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1. FC Heidenheim: Klinikum ist nun mit im Boot

Dr. Stephan Kiebach ist als neuer zweiter Mannschaftsarzt auch im zweiten Trainingslager des Zweitligisten in Aigen dabei. Zudem gibt es im Bereich Finanzen eine personelle Veränderung.

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Einen Termin bei einem spezialisierten Arzt zu bekommen gerät für Normalsterbliche immer mehr zur Glückssache. Zum einen muss der Doktor des Vertrauens in der Nähe seine Praxis haben. Zum anderen sind schnelle Behandlungstermine immer öfter rar gesät.

Da haben es Fußballprofis schon besser. Zwei Mannschaftsärzte kümmern sich zum Beispiel beim Zweitligisten 1. FC Heidenheim um das Wohl von insgesamt 27 Spielern. Dazu kommen zwei Physiotherapeuten.

So wurden die Profis bislang von Dr. Mathias Frey und Dr. Rudi Erben, der Frey vertrat, wenn dieser verhindert war, medizinisch versorgt. Mit dem Beginn der Vorbereitung auf die kommende Saison ist Erben nicht mehr Teil des Profiteams. Stattdessen soll sich der 68-Jährige, auf Wunsch des Vereins, verstärkt im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des FCH einbringen.

Dieser Schritt sei der sportlichen Entwicklung geschuldet, erklärt Vorstandsvorsitzender Holger Sanwald mit dem Verweis darauf, dass sowohl die U 19 als auch die U 17 jeweils in die Bundesliga aufgestiegen sind. Beide Teams sollen „idealerweise“ den Klassenerhalt in der kommenden Saison schaffen. Dafür ist laut Sanwald eine weitere Professionalisierung notwendig. Schon in den vergangenen Jahren hatte Erben, der dem Verein seit Landesliga-Zeiten verbunden ist, im NLZ eine wöchentliche Sprechstunde abgehalten.

Kontakt zum Klinikum geknüpft

Ein Ersatz für Erben war aber schnell gefunden. Dr. Mathias Frey, der seit Jahren als erster Mannschaftsarzt fungiert und der einst auch im Aufsichtsrat des FCH saß, bis dieser sich eine neue Führungsstruktur gab, pflegt nämlich gute Kontakte zum Klinikum. Besser gesagt zu Professor Dr. Peter Helwig, dem neuen Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie. Auf Freys Initiative hin wurde zwischen dem Profiverein und dem Klinikum eine Kooperation geschlossen.

Bei Helwig sei das Ansinnen des FCH nämlich auf „offenen Ohren“ gestoßen. Dieser nämlich kenne solche Art von Kooperationen aus seiner Zeit in Freiburg, wo das Krankenhaus mit dem Bundesligisten SC Freiburg zusammenarbeite, erzählt Sanwald.

Neuer zweiter Mannschaftsarzt ist Dr. Stephan Kiebach, der eben in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie tätig ist. Der 34-jährige Günzburger war bereits im ersten Trainingslager des FCH in Kühtai (Tirol) dabei – und kümmert sich auch in Aigen, wo der FCH momentan sein zweites Trainingslager aufgeschlagen hat, um die Wehwehchen der Profis.

Neben der Kooperation mit dem Klinikum arbeitet der Zweitligist im Rahmen der sportärztlichen Untersuchung und der Leistungsdiagnostik zudem weiterhin mit der Sektion Sportmedizin des Universitätsklinikums Ulm zusammen. Eine Ausweitung dieser Zusammenarbeit ist sicherlich nicht ausgeschlossen.

Fernwärme fürs Stadion?

Auch im Bereich Fernwärme könnte es eine weitere Kooperation zwischen dem Klinikum und dem FCH sowie den Stadtwerken geben. Der Verein möchte nämlich nicht mehr mit Öl heizen. Zurzeit werde laut Sanwald geprüft, ob der FCH die Fernwärme vom Blockheizkraftwerk des Klinikums beziehen könnte oder aber eine Leitung vom Katzental hoch zur Voith-Arena gelegt werden muss. Bei dieser zweiten Möglichkeit müsste am Stadion ebenfalls ein Blockheizkraftwerk errichtet werden.

In erster Linie gehe es nun darum, zu prüfen, welche Variante wirtschaftlich sinnvoller ist und ob das Klinikum überhaupt etwas von seiner Fernwärme abgeben kann. Notfalls könnte das dortige bestehende Blockheizkraftwerk auch erweitert werden, glaubt Sanwald. Der FCH werde sich an beiden Varianten beteiligen, wahrscheinlich werden beide auch „gleich teuer“ werden, sagt der 50-Jährige.

Nach nur elf Monaten ist Schluss

Zudem gab es in einem anderen Bereich eine überraschende neue Entwicklung. Stefan Schneider, der seine Stelle als Leiter des Bereichs Finanzen erst am 1. Juli 2016 antrat, hat Ende Mai um eine Vertragsauflösung gebeten. Als Grund habe Schneider gesundheitliche Probleme angegeben, erklärt Sanwald. Für den FCH sei dies überraschend gekommen. Es sei im Vorfeld auch nichts „vorgefallen“. Letztlich habe der Verein Schneiders Wunsch nach einer sofortigen Vertragsauflösung entsprochen.

Lukas Pelzer, der seit April als Bilanzbuchhalter beim FCH tätig ist, hat daraufhin den Bereich Finanzen übernommen. Ob Pelzer Leiter bleibt, oder Unterstützung bekommt, müsse sich laut Sanwald erst noch zeigen.

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