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"Rush": Leben am Limit

Rasanz ist bei einem solchen Film selbstverständlich. Lange hat es im Kino keinen echten Rennfahrerfilm mehr gegeben – jetzt erlebt das Genre ein glanzvolles, oscarverdächtiges Comeback.

Klaus Dammann | 0 Meinungen

Rasanz ist bei einem solchen Film selbstverständlich. Lange hat es im Kino keinen echten Rennfahrerfilm mehr gegeben – mit Ron Howards mitreißendem Porträt zweier respektvoller Rennstrecken-Rivalen „Rush“ erlebt das Genre ein glanzvolles, oscarverdächtiges Comeback.

Howard erzählt nicht einfach irgendeine entfernt an reale Ereignisse angelehnte, letztlich aber fiktive Klischeegeschichte, sondern setzt mit dem exzellenten Drehbuch von Peter Morgan ganz auf eine wirkliche Story mit echten Personen. Anno 1976 erlebt der Rennzirkus der Formel 1 eines seiner schicksalhaftesten Jahre. Der Brite James Hunt und der Österreicher Niki Lauda sind die beherrschenden Fahrer im Reich der PS-starken Boliden. Zwei Rivalen, wie sie gegensätzlicher kaum vorstellbar sind: der von den Frauen geliebte und dem Jet-Set-Dasein zugetane Playboy Hunt und der besonnene, technisch versierte Könner Lauda.
 


 

„Rush“ zeigt den emotionalen Zweikampf der beiden Formel-1-Piloten auf und abseits der Rennstrecken, von ihrer ersten Begegnung 1970 bis zum knappen WM-Finale sechs Jahre später in Japan. Mit dem Tritt aufs Gaspedal führen sie stets ein Leben am Limit. Atemberaubende und grandios fotografierte Rennszenen – immerhin war die Saison '76 die von Laudas Horror-Unfall – bilden einen wesentlichen Bestandteil des fesselnden Epos, doch nicht den eigentlichen Schwerpunkt. Diesen nimmt vielmehr das packende Charakterporträt und -duell der mit Chris Hemsworth und vor allem Daniel Brühl als Niki Lauda herausragend besetzten Hauptfiguren ein. Sie erinnern sogar physiognomisch an ihre Vorbilder. Olivia Wilde und Alexandra Maria Lara als Ehefrauen der Kontrahenten ergänzen die gute Besetzung.

Regisseur Howard beschwört im Breitwandformat und auf grandiose Weise einen Zeitgeist voller Kolorit und eine vergangene Rennsport-Ära mit hohen Risiken. Krisen und Besessenheit, Champagner-Duschen und tödliche Crashs fängt er als Eckpfeiler eines ungebremsten Daseins fernab vom normalen Leben ein.

Und auch das letzte Kunststück ist Regisseur und Autor mit ihrem filmischen Geschwindigkeits- und Lebensrausch gelungen: Obwohl das Ende längst Historie ist, bleibt ihr leidenschaftliches Epos bis zur letzten Minute packend.

Capitol, ab 12

 

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