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Projekt: Damit aus Fans keine Hooligans werden

Wenn in gut zwei Wochen die Zweitligasaison beginnt, laufen mit den Spielern des FCH auch Sozialpädagogen in die Voith-Arena ein. Sie begleiten das Fanprojekt, das die Deutsche Fußball Liga (DFL) ab dieser Spielsaison in Heidenheim einrichten wird mit dem Ziel, Gewalt in der Fanszene schon bei den Jugendlichen abzuwehren.

Karin Fuchs |

Mehr als 50 Fußballvereine in den oberen Ligen haben solche Fanprojekte, die vom DFB gewollt sind. So auch das Heidenheimer Projekt, das wie in allen anderen Städten auch bewusst ohne Finanzierung des Vereins auskommt, um unabhängig zu sein. Das Angebot für die Fans kostet jährlich 188 000 Euro und wird zur Hälfte finanziert von der DFL. Ein Viertel bezahlt das Land und den Rest übernehmen Stadt und Landkreis Heidenheim.

Erst am Montag hat der Verwaltungsausschuss des Kreistags die Mittel genehmigt, nachdem die Mehrheit der Kreisräte den präventiven Ansatz in der Fanszene für gut geheißen hatte. 6500 Euro in diesem Jahr und in den folgenden zwei Jahren je 17 500 Euro macht der Landkreis für diese Arbeit locker. Schon im März hatte der Heidenheimer Gemeinderatsausschuss den städtischen Zuschuss bewilligt. Die Zusage des Landes gilt nun noch als reine Formsache.

Träger des Fanprojektes in Heidenheim ist der Förderverein Sicherer Landkreis, der wiederum den Verein G-Recht für die Umsetzung beauftragt hat. Sozialpädagoge Norbert Möller wird jetzt sein Konzept bei der DFL einreichen und ist guter Dinge, dass es dem „nationalen Konzept für Sicherheit in Stadien“ genügt und somit auch schnell genehmigt wird.

Die Arbeit hinter und vor den Kulissen hat auch ohne formelle Genehmigung schon begonnen. So ist mit Angelo Bianco der erste Fanprojekt-Mitarbeiter an Bord, der mit Fangruppierungen Kontakt aufgenommen hat. Denn wichtig ist laut Möller, dass die Fans beteiligt werden am Aufbau und es als eigenes Fanprojekt ansehen.

Das Fanprojekt wird auch eine räumliche Heimat haben: Möller ist in Verhandlung, eine Fabrikhalle anzumieten. Wo genau das sein wird, verrät er erst, wenn der Vertrag unterschrieben ist. Sicher ist aber schon jetzt, dass es gemeinsam mit den Fans eine große Einweihungsparty geben wird. Der Fantreff wird voraussichtlich dreimal wöchentlich geöffnet sein, entsprechend der Zielgruppe in den Abendstunden. „Dort können sich die Fans verabreden, können ihre Choreo planen und proben und auch andere Fangruppen treffen“, so Möller.

Zielgruppe des Fanprojektes sind jugendliche Fußballfans im Alter von 12 bis 27 Jahren. Weil speziell Jugendliche angesprochen werden sollen, ist auch ein „geschützter Öffnungstag“ für Jugendliche unter 18 Jahren geplant mit speziellen pädagogischen Angeboten. Angestrebt wird zudem ein regelmäßiger Fanstammtisch in Kooperation mit dem 1. FCH.

Laut Möller geht es grundsätzlich darum, den Fans ein Zuhause zu geben. Denn: „Der Fußball ist das größte Jugendzentrum Deutschlands.“

Dort bekomme man Kontakt zu Leuten, an die man sonst als Sozialpädagoge nicht heran komme. Genau darin erkennt Möller die Chance, „einwirken zu können, bevor in der Fanszene etwas entgleitet“. Speziell in Heidenheim sei Fanarbeit vor allem Jugendarbeit, deshalb könne sozialpädagogisches Einwirken eher greifen als bei jahrzehntelang gewachsenen Fanstrukturen. Die Fans hier gälten als sehr engagiert und gewaltfrei. Viele seien nicht organisiert in den 16 offiziellen Fangruppen.

Wenn auch die Fanräume noch nicht eingerichtet sind, so werden die Sozialpädagogen ihre Arbeit vor Ort schon im Sommer aufnehmen. Sie werden laut Möller die Fans bei allen Heim- und Auswärtsspielen begleiten und bei Bedarf auch zwischen Polizei und Fans vermitteln.

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