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Spielabbruch: VfR Aalen entschuldigt sich beim FCH

Nachwuchs: Wegen einer Tätlichkeit des Torwart-Trainers der Gäste wurde das A-Junioren-Oberliga-Spiel zwischen dem 1. FC Heidenheim und dem VfR Aalen abgebrochen. Nun ermittelt das Sportgericht.

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Da half alles Diskutieren mit dem Schiedsrichter-Gespann nichts: Das Derby zwischen den A-Junioren des 1. FC Heidenheim und des VfR Aalen wurde zehn Minuten vor Schluss wegen einer Tätlichkeit eines Verantwortlichen der Gäste abgebrochen.  Foto: 

Die vergangene Woche hatte es für die A-Junioren des 1. FC Heidenheim wahrlich in sich. Durch den 1:0-Sieg beim bisherigen Spitzenreiter SV Sandhausen eroberte die Mannschaft von Trainer Benjamin Götz am Sonntag die Tabellenführung in der Oberliga zurück, am Mittwoch gewann sie in Geislingen durch einen 2:0-Erfolg im Finale gegen den SSV Reutlingen (Verbandsstaffel Süd) den WFV-Pokal, und zur Krönung sollte vergangenen Samstag ein Derby-Sieg gegen den benachbarten VfR Aalen her.

300 Zuschauer – alles friedlich

Das Duell war als Spitzenspiel der A-Junioren-Oberliga – Erster gegen Dritter – deklariert worden, doch es sollte anders kommen. Vor rund 300 Zuschauern starteten beide Mannschaften auf dem Heidenheimer Kunstrasenplatz oberhalb der Voith-Arena verhalten in die Partie. Während in der ersten Hälfte auf jeder Seite je eine gute Möglichkeit zu Buche stand, dominierten die Gastgeber den Gegner in Hälfte zwei und schnürten ihn regelrecht ein. Gleich mehrere hochkarätige Chancen wurden herausgespielt – doch der erlösende Führungstreffer wollte einfach nicht fallen.

Dann der große Aufreger: Zehn Minuten vor Schluss kam es auf Höhe der Mittellinie zu einer Rangelei. Ein Mitglied des Aalener Trainer-Teams ging daraufhin den Kapitän des 1. FC Heidenheim, Darius Held, tätlich an und verletzte ihn am Auge, sodass dieser nicht mehr weiterspielen konnte (wir berichteten). Schiedsrichter Steve Henriß brach die Partie daraufhin sofort ab. Doch wie war es dazu gekommen? „Ein Aalener Spieler wollte eine Tätlichkeit provozieren, was der Unparteiische erkannte“, beschreibt Heidenheims Trainer den Ursprung des Tumults, der sich direkt vor der Aalener Bank abspielte.

Harte Zweikämpfe, aber keine gelben Karten

„Trotz Derbycharakters war das Spiel bis dahin beiderseits fair geführt worden. Es gab schon harte Zweikämpfe, aber der Schiedsrichter hatte alles im Griff und musste keine gelbe Karte zeigen“, sagt Götz. Auch die Stimmung unter den Teams, den Trainern und den Zuschauern sei sehr friedlich gewesen. Absolut gar nichts habe auf eine Eskalation hingedeutet.

Nach dem Abbruch sei ebenfalls alles ruhig geblieben – sowohl unter den Spielern als auch im Umfeld. Während sich die Gastgeber auf dem Platz versammelten, zogen sich die Gäste in ihre Kabine zurück. Der verletzte Darius Held musste zwar nicht ins Klinikum, sein rechtes Auge aber war direkt nach der Tätlichkeit ordentlich angeschwollen. „Ich sehe ihn am Nachmittag im Training, dann kann ich mehr sagen“, so Götz am Montag.

Was sagt der VfR Aalen dazu?

Und die Version der Gegenseite? Laut dem VfR Aalen war es in der 80. Minute zu einer Auseinandersetzung zwischen einem am Boden liegenden Gäste-Spieler und zwei Heidenheimern gekommen. Das Knie eines solchen habe sich dabei eindeutig in Richtung Kopf des verletzten Aaleners bewegt. Die Gäste-Bank sei daraufhin aufgesprungen und habe sich ein Wortgefecht mit Darius Held geliefert und Aalens Torwarttrainer dem 18-Jährigen ins Gesicht gegriffen.

Holger Hadek, Geschäftsführer des VfR Aalen: „Egal, wie hitzig es zuvor zugeht, was verbal zum Ausdruck gebracht wurde oder im Spiel passiert ist – hierzu darf es nicht kommen. Das Wichtigste ist, dass Darius Held keine bleibenden Schäden davongetragen hat. Dies hat er mir am Telefon versichert. Ich habe mich auch nochmals im Namen des Vereins für das Verhalten unseres Trainers entschuldigt. Wir werden mit diesem das weitere Vorgehen besprechen.“

Wie auf Videoaufnahmen zu sehen, sei es zu einem Kontakt mit der flachen Hand in das Gesicht des Spielers gekommen, es habe kein Schlag oder gar eine Verletzungsabsicht vorgelegen.

Wie urteilt das Sportgericht?

Wie das Sportgericht des Württembergischen Fußballverbandes auf Anfrage mitteilte, sind beide Vereine aufgefordert worden, Stellungnahmen abzugeben. Man sei in Anbetracht der Tabellensituation um ein schnelles Urteil bemüht.

Herbert Mayer, der Sportrichter des Bezirks Kocher/Rems, und damit für die Amateur-Ligen in den Landkreisen Aalen, Heidenheim und Schwäbisch Gmünd zuständig, geht davon aus, dass das abgebrochene Spiel für die Gastgeber gewertet wird. „Nachdem der Schiedsrichter eine gravierende Störung ganz klar einem Verein zuordnen kann, verliert meist der Verursacher“, lautet seine Einschätzung.

Trotz des Abbruchs und der noch ausstehenden Wertung ergibt sich – zwei Spieltage vor Saisonende – nach wie vor folgendes Bild: Durch das 0:0 des SV Sandhausen beim FV Löchgau bleibt Heidenheim (19 Spiele, 43 Punkte) vor Sandhausen (20, 42) und Aalen (19, 40) an der Spitze. „Wir schauen eigentlich nur nach uns, aber sicher freut es einen, wenn die Konkurrenz patzt“, verrät Trainer Götz.

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