Partner der

FCH will sich Bochums Abwehrschwäche zu Nutze machen

Extreme treffen beim Zweitliga-Duell zwischen dem VfL Bochum und dem 1. FC Heidenheim am Sonntag (13.30 Uhr) aufeinander.

|
Man kennt sich: Der 1. FC Heidenheim um Ben Halloran sind am Sonntag beim VfL Bochum gefordert.  Foto: 

Ein Spiel der Extreme wartet am Sonntag (13.30 Uhr) auf den FCH an der Castroper Straße: Es trifft die schwächste Abwehr der Liga (20 Tore) auf die stärkste (5 Tore). Zu Hause ist zudem der VfL Bochum noch ungeschlagen, während der FCH als einzige Zweitliga-Mannschaft das gegnerische Stadion bislang nie als Verlierer verlassen musste.

Neben der Statistik ist aber vor allem auch die Stimmung in beiden Lagern von großer Unterschiedlichkeit geprägt. Die Heidenheimer sind in der Liga seit sieben Spielen ungeschlagen; auch das 0:1 am Mittwoch gegen Wolfsburg (wir berichteten) blieb ohne negative mentale Wirkung. Dagegen sind beim VfL Bochum nach der jüngsten 0:3-Pleite in Kaiserslautern die kritischen Töne nicht mehr zu überhören.

Hinterfragt wird unter anderem die taktische Vorgehensweise von Trainer Gertjan Verbeek. Das nach vorne gerichtete Spiel des Niederländers sei nicht kompatibel mit der Qualität des Kaders, hieß es. Die Bochumer wollten eigentlich im Kampf um die Aufstiegsplätze mitreden, inzwischen aber sind sie auf Rang elf abgerutscht und vor der am Freitagabend stattgefundenen Jahreshauptversammlung grassierte die Furcht vor frustrierten Fans, die ihrem Ärger freien Lauf lassen könnten.

Dass man sich die aktuell schwache Defensivleistung des Klubs aus dem Ruhrgebiet zu Nutzen machen möchte, bestätigte auch FCH-Coach Frank Schmidt. „20 Gegentore sind schon sehr viel“, sagte er angesichts des Bochumer Mankos, das nicht erst seit dieser Saison zum Tragen kommt. Über die aktuelle Spielzeit hinaus ist der VfL schon seit 18 Spielen nicht mehr ohne Gegentreffer geblieben.

Allerdings verweist Heidenheims Trainer auch darauf, dass die Bochumer zu Hause meist ein anderes Gesicht zeigen als in Auswärtsspielen und zudem über eine starke Offensive verfügen. Nur vier Zweitliga-Mannschaften trafen häufiger als der VfL (16).

Auf die Heidenheimer Abwehr wird also wohl viel Arbeit zukommen, wobei das gegen Wolfsburg erstmals in dieser Saison eingesetzte Innenverteidiger-Duo Mathias Wittek/Timo Beermann (wir berichteten) erneut erste Wahl sein dürfte. Immerhin gelang es im DFB-Pokal, Mario Gomez über weite Strecken auszuschalten, wenngleich der Nationalspieler dann doch das Siegtor erzielen konnte.

Dass es soweit kam, wollte Schmidt indessen nicht allein dem Innenverteidiger-Duo zuschieben. Man habe in dieser Szene insgesamt die Zuordnung verloren, nicht nur in der Viererkette. „Wir haben da einmal nicht aufgepasst, insgesamt zu schlampig und unkonzentriert verteidigt“, sagte Schmidt. Der FCH-Trainer bezeichnete Wittek/Beermann als Standard-Innenverteidiger und sei „froh, dass sie zur Verfügung stehen“.

Im Angriff, wo die Heidenheimer in dieser englischen Woche bislang noch ohne Erfolgserlebnis waren, erhofft sich Schmidt in Bochum mehr Durchschlagskraft. Gegen Wolfsburg habe es „den ein oder anderen langen Ball zu viel“ gegeben, was den Job für die beiden Stürmer John Verhoek und Denis Thomalla nicht einfach machte. „Bei Ballbesitz mehr Ruhe“ lautet eine Forderung Schmidts an sein Team.

Das könnte, wie gesagt, auch den Angreifern wieder zu Gute kommen. Denis Thomalla, der mit drei Toren in den ersten drei Pflichtspielen stark in die Saison startete, dann verletzungsbedingt einige Male passen musste, hofft, bald wieder zu treffen. „Das wäre schon wichtig für mich, um wieder Vertrauen und Stabilität zurückzugewinnen“, sagte der Angreifer, der gegen Dresden mit einem Lattentreffer Pech hatte.

Es sei schwieriger als gedacht gewesen, wieder ins Team zurückzufinden, gab Thomalla zu. Aber er trainiere Tag für Tag, um bald wieder die alte Torgefahr auszustrahlen. Die Spielweise der ganzen Mannschaft könnte hier maßgebend werden für weitere Erfolgserlebnisse. „Die Wolfsburger haben bei vielen Aktionen die Ruhe am Ball bewahrt und auch mal den einfachen Pass gespielt. Daraus muss man lernen“, sagte Thomalla.

Bleibt die Frage, wie die Heidenheimer die Pokal-Zusatzschicht am Mittwoch verkraftet haben, während Gegner Bochum nicht im Einsatz war. „Kräfte sammeln“ war am Regenerationstag nach dem Spiel erst einmal angesagt. Positiv registrierte Frank Schmidt, dass sich von den am Mittwoch eingesetzten Spielern keiner verletzt hatte. Somit wird es wohl bei den Ausfällen von Kevin Kraus (Kreuzbandriss), Tim Kleindienst (Innenbandriss im Knie) und Smail Morabit (Muskelfaserriss) bleiben.

An eine umfassende Rotation hatte Schmidt diesmal nicht gedacht. Allerdings wird er auch in Bochum darauf Wert legen, dass die eingesetzten Akteure zu 100 Prozent fit sind. „Frische, Disziplin und Durchschlagskraft“ nannte der FCH-Coach als herausragende Tugenden, die in Bochum gefragt sein werden.

www.hz-online.de/liveticker

Lesen Sie jetzt die eZeitung schon ab 0,99 € / Monat
Die digitale 1:1-Ausgabe der Heidenheimer Zeitung steht Ihnen ab 4 Uhr morgens mit allen Nachrichten der Region zur Verfügung. » zum Angebot

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Themenschwerpunkt

1. FC Heidenheim

Die Fußballer des 1. FC Heidenheim spielen ihre dritte Saison in der 2. Bundesliga. Hier gibt es alle Informationen und Hintergrundberichte rund um das Team von Trainer Frank Schmidt.

mehr zum Thema

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Waldkirche Heidenheim: weiter nutzen oder leerstehen lassen?

Was geschieht eigentlich mit dem früheren Gotteshaus, solange es noch nicht verkauft ist? weiter lesen