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FCH – Wolfsburg: „Was wir brauchen, ist ein Pokalfight“

Der 1. FC Heidenheim geht am Mittwoch (18.30 Uhr) als Außenseiter in die zweite Runde des DFB-Pokals gegen den VfL Wolfsburg, Trainer Frank Schmidt sieht dennoch eine Chance für seine Mannschaft.

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Der Pokal ist immer etwas besonderes – auch für Heidenheims Australier Ben Halloran.  Foto: 

Ich glaube schon, dass wir das Selbstbewusstsein haben, an einem guten Tag Wolfsburg besiegen zu können“, sagt Schmidt, weiß freilich, dass für solch einen Coup alles zusammen passen muss. „Was wir brauchen, ist ein Pokalfight und das schließt unsere Zuschauer mit ein. Wenn wir eine Überraschung wollen, brauchen wir die Unterstützung von außen.“

Wolfsburg ist ja kurioserweise ein alter Bekannter im DFB-Pokal, beim ersten Treffen (0:3) lagen 2008 noch drei Spielklassen zwischen Heidenheim und den Niedersachsen, auch 2015 (1:4) waren die Rollen klar verteilt. Nun belegen die „Wölfe“ aber Rang 16 der 1. Liga und der FCH ist Dritter in Liga 2 – derzeit wäre Heidenheim – Wolfsburg also sogar die Paarung in der Relegation. Anders gesagt: So nah war man noch nie dran, an der Werkself.

Dabei ist unstrittig, dass Wolfsburg eine Mannschaft mit enormem Potenzial ist. Der deutsche Meister von 2009 und DFB-Pokalsieger von 2015 ging mit dem klaren Anspruch auf die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb in die Saison. Bei zahlreichen Nationalspielern wie – um nur einige zu nennen – Julian Draxler und Mario Gomez, Luiz Gustavo (Brasilien), Vieirinha (Portugal), Jeffrey Bruma (Niederlande), Jakub Blasczykowski (Polen) oder Ricardo Rodriguez (Schweiz) im Kader trauten einige den „Wölfen“ sogar die Championsleague zu.

Doch irgendwie stimmt die Mischung nicht so ganz, es wurde auch immer wieder berichtet, dass einige der Stars lieber für andere Vereine gespielt hätten, aber nicht aus ihren Verträgen kamen. Von Anfang an war der Wurm drin, nach acht Spielen steht erst ein Sieg für Wolfsburg zu Buche. Inzwischen wird schon das Wort Abstiegskampf in den Mund genommen.

So gab's auch prompt den Trainerwechsel, Valerian Ismael löste Dieter Hecking ab, kassiert bei seinem Debüt vergangenes Wochenende aber auch eine 1:3-Niederlage in Darmstadt. Ob das nun gut oder schlecht für die Heidenheimer ist, lässt sich schwer sagen. Die Elf aus der VW-Stadt weiß sicher, dass sie in Heidenheim Charakter zeigen muss – nicht nur, um die Fans wieder zu versöhnen. „Wolfsburg ist schon so ein bisschen etwas wie ein angeschlagener Boxer und verfügt trotz allem über sehr hohe individuelle Qualität“, sagt auch Schmidt. Für Ismael könnte das Spiel schon die letzte Chance sein, beim VfL mehr als eine Interimslösung darzustellen. An den 41-Jährigen haben die Heidenheimer ja ganz gute Erinnerung: Als er 2014 Cheftrainer des 1. FC Nürnberg war, gingen die „Clubberer“ in der Voith-Arena mit 0:3 baden.

Mit Kevin Kraus (Kreuzbandriss) und Tim Kleindienst (Innenbandriss) fallen beim FCH weiter wichtige Spieler aus, auch Smail Morabit (Muskelfaserriss) muss passen, der Einsatz von Martin Rasner ist noch ungewiss. Dafür sind Mathias Wittek und Timo Beermann wieder einsatzbereit. Auch wenn Norman Theuerkauf und Robert Strauß die Aufgabe laut Schmidt sehr gut gelöst haben, ist er natürlich froh, gerade gegen die offensivstarken Wolfsburger mit dem großgewachsenen Gomez oder Draxler, dessen Einsatz wegen einer Sprunggelenksverletzung allerdings fraglich ist, wieder auf seine Innenverteidiger zurückgreifen zu können. „Das sind nicht nur Alternativen, das sind Stammspieler und wenn sie fit sind, werden sie auch spielen.“ Bei Wittek sieht's gut aus, bei Beermann stehen die Chancen wohl eher 50:50.

Ansonsten will Schmidt für den Pokal nicht groß rotieren, auch Torwart Kevin Müller bleibt im Kasten. „Ich will jetzt nicht ohne Not, jede Woche durchwechseln“, erklärt der Trainer, betont aber gleichzeitig, dass gegen Wolfsburg nur Spieler in Frage kommen, die die nötige Frische mitbringen. „Wir brauchen Laufstärke, müssen viele Räume zulaufen und wir brauchen Zweikampfstärke.“

Vielleicht brauchen die Heidenheimer diese Frische nicht nur über 90, sondern über 120 Minuten und sogar im Elfmeterschießen. Wer in diesem Falle antreten würde, ist natürlich geheim, Ben Halloran könnte es sich jedenfalls vorstellen, an den Punkt zu gehen. „Ich will nicht gleich den ersten schießen, aber wenn ich muss – ich wäre schon bereit“, sagt der Mittelfeldakteur.

Für ihn läuft es im zweiten Jahr beim FCH schon deutlich besser, der 24-Jährige ist derzeit Stammspieler. Von der australischen Nationalmannschaft, für die er schon bei der WM 2014 im Einsatz war, hat er dennoch schon lange nichts mehr gehört. Auf die Pokal-Partie freut sich Halloran ebenso wie seine Mitspieler: „Wir können mit breiter Brust antreten, wir sind momentan in guter Form.“

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