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Kreisliga A3: Im Extremfall ein Entscheidungsspiel

Der Fußball-Kreisliga A, Staffel 3, droht das verrückteste Saisonfinale aller Zeiten. Theoretisch ist es möglich, dass die beiden führenden Teams, Türkspor Heidenheim und TV Steinheim, mit exakt derselben Bilanz über die Ziellinie gehen. Im Extremfall droht ein Entscheidungsspiel.

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Läuft alles auf ein Wimpernschlag-Finale in der Kreisliga A hinaus? Im direkten Aufeinandertreffen trennten sich die beiden Titelanwärter Türkspor Heidenheim (gestreifte Trikots) und Steinheim mit gegenseitigen 3:2-Siegen.  Foto: 

Momentan sieht die Situation an der Tabellenspitze so aus: Türkspor führt mit 71 Punkten und 85:27 Toren, dahinter rangiert der TV Steinheim mit 69 Zählern und 84:28 Toren. So weit, so klar.

Wenn nun aber am Sonntag (alle Spiele um 15 Uhr) Türkspor im Heimspiel gegen Großkuchen 1:1 spielt und Steinheim gleichzeitig 2:0 in Hohenmemmingen gewinnt, dann wäre plötzlich zwischen den Titelrivalen alles gleich: Beide Teams hätten 72 Punkte und exakt dasselbe Torverhältnis (86:28).

Selbst wenn man nun als Entscheidungskriterium den direkten Vergleich anführen würde, käme man zu keinem Ergebnis. Türkspor gewann das Vorrundenspiel gegen Steinheim 3:2, und Steinheim gewann das Rückspiel gegen Türkspor – dreimal dürfen Sie raten – ebenfalls 3:2. Verrückter geht's nimmer.

Was passiert nun aber, sollte dieser Fall tatsächlich eintreten? Auch Helmut Vogel, Spielleiter des Bezirks Kocher/Rems, musste erst einmal die Gesetzeslage des Württembergischen Fußballverbandes studieren. Fündig wurde er im Paragraphen 4 der Spielordnung. Demzufolge entscheidet bei Punktgleichheit zunächst einmal die Tordifferenz (Subtraktionsverfahren zwischen erzielten und erhaltenen Treffern). Ist dies gleich, entscheiden als nächstes Kriterium die mehr erzielten Tore. Auch dieser Gradmesser wäre im vorliegenden Fall allerdings identisch.

Deshalb geht es im nächsten Schritt um das Gesamtergebnis aus dem direkten Vergleich. Aber auch hieraus lässt sich keine Entscheidung ableiten, denn beide Teams landeten, wie bereits erwähnt, in ihren Heimspielen einen 3:2-Sieg gegen den Konkurrenten. Deshalb fällt auch gleich das nächste Kriterium unter den Tisch: Die Frage, wer in den beiden direkten Duellen auswärts mehr Tore erzielt hat.

Also geht's weiter mit der Thema, wer von den beiden Mannschaften die meisten Tore in sämtlichen Auswärtsspielen der Saison erzielte. Man glaubt's kaum: Türkspor hat aktuell 36 Auswärtstore erzielt, Steinheim 34. Käme es zum angenommen 2:0-Auswärtssieg der Steinheimer am Sonntag in Hohenmemmingen, dann wäre auch hier der Gleichstand erreicht.

Damit scheiden sämtliche fünf Kriterien aus, die nach Punktgleichheit nacheinander zu betrachten wären – und es würde nur noch eine Möglichkeit geben, um den Meister zu ermitteln: ein Entscheidungsspiel.

Das ist zwar weitaus sportlicher als der von Türkspor-Trainer Zeki Evrensel schon befürchtete Losentscheid, hätte aber vor allem organisatorische Tücken. Denn zeitnah zum Saisonende muss der Tabellenzweite ja möglicherweise noch drei Relegationsspiele bestreiten, und wie das dann alles terminlich untergebracht werden kann, ist vor allem für den Spielleiter ein Problem.

„Ich hoffe, dass es so nicht kommt“, sagt deshalb Helmut Vogel zum beschriebenen Szenario. Statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit zwar gering, dass Steinheim 2:0 gewinnt und Türkspor gleichzeitig 1:1 spielt. Aber auszuschließen ist eben nicht. Auf jeden Fall wäre der regionale Sport um ein Kuriosum reicher.

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