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FCH: Mit 1200 Kilo Sperrgepäck nach Spanien

2. Liga: Alexander Raaf und Manuel Henck, Teammanager und Zeugwart des 1. FC Heidenheim, brachen bereits zwei Tage vor der Mannschaft ins Trainingslager nach Spanien auf. Mit einem vollbeladenen Transporter.

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Hatten und haben in Spanien einiges zu tun: Alexander Raaf und Manuel Henck, Teammanager und Zeugwart des 1. FC Heidenheim.  Foto: 

Ein kurzer Blick genügt und Manuel Henck weiß Bescheid. Norman Theuerkauf hat beim Beginn einer Trainingseinheit vergessen seinen Ehering abzulegen, im Fußball eine Todsünde. Henck, seines Zeichens Zeugwart des FCH, nimmt den Ring in Verwahrung. Es ist eine der kleineren Aufgaben, die der 30-Jährige gerne erledigt.

Im spanischen Trainingslager filmt Henck zudem die Einheiten des FCH und ist natürlich auch für die Wäsche und die Trainingsutensilien zuständig. Und von denen gibt es viele. Neben 35 Fußbällen, drei Kisten mit Fußballschuhen, den entsprechenden Trainingsoutfits (jeder der 27 Spieler hat drei komplette Sätze zur Verfügung) hat der Heidenheimer Zweitligist auch viele medizinische Sachen wie etwa drei Massagebänke sowie Tapes und Bandagen dabei.

Insgesamt kamen damit knapp 1,2 Tonnen so genanntes Sperrgepäck zusammen. Wie sollte es also nach Spanien befördert werden? „Im Flugzeug wäre das richtig teuer geworden“, erklärt Alexander Raaf, der als Teammanager unter anderem für die Organisation von Trainingslagern verantwortlich ist. „Ich habe gleich zu Manu gesagt: Wir beladen den Transporter und fahren damit runter“, erinnert sich Raaf.

Das Hotel im spanischen Oliva hat Raaf sehr früh gebucht. Ein Novum, denn in den vergangenen elf Jahren ging es für den FCH stets in die Türkei. Hier hatte der FCH Sperrgepäck frei. Zudem nahm jeder Spieler nur zehn Kilogramm mit, obwohl mehr erlaubt sind. Die eingesparte Differenz wurde auch noch auf das Sperrgepäck angerechnet. In diesem Jahr waren solche Rechenspiele allerdings nicht möglich.

„Uns war Ende der vergangenen Saison, Anfang des Sommers, klar, dass die Türkei aufgrund der politischen Lage nicht in Frage kommt“, erklärt Raaf, der schnell reagiert hat. „Wir waren in Deutschland einer der ersten Vereine, der bereits im September sein Trainingslager fix gemacht hat“, so der 42-Jährige. Das Duo Henck/Raaf brach somit zwei Tage vor dem Rest der Mannschaft nach Spanien auf – immerhin waren knapp 1780 Kilometer zu bewältigen. Kein Problem für das Gespann, bei dem die Chemie einfach stimme, so Raaf.

13 Stunden Fahrt

Nach etwa 13 Stunden, in denen lediglich 20 Minuten Pause zusammenkamen, hatten die Vorausfahrer ihr Zwischenziel Barcelona erreicht – und belohnten sich mit einem Besuch des Spiels Espanyol Barcelona gegen Deportivo La Coruña (1:1). „Es war ein kleines Bonbon für uns“, gesteht Raaf.

Am Samstag wurden die restlichen 450 Kilometer abgespult und alles für die Mannschaft, die am Sonntagabend im Hotel ankam, hergerichtet. Bei der Frage, ob der Road Trip denn lustig gewesen sei, lachen sowohl Raaf als auch Henck, verraten aber nicht mehr. Außer, dass jeweils der Fahrer die Musik bestimmen durfte.

In Spanien sorgen Raaf/Henck dafür, dass die Mannschaft möglichst perfekte Trainingsbedingungen vorfindet. Dabei hat der FCH zwei Plätze exklusiv zur Verfügung. Das war in der Türkei ganz anders. Dort trainierten verschiedene Mannschaften auf einem Platz bis zu fünf Mal am Tag. „Die Belastung für die Plätze war dadurch enorm hoch, sie waren entsprechend härter“, erinnert sich Raaf.

Auch für Raaf/Henck ist die Belastung hoch. Allerdings sieht Henck seine Aufgabe beim FCH noch immer nicht als Arbeit an. Als gelernter Textilreiniger wisse er, was ein „Knochenjob“ ist. Nun gebe es für ihn immer wieder etwas Neues zu entdecken, etwa die gegnerischen Stadien. Er mache seine Arbeit als Zeugwart einfach gerne.

Doch hier grätscht Raaf dazwischen. „Du brauchst dein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. Du arbeitest trotzdem lange.“ Henck arbeite immer am längsten. Etwa bei Auswärtsfahrten, wenn mal wieder eine Dopingkontrolle für einen der Spieler ansteht. Während der Mannschaftsbus schon vorausfährt, wartet Henck auf den betroffenen Fußballer. Und dann gehe es dann schon mal erst um 22 Uhr zurück nach Heidenheim. Dort angekommen werden die dreckigen Sachen der Spieler erst einmal gewaschen.

Der Mann mit den kurzen Hosen

Und dann wäre da noch eine Sache: Henck läuft partout in kurzen Hosen herum – seit 15 Jahren. Damit fällt er auf. Auch innerhalb der Mannschaft ist das ein Thema, was man beim Hinhören sofort merkt. „Ja, jetzt sprechen mich immer mehr Leute darauf an“, gibt Henck zu und fügt an, dass er nur in Ausnahmefällen lange Hosen anzieht: An Feiertagen, bei Hochzeiten und wenn die Temperaturen in den zweistelligen Minusbereich sinken.

Info Am Mittwoch bestreitet der FCH sein erstes Testspiel im Rahmen seines Trainingslagers gegen seinen Ligakonkurrenten FC Union Berlin (15 Uhr).

Auch in der Winterpause bleibt es nicht aus: Im Auftrag der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) wurden am DienstagTimo Beermann und Martin Rasner vom 1. FC Heidenheim getestet. Bei Ligaspielen komme ein Losverfahren zum Zug, im Trainingslager gebe es ein Bestimmungssystem, erklärt Dr. Mathias Frey, Mannschaftsarzt des FCH. Der Dopingkontrollarzt forderte Urinproben von mindestens 90 ml ein. Diese werden mit Kontrollnummern, aber ohne Namen, an ein Labor geschickt, so Frey.

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