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DFB-Pokal: Klappts beim FCH gegen Wolfsburg im dritten Anlauf?

DFB-Pokal: Schon zweimal traf der 1. FC Heidenheim auf Bundesligist VfL Wolfsburg. Als einziger Heidenheimer Spieler war Marc Schnatterer jedes Mal dabei und wird auch am Mittwoch sein Team als Kapitän anführen.

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So war's vor zwei Jahren: Marc Schnatterer läuft Naldo davon – und erzielt anschließend den Heidenheimer Führungstreffer. Am Ende aber hatte Wolfsburg dann doch klar mit 4:1 die Nase vorn.  Foto: 

Dritter Anlauf – erster Sieg? „Auch wenn es beim VfL Wolfsburg in dieser Saison bislang nicht so gut läuft, ändert das nichts an der Tatsache, dass wir Außenseiter sind“, bleibt Marc Schnatterer auf dem Boden. Wolfsburg verfüge über viel individuelle Klasse. „Da muss bei uns viel passen, wenn eine Überraschung gelingen soll. Aber wir werden natürlich alles versuchen, um die Außenseiterchance zu nutzen“, sagt der FCH-Kapitän.

Chancen hatte der FCH in den bisherigen beiden Pokal-Duellen gegen die „Wölfe“ auch – wenngleich die Ergebnisse am Ende dann doch relativ klar ausfielen. Am 9. August 2008 gab es vor heimischer Kulisse eine 0:3-Niederlage, am 29. Oktober 2014 ein 1:4 in der VW-Stadt.

Das erste Spiel vor acht Jahren war für die Heidenheimer etwas ganz Besonderes. Der Spielort auf dem Schlossberg hieß damals noch Albstadion und für den Hit im DFB-Pokal wurden extra Zusatztribünen aufgestellt. 7500 Zuschauer kamen – eine Traumkulisse für damalige Verhältnisse. Wenn man bedenkt, dass seit damals gerade acht Jahre vergingen und heute pro Heimspiel annähernd doppelt so viele Besucher zu erwarten sind, ist dies fraglos ein weiterer Beleg für die atemberaubende Entwicklung im Heidenheimer Fußball.

Auch für Marc Schnatterer war das Duell mit Wolfsburg im Jahr 2008 ein echtes Highlight. „Ich habe ja bis damals noch nie im DFB-Pokal gespielt“, sagt er rückblickend. Vor Saisonbeginn war er von der zweiten Mannschaft des Karlsruher SC nach Heidenheim gekommen und musste sich in neuer Umgebung erst noch zurechtfinden.

Schnatterer spielte gegen Wolfsburg eine Art hängende Spitze hinter Dieter Jarosch, den Trainer Frank Schmidt damals als einzigen Stürmer aufgeboten hatte. „Ich hatte es vor allem mit Josué als Gegenspieler zu tun“, erinnert sich „Schnatti“, der in der 62. Minute gegen Bastian Heidecker ausgewechselt wurde.

Zu diesem Zeitpunkt lagen die Heidenheimer 0:2 zurück. Grafite (54.) und Saglik (57.) hatten mit einem Doppelschlag binnen drei Minuten für klare Verhältnisse gesorgt, nachdem der FCH als viertklassiger Regionalligist bis dahin sehr gut mitgehalten hatte. „Vor allem in der ersten Halbzeit war kein Klassenunterschied zu sehen“, musste VfL-Trainer Felix Magath nach Spielende zugestehen.

Saglik (75.) setzte mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt – es war eine Art Ouvertüre für die bislang erfolgreichste Wolfsburger Saison, die der VfL – vor Rundenstart hatte niemand damit gerechnet – schließlich mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft krönte. Vor allem der Brasilianer Grafite sollte in den Monaten nach dem Heidenheim-Spiel noch regelrecht explodieren. Er wurde Torschützenkönig (28 Treffer in nur 25 Einsätzen) und man wählte ihn zu Deutschlands Fußballer des Jahres.

Nicht nur für Wolfsburg sollte die Saison 2008/09 äußerst erfolgreich enden. Auch für den FCH: Ihm gelang nämlich am Ende der Aufstieg in die Drittklassigkeit. Und als sich Wolfsburg und Heidenheim erneut gegenüberstanden (2014) war der FCH schon Zweitligist.

Erschwerend kam bei diesem Duell allerdings hinzu, dass die Partie diesmal in Wolfsburg ausgetragen wurde. Mit 7600 Fans war die 30 000 Zuschauer fassende Volkswagen-Arena nur spärlich besetzt. „Aber es herrschte trotzdem eine gute Stimmung“, erinnert sich Schnatterer, der inzwischen längst zum Leistungsträger und Kapitän seiner Mannschaft herangereift war.

Und Schnatterer war es auch, der den Bundesligisten erst einmal in Not brachte, als er in der zwölften Minute das 0:1 markierte. „Bei einem Konter spielte Michael Vitzthum den Ball in die Gasse, ich lief alleine auf VfL-Torhüter Benaglio zu und traf mit links durch seine Beine“, erinnert sich der Heidenheimer Spielführer.

Das war nun eigentlich eine glänzende Ausgangssituation für den konterstarken Zweitligisten, und „in dem Moment waren auch alle überrascht“, weiß Schnatterer noch: „Aber dann haben wir vor der Pause noch zwei dumme Tore kassiert.“ Caligiuri (28.) und Dost (43.) hießen die Torschützen.

Das war letztlich dann doch eine zu hohe Hypothek für den Außenseiter. „Wenn es zur Halbzeit wenigstens noch Unentschieden gestanden hätte, wäre noch etwas drin gewesen“, ist Schnatterer überzeugt. Wieder war es jedoch ein Brasilianer, der noch heute beim VfL spielende Luiz Gustavo, der groß herauskam und mit zwei Treffern in der 65. und 78. Minute für die endgültige Entscheidung sorgte.

Bleibt aus Heidenheimer Sicht die Frage, ob am Mittwoch (Anpfiff um 18.30 Uhr) gegen Wolfsburg aller guten Dinge drei sein werden. Als Tabellen-16. hinken Gomez, Draxler & Co. den eigenen Ansprüchen im Augenblick deutlich hinterher, doch wie immer gilt: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze.

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