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Fechten: Piotr Sozanski hört als Nationaltrainer auf

Nach dem bislang enttäuschenden Saisonverlauf hatte sich dieser Schritt angedeutet: Ab sofort ist Manfred Kaspar neuer Trainer der deutschen Degenfechterinnen. Der bisherige Coach, Piotr Sozanski, soll als Stützpunkttrainer in Heidenheim weitermachen.

edgar deibert, ... |

Bislang war es keine gute Saison für die deutschen Degenfechterinnen. In der Besetzung Britta Heidemann, Alexandra Ndolo (beide Leverkusen), Monika Sozanska (Leipzig) und Ricarda Multerer (HSB/momentan Führende der deutschen Rangliste) ist für die Nationalmannschaft eine Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro (5. bis 21. August) als Team fast unmöglich. Nun hat der Deutsche Fechterbund (DeFB) Konsequenzen gezogen. Ab sofort ersetzt Kaspar den bisherigen Coach Sozanski als Damentrainer.

Der Verband setzt dadurch den neuen Schwerpunkt auf eine mögliche Olympia-Qualifikation im Einzelwettbewerb. Dass die Wahl auf Kaspar fiel, kann dabei kaum verwundern. Dieser war bislang Heidemanns Heimtrainer, begleitete die heute 33-Jährige bei ihren großen Erfolgen, den olympischen Spielen 2008 in Peking (Gold) und 2012 in London (Silber). Zudem war Kaspar, der auch Ndolo persönlich betreut, zuletzt immer wieder bei den Wettbewerben der Nationalmannschaft dabei. Kaspar und Sozanski kennen sich somit bestens. Interessant dabei: Sozanski hatte 2008 Kasper, der damals Sportdirektor des DeFB wurde, als Nationaltrainer beerbt. Nun wird Sozanskis Vorgänger also zu dessen Nachfolger.

„Ich bin nicht enttäuscht, es waren sehr spannende und erfolgreiche Jahre als Bundestrainer, nun ist eben ein weiterer Abschnitt in meinem Leben vorüber“, sagt Sozanski, der auch Stützpunkttrainer in Heidenheim ist. Der Wechsel war für den 51-Jährigen einfach deshalb ein logischer Schritt, weil nur noch im Einzel für Heidemann eine realistische Chance auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen im Sommer in Brasilien besteht.

Das Verhältnis zu seinem Vorgänger und Nachfolger sei gut, Sozanski wird weiterhin Kaspar und die Damendegen-Nationalmannschaft unterstützen. „Das sind doch immer noch ,meine Mädchen' und ich sehe auch weiterhin viel Potenzial in dieser Truppe“, sagt Sozanski, der vor vier Jahren das deutsche Team nach London geführt hatte. Den diesmal aller Voraussicht nach geplatzten Olympia-Traum nimmt er sportlich: „Das gehört in unserer Sportart eben dazu. Wir waren die vergangenen Jahre immer vorn dabei, diesmal reicht's wohl eben nicht ganz.“

Wie es dann weitergeht und wie sich die Arbeit in Heidenheim gestaltet, will Sozanski nach Saisonende entscheiden. „Ich muss jetzt erst einmal runterkommen, das war eine sehr intensive Zeit.“ Acht Jahre war der gebürtige Pole Bundestrainer, mit seiner Zeit als Kaspars Assistent kommen sogar zwölf aufregende Jahre zusammen, in denen für ihn vor allem die Olympischen Spiele in London und die Weltmeisterschaft in Paris, wo sich die deutschen Damen Silber im Mannschaftswettbewerb holten, herausragten.

Auch Jochen Kassel hat die Entscheidung für Kaspar kaum überrascht. „Das hat sich abgezeichnet“, erklärt der Leiter der HSB-Fechtabteilung. Allerdings sieht Kassel darin nur eine „Interimslösung“ bis Ende der Saison (Olympia). Danach (die nächste Saison beginnt im September) könne es durchaus einen Neuanfang mit einem anderen Trainer geben.

Auch bei der Mannschaft selbst befürwortet Kassel weiterhin einen personellen Umbruch – bereits im Hinblick auf Olympia 2020 in Tokio (Japan). Schon nach dem enttäuschendem Abschneiden bei der Weltmeisterschaft in der russischen Hauptstadt Moskau (Platz zwölf) betonte Kassel im Juli 2015 gegenüber unserer Zeitung: „Meiner Meinung nach muss der Neuaufbau jetzt kommen.“ Diesem Wunsch wollte Sven Ressel damals nicht entsprechen. Der Sportdirektor des Deutschen Fechterbundes erklärte auf Anfrage der HZ, an der Mannschaft „zunächst“ festhalten zu wollen.

Vielleicht ist die Zeit des personellen Umbruchs nun gekommen, zumindest Kassel befürwortet es weiterhin, junge Fechterinnen wie Nadine Stahlberg (Offenbach/19) oder Alexandra Ehler (HSB/20) stärker in die Mannschaft einzubinden und ihnen Einsatzzeiten zu geben. Womöglich schon beim nächsten Weltcup, der vom 22. bis 24. Januar in Barcelona (Spanien) ausgetragen wird.

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