Partner der

FCH-Neuzugang Andreas Voglsammer: „Es kam nur Heidenheim in Frage“

Andreas Voglsammer ist der einzige Winter-Neuzugang des 1. FC Heidenheim in diesem Jahr. Trotz kurzer Vorbereitungszeit beim neuen Klub hofft der 23-Jährige, am Montag im Spiel bei 1860 München zum Zuge zu kommen. Derzeit wohnt Voglsammer noch im Hotel und befindet sich auf Wohnungssuche.

THOMAS GRÜNINGER |
Andreas Voglsammer, seit 14 Tagen sind Sie in Heidenheim. Welche Eindrücke haben Sie bisher gesammelt?

Was die Arbeit beim FCH betrifft, muss man natürlich sagen, dass hier Qualität und individuelle Klasse viel höher sind als in Unterhaching. Die Breite im Kader ist enorm, jede Position zwei- bis dreifach besetzt, das bedingt einen immensen Konkurrenzkampf. Aber das sind lauter supernette Mitspieler hier. Was die Stadt anbelangt, ist natürlich alles deutlich überschaubarer als in München.

Ihr Wechsel nach Heidenheim kam relativ kurzfristig zustande. Wie hat sich das entwickelt?

Weihnachten war ich noch im Urlaub, hatte bis dahin nur Angebote aus der 3. Liga. Aber innerhalb der 3. Liga kam für mich ein Wechsel nicht in Frage. Das wollte ich Unterhaching nicht antun. Vor drei, vier Wochen kam dann der Kontakt mit Heidenheim zustande. Es war nicht das erste Mal, dass der FCH Interesse zeigte. Schon vor der Aufstiegssaison gab es Kontakte.

Wie muss man sich das vorstellen: Unterhaching braucht Geld, Sie könnten verkauft werden. Wer kommt da auf wen zu?

Es ist ja kein Geheimnis, dass Unterhaching finanzielle Einnahmen benötigte. Mein Vertrag wäre im Sommer 2015 ausgelaufen. Dann hätte der Verein keine Ablösesumme mehr erzielen können. Ich gab ein entsprechendes Signal, dass ich zu einem Wechsel im Winter bereit wäre. Und dann ist alles ganz sauber abgelaufen.

Auch 1860 München wollte Sie holen. Warum haben Sie sich für den FCH entschieden?

Für mich war eigentlich von Anfang an klar, dass ich nach Heidenheim gehe. Der Klub hat schon mehrfach Interesse an mir bekundet. Die wollten mich unbedingt. Darin sah ich eine große Wertschätzung mir gegenüber.

Haben Sie sich vor dem Wechsel zum FCH auch mit Ihrem ehemaligen Teamgefährten Florian Niederlechner ausgetauscht?

Wir haben uns schon mal ausgetauscht, und er hat nur positiv über Heidenheim und den FCH berichtet.

Sehen Sie ihn jetzt eher als Freund oder als Konkurrenten?

Natürlich sind wir Konkurrenten um einen Platz im Team. Das ist doch normal. Aber wir können trennen zwischen dem, was auf dem Spielfeld passiert und dem, was außerhalb des Platzes geschieht. Ein halbes Jahr haben Flo und ich in Unterhaching gemeinsam gespielt. Anfangs kam er zum Zug, dann ich, dann wieder er – es war ein ziemliches Wechselspiel.

Durch Ihre Verpflichtung ist der Konkurrenzkampf im FCH-Sturm noch größer geworden. Fünf Stürmer kämpfen um maximal zwei Plätze. Wie sehen Sie das?

Konkurrenzkampf ist ja eigentlich etwas Gutes. Da kann sich jeder vom anderen was abschauen, muss sich reinhauen und versuchen, ständig an sich zu arbeiten. Konkurrenzkampf hilft, sich weiterzuentwickeln.

Sie haben das Trainingslager in der Türkei nicht mitgemacht und damit einen wichtigen Teil der Vorbereitung verpasst. Ein Nachteil gegenüber den Konkurrenten?

Sicher bin ich spät in Heidenheim eingestiegen. Die Laufwege stimmen noch nicht ganz. Aber darin sehe ich kein großes Problem. Das spielt sich rasch ein.

Am Montag startet der FCH beim TSV 1860 München (LIVETICKER) in die Punktspielrunde. Sie sind in Rosenheim geboren, haben in München gelebt: Ist es etwas Besonderes, gleich in München zu starten?

Das ist schon etwas Besonderes. Ich habe ja auch bislang noch nie in der Allianz-Arena gespielt und hoffe, dass mich der Trainer mit ins Aufgebot nimmt. Ich will es ihm durch gute Trainingsleistungen jedenfalls so schwer wie möglich machen, auf mich zu verzichten.

Was haben Sie sich persönlich zum Ziel gesetzt?

Erst einmal einfinden, den Platz in der Mannschaft finden und dann stetig weiterentwickeln. Ich bin Teil der Leistungsgesellschaft Profifußball, will in diesem Sinne so hoch hinaus wie möglich. Aber dafür ist es auch notwendig, kontinuierlich hart zu arbeiten. Ich habe eine Ausbildung als Groß- und Außenhandelskaufmann abgeschlossen. Das ist eine gewisse Sicherheit. So kann ich jetzt für den FCH Vollgas geben.

Wie sind Sie eigentlich zum Fußball gekommen?

Mein Vater wollte immer, dass ich Fußball spiele. Als ich mit ungefähr drei Jahren das erste Mal spielte, legte sich mein Vater in den Rasen und schlief während des Spiels ein. Da habe ich dann unfassbar geheult.

Aber offenbar nicht aufgegeben . . .

Es war im Grunde eine sehr tragische Geschichte, wie ich letztlich beim Fußball gelandet bin. Als ich vier Jahre alt war, starb mein Vater. Meine Mutter wollte mir ersparen, mich zur Beisetzung mitzunehmen und brachte mich zu einem Freund. Der nahm mich mit zum Fußball. Und seitdem spiele ich.

In Jugendjahren kamen Sie dann zum FC Bayern München, verließen dieses Karriere-Sprungbrett aber dann in Richtung Karlsruhe. War das ein erster Knick in Ihrer noch jungen Laufbahn?

Ich wollte damals unbedingt weg von den Bayern. In Karlsruhe hat's dann aber auch nur zu einem Zweitliga-Einsatz gereicht. Ich war in dieser Zeit nicht ehrgeizig genug, im Grunde genommen eine faule Socke. Daraus habe ich aber gelernt. Ich weiß, dass der Körper mein Kapital ist, dass man extrem hart arbeiten muss.
Ich habe mir fest vorgenommen, Profi zu werden, um im Nachhinein irgendwie auch meinen Vater stolz zu machen – auch wenn er das nur von oben miterleben kann.

Ist Fußballprofi ein Traumberuf für Sie, auch wenn man dafür auf manches verzichten muss? Wären Sie nicht ab und zu auch gerne mit Freunden in Discos oder Kneipen unterwegs?

Fußballprofi zu sein ist ein Traumberuf. Ich habe einfach kein Verlangen nach Dingen wie Discos oder Kneipen, deshalb vermisse ich es auch nicht.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Themenschwerpunkt

Alle Infos über den 1. FC Heidenheim

Alle Infos über den 1. FC Heidenheim

Heidenheim: Die Fußballer des 1. FC Heidenheim spielen ihre zweite Saison in der 2. Bundesliga. Hier gibt es alle Informationen und Hintergrundberichte rund um das Team von Trainer Frank Schmidt.

mehr zum Thema

Zum Schluss

Umfrage: Internet auf der ...

Stiller Ort zum Surfen: Die Toilette. Foto: Monika Skolimowska

In der einen Hand das Klopapier, in der anderen das Smartphone - für fast jeden Zweiten in Deutschland ist das einer Umfrage zufolge kein Problem. 45 Prozent der Befragten gaben an, dass sie auf der Toilette selten oder regelmäßig im Internet surfen. mehr

Studie: Meiste Reiche leben in ...

Weltweit gibt es immer mehr Millionäre. Auch in Deutschland steigt die Zahl der Reichen. Das geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Capgemini hervor. mehr

Mückenplage droht – ...

Wo kommt sie vor? Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus).

Deutschland droht eine Stechmückenplage. Der Grund: das feuchtwarme Wetter. Experten bitten darum, Mücken zu fangen und einzusenden. mehr