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Giengen ist Meister: Rückkehr der Totgeglaubten

Nach dem 5:0-Auswärtserfolg gegen den direkten Verfolger TSV Gussenstadt ist der TSG Giengen die Meisterschaft in der Kreisliga B5 und der Wiederaufstieg in die Kreisliga A nicht mehr zu nehmen. Doch das Team von Spielertrainer Michael Fedchenheuer will sich auf dem Erreichten nicht ausruhen.

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Von einer möglichen Wachablösung wurde vor einem Jahr an dieser Stelle gesprochen, als es im Relegationsspiel zwischen dem Vorletzten der Kreisliga A 3, der TSG Giengen, und dem Vizemeister der Kreisliga B 6, dem TKSV Giengen, zur inoffiziellen Stadtmeisterschaft kam.  Mit dem besseren Ende für den 1986 gegründeten Türkischen Kultur- und Sportverein, der den Kontrahenten mit einem ungefährdeten 3:0 in die Schranken wies. Klar, dass auf Seiten der Turn- und Sportgemeinde manche Träne floss.

Nun ist die Konstellation eine andere. Die TSG um Trainer Michael Fedchenheuer hat in der untersten Spielklasse eine souveräne Runde gespielt, zuletzt gab es einen deutlichen 5:0-Sieg gegen den letzten verbliebenen Konkurrenten TSV Gussenstadt (siehe Artikel unten). Damit steht für die TSG einen Spieltag vor Saisonende die Rückkehr in die Kreisliga A 3 fest, während Stadtrivale TKSV nach der 0:4-Heimniederlage gegen den FC Härtsfeld um den Verbleib in der zweituntersten Liga zittern muss. Und so könnten nach einem Jahr die Dinge in Sachen Stadtmeisterschaft zumindest aus TSG-Sicht wieder zurecht gerückt werden.

Mit diesen Rechenspielchen will sich Michael Fedchenheuer nicht allzu sehr aufhalten. Der TSG-Trainer freut sich, dass seinem Team der direkte Wiederaufstieg gelungen ist, gibt aber zu bedenken, dass man noch vor einem Jahr am Tiefpunkt angelangt sei. „Wir waren praktisch bei Null, unser Renommee hat durch den Skandal mit dem nicht rechtmäßig eingesetzten Spieler, die schwache Saison und die ausbleibenden Erfolge der vergangenen Jahre sehr gelitten.“

Doch damit will sich der 46-Jährige nicht mehr abfinden. Kurz vor Ende der Spielzeit 2013/14 hatte Fedchenheuer das Traineramt übernommen und dem Team nach dem Abstieg einen radikalen Neuanfang verordnet. Er habe gemeinsam mit der Abteilungsleitung hart gearbeitet, um ein Team zu formen, das zusammenhält. „Das ist uns gelungen“, sagt Fedchenheuer, das habe zuletzt auch das Spiel gegen Gussenstadt gezeigt. „Die Leidenschaft, wie die Jungs gekämpft haben, mein absolutes Kompliment dafür.“

In seinem ersten Jahr als Trainer musste Fedchenheuer, der selbst schon in 950 Spielen die Fußballschuhe geschnürt hat, seine Mannschaft mehrmals verletzungsbedingt umbauen. Auf die Leistung der Mannschaft wirkte sich das aber nicht aus. „Von Nummer 1 bis 20 haben alle mitgezogen, sodass wir über die gesamte Saison die Spannung hoch halten konnten.“

Nun ist die TSG also zurückgekehrt in die Kreisliga A 3. Die Marschroute für die neue Runde formuliert Fedchenheuer offensiv – ohne sich dabei zu sehr aus dem Fenster zu lehnen. „Wir müssen uns auf jeden Fall weiter verbessern. Es wäre vermessen zu sagen, wir wollen oben mitspielen. Aber wir werden ein Team aufs Feld bringen, das in der Liga bestehen kann.“

Ohnehin steckt sich der Giengener Trainer ganz andere Ziele. „Wir wollen wieder ein Team aufbauen, auf das man in Giengen stolz sein kann.“ Man wolle noch erfolgreicher und schöner spielen, dann ergebe sich vieles wie von selbst. „Ich sage jetzt nicht, dass wir schnell in die Bezirksliga müssen.“ Die Kreisliga A sei aber nicht das Ende. „Den Menschen muss es einfach wieder wert sein, den TSG-Fußballern zuzuschauen“, sagt Fedchenheuer.

Wie er die nächste Saison personell anpacken will, dazu kann Fedchenheuer noch keine konkrete Aussage treffen. „Wir stecken in Verhandlungen mit mehreren Spielern.“ In trockenen Tüchern ist noch kein Transfer, auch im eigenen Team habe sich noch bisher keiner gemeldet, der einen Wechsel erwägt. „Klar ist aber: Wir brauchen noch mehr Qualität.“ Es gebe noch die eine oder andere Position, wo man Alternativen brauche. „Der Weg, den wir mit der jetzigen Mannschaft eingeschlagen haben, den gehen wir weiter.“

Übrigens, nach dem letzten Saisonspiel gegen den SV Eglingen-Demmingen am kommenden Sonntag, 7. Juni, im Stadion auf dem Schießberg (Anstoß 15 Uhr) laden die Fußballer der TSG Giengen alle Fans und Sympathisanten zu einer Aufstiegsfeier ein.



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