr und mehr vergaßen er und die Spieler bei den vielen Einblicken in Besprechungen, Trainings und das Geschehen am Spielfeldrand aber die Kamera.

Blick auf den FCH: totale Offenheit

Pause war auf seiner Suche nach Trainern für die Dokumentation unter anderem durch Frank Wormuth, der die Fußballlehrerausbildung des DFB leitet und ebenfalls im Film vorkommt, auf Schmidt gestoßen. Der wiederum kannte den Fernsehjournalisten von einem Interview in seiner aktiven Zeit bei Aachen und hatte sofort volles Vertrauen. So unterschied sich der Blick auf den FCH auch von dem auf die anderen im Film vertretenen Klubs durch totale Offenheit. Ob nicht ganz druckreife Worte des Trainers, Sangeskünste in der Kabine oder der unglaubliche Papierstapel auf des Managers Schreibtisch – nichts blieb in der 135-Minuten-Fassung, welche Pause aus gut 50 Stunden Material geschnitten hat, außen vor. „Für uns war das am Ende ganz natürlich, wir werden uns jetzt eher wundern, wenn keine Kamera mehr da ist“, sagt Schmidt.

Pause hat die nächsten Projekte schon im Hinterkopf. Vielleicht taucht ja wieder einmal Heidenheim auf, schließlich wär da noch ein Happy-end fällig. Andererseits: Obwohl die Relegation verpasst wurde, war der FCH in „Trainer!“ schon jetzt irgendwie der Gewinner. Hier musste eben nicht der Coach nach einer Schwächephase gleich den Hut nehmen und auch das Management steht nicht im Ruf, „fußballfern“ zu sein. Und die Aufmerksamkeit ist gewiss. „Am Ende weinen alle Zuschauer ein bisschen mit Heidenheim um den vergeigten Aufstieg. Auch die, die gar nicht wissen, wo Heidenheim liegt“, hieß es beispielsweise in einem Blog-Eintrag nach der Premiere des Films in Berlin. Jetzt werden es noch ein paar mehr wissen, denn der Film läuft bundesweit in den Kinos.

Info Die Dokumentation „Trainer!“ läuft derzeit im Heidenheimer Kino-Center (täglich um 17.30 Uhr).
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