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Online-Spielberichte: Klick, klick, klick . . . fertig?

Der handschriftlich ausgefüllte Spielberichtsbogen soll bald Geschichte sein. So zumindest der Wunsch des Württembergischen Fußballverbandes (WFV). Ab der Spielzeit 2013/14 sollen Vereine und Schiedsrichter alles elektronisch übers „DFBnet“ erfassen. Für den Frauen-Landesligisten FFV Heidenheim wird es bereits zur Rückrunde der aktuellen Saison ernst.

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Schluss mit dem Papierkram: In allen Fußballklassen sollen die Spielberichte spätestens ab der Saison 2013/14 elektronisch erfasst werden.  Foto: 

Hm, wie könnte der Spieler wohl heißen? Brenz? Nein. Benz! Oder doch nicht? – Bisher wurden vor Fußball-Begegnungen die Aufstellungen beider Mannschaften mit der Hand von den jeweiligen Betreuern aufgeschrieben. Durch gespeicherte Spielernamen im „DFBnet“ soll es in Zukunft keine Schreibfehler mehr geben, auch die Leserlichkeit soll so gewährleistet werden.

Ab der Fußball-Landesliga aufwärts ist es bereits gang und gäbe, dass die Spielberichte elektronisch erfasst werden. „Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht. Es erleichtert uns die Arbeit“, sagt Daniel Grandy. „Man kann z. B. die Namen besser lesen, es gibt auch kein Durchstreichen und kein Gekritzel mehr auf den Spielbögen“, erklärt der Obmann der Schiedsrichtergruppe Heidenheim (SRG Heidenheim) weiter. „Zudem sieht man sofort, ob ein Spieler gesperrt ist. Das ist auch ein großer Vorteil.“

Der WFV sieht dabei vor, dass die Aufstellungen bis spätestens 45 Minuten vor dem Anpfiff der jeweiligen Partie bereits von den Vereinen eingegeben werden müssen. Danach und während der Spiele können keine Änderungen vorgenommen werden.

Die beiden Vertreter des Landkreises in der Landesliga, die TSG Schnaitheim und der FV Sontheim, haben damit zumindest keine Probleme gehabt. „Wenn man es mal gemacht hat, ist es eigentlich ganz einfach“, heißt es etwa aus dem Sontheimer Umfeld. Im Schiedsrichterraum wurde dabei vom FV ein Computer samt Drucker aufgestellt.

Ähnlich sieht es auch Ralf Polzer: „Nach einer kurzen Anlaufzeit haben wir nur positive Erfahrungen mit dem Online-Spielbericht gemacht“, so der Trainer der Schnaitheimer Landesliga-Mannschaft. „Die Voraussetzungen wie Computer und Internetverbindung müssen natürlich gegeben sein.“ Auf dem Schnaitheimer Moldenberg sei Letzteres zwar „dürftig“, aber es gehe.

In Zukunft sollen die Unparteiischen auch in allen anderen Fußballklassen nach Ende des Spiels noch vor Ort den Spielbericht vervollständigen, d. h. Ergebnis, gelbe und rote Karten, besondere Vorkommnisse etc. online eintragen – auch in den Kreisligen und den Reservemannschaften.

Darüber zeigten sich einige Schiedsrichter der SRG Heidenheim auf einem ersten Informationsabend verwundert. „Wen interessiert es denn, für welches Vergehen ein Spieler in der Kreisliga B/Reserve die gelbe Karte erhalten hat (Foul oder Unsportlichkeit)?“, wurde beispielsweise in den Raum geworfen.

„Bei einigen Schiedsrichtern ist noch Unsicherheit vorhanden, das stimmt. Es wird sicherlich ein wenig dauern, bis sich alle damit angefreundet haben“, räumt Obmann Grandy ein. „Besonders ältere Kameraden tun sich damit schwer, dass sie in den unteren Klassen dann auch viel stärker ins Detail gehen müssen und alles online vermerken sollen.“

Es sei eine schwierige Übergangsphase. „Ältere Schiedsrichter denken bereits aufgrund ihres Alters darüber nach aufzuhören. Nun könnten sie die Einführung des Online-Spielberichts zum Anlass nehmen, die Pfeife wirklich an den Nagel zu hängen. Einige haben nicht einmal eine E-Mail-Adresse“, sieht Grandy die Gefahr, Unparteiische zu verlieren. „Ich hoffe aber, dass alle dabei bleiben. Wir brauchen jeden Einzelnen“, betont der 29-Jährige.

Daher will die SRG Heidenheim weiter Aufklärung betreiben, etwa in Form von Schulungsabenden oder einer Art Patenschaft zwischen jüngeren und älteren Schiedsrichtern. „Ich bin mir sicher, wenn die Älteren die Berichte zwei- bis dreimal online unter Anleitung ausgefüllt haben, dann geht es auch bei ihnen fast von alleine“, sagt Grandy.

Zeit genug bleibt dafür, denn der erste Teil der Saison 2013/14 wurde vom WFV zu einer Testphase erklärt. „Da fahren wir zweigleisig, d. h. die Umstellung vom handschriftlichen auf den elektronischen Spielbericht erfolgt nicht von heute auf morgen“, erklärt Grandy weiter. Erst aber dem 1. Januar 2014 ist der Online-Spielbericht zwingend.

Dagegen geht's in der Frauen-Landesliga bereits ab der Rückrunde der laufenden Saison los. „Es wird sicherlich schwierig, aber zu meistern“, sagt FFV-Manager Georg Michelchen. In erster Linie gelte es zu klären, wie der Verein ins Internet kommt. Seine Heimspiele trägt der FFV nämlich auf dem Sportplatz in der Königsbronner Waldsiedlung aus.

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